Volvo PV 444 vor dem Ort seiner Welpremiere Volvo
Volvo PV 444 Produktion (1947)
Volvo PV 444 Produktion (1947)
Volvo PV 444 (1947)
Volvo PV 444 (1956) 24 Bilder

Volvo PV 444 / PV 544 (1947-1969): 75 Jahre Buckel

Volvo PV 444 / PV 544 (1947-1969) PV 444 hat 75 Jahre auf dem Buckel

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Mit dem PV 444 wuchs Volvo zum Massenhersteller und etablierte seinen guten Ruf. Das enorme Potenzial des Autos erschließt sich heute noch so gut wie vor 75 Jahren. Der Buckel-Volvo gehört immer noch zu den robustesten Autos – Blech und Technik überdauern viele jüngere Fahrzeuge.

Einiges, was Volvo dem Buckel 1962 ins Prospekt schrieb, gilt heute noch für die allermeisten Modelle der Marke: "gemütlich und bequem", "sicher", "zuverlässig", "sorgfältig gebaut" – so wortkarg warben die Überschriften für den Erwerb eines PV 544. Für Sicherheit sorgten da schon drei Jahre die in Schweden erfundenen Dreipunktgurte – ganz frühe Buckel hatten noch nicht einmal Türschlösser.

Produktionsbeginn 1947

Volvo PV 444 Produktion (1947)
Volvo
Die Produktion beginnt 1947 mit viel Handarbeit.

Alles war knapp im Kriegsjahr 1944, als Volvo sein neues Modell präsentierte: Die 44 steht tatsächlich für das Premierenjahr, die dritte 4 steht für den Vierzylindermotor. Der ist mit 40 PS überschaubar kräftig, doch die Massenmobile anderer Länder treiben auch keine stärkeren Motoren an: Von denen ist zum Teil noch nicht einmal die Serienfertigung angelaufen. Die läuft bei Volvo auch erst 1947 an, am 8. Februar bekommen die ersten beiden Kunden ihr Auto.

Bestellen konnten Kunden den neuen Volvo schon vorher. Zum Preis von 4.800 schwedischen Kronen. Das hatte 1927 schon der ÖV4 gekostet, das erste Auto von Volvo. Der Preis ließ sich nicht halten: 6.050 Kronen kostete der PV 444 Anfang 1947. Doch die Vorbesteller erhielten das Auto zum ursprünglich vereinbarten Preis, betont Volvo heute.

Großserie und Kombi

Volvo PV 445 Duett (1957)
Volvo
Ab 1953 gibt es den Kombi "Duett".

Damals war der PV 444 der Start in die Großserie: aus 8.000 Autos wurden 12.000 und in den Fünfzigerjahren war der "Buckel" die Nummer eins auf dem schwedischen Neuwagenmarkt. Aus dem einst urvernünftigen Auto für das ganze Volk wurde zwischendurch ein Rallyeheld – bis heute sind sportliche Umbauten und Leistungssteigerungen beliebt und möglich. Ab 1953 ist mit dem PV 445 Duett ein Kombi erhältlich, dessen Produktion erst 1969 endet – der "Buckel" ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sondern auch eine Langzeitbeziehung.

Karosserie-Check

Rostet Schwedenstahl? Ja, tut er. Weil Volvo sein erstes Modell mit selbsttragender Karosserie aber sehr massiv konstruierte, widersteht die Substanz des Volvo PV 444 dem Zerfall sehr lange. Allein wenn die Querträger unterm Kühler morsch sind, leidet die Stabilität der ganzen Karosseriestruktur. Kotflügel, Achsbefestigungen, A-Säule, Schweller und die Nahtstelle zwischen hinteren Kotflügeln und Radkästen werden von Spritzwasser und eindringender Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Mitschuld hat oft eine Undichtigkeit an der Frontscheibe. Zu achten ist auf Passungen, Spaltmaße und leichtgängige Türen und Hauben.

Technik-Check

Mit kräftigeren Motoren, Zwölf-Volt-Elektrik, Vierganggetriebe und Verbesserungen im Detail sind die späteren Volvo PV 544 alltagstauglicher als ihre Vorgänger. Auch die allerdings sind für Autos dieses Alters technisch sehr robust. Ab 1953 haben die Türen Schlösser, ab dem Folgejahr der Innenraum eine Heizung serienmäßig, ab 1957 ist der PV mit dem B16-Motor unterwegs.

Die Mechanik des Volvo PV 444 braucht Pflege, dann tut sie lange ihren Dienst, außerdem sind viele Verbesserungen möglich und gebräuchlich, etwa Leistungssteigerungen oder vorne die Umrüstung auf Scheibenbremsen des Amazon.

Preise

Classic-Analytics notiert den Volvo PV 444 im Zustand 2 mit 15.000 bis 20.000 Euro. Mäßige Exemplare kosten zwischen 4.200 Euro und 5.600 Euro. Große Preisunterschiede zum späteren PV 544 gibt es nicht. Lediglich ein PV 544 Sport mit 80 PS (statt 60 beim Grundmodell) kann ein bis zwei Tausender teurer sein.

Bei Einführung 1944 (Volvo PV 444 A)
4.800 Schwedische Kronen

Ersatzteile

Um den Volvo PV 444 und PV 544 gibt es eine rege Szene, die hilft, wenn speziell für die frühen Versionen Teile für den Innenraum schwer zu finden sind.  Technik- und Verschleißteile sind in der Regel verfügbar. Manches Blech sowie Chromstoßstangen allerdings sind nicht ganz billig.

Schwachpunkte

  1. Vorderer Querträger
  2. Kotflügel vorn und hinten
  3. Frontmaske
  4. Türen, insbesondere Unterseite
  5. Schweller
  6. A-Säule, Frontscheibenrahmen
  7. hintere Radhäuser und -läufe
  8. hintere Seitenwand
  9. Kofferraum, Reserveradmulde
  10. vordere Achsbefestigung
  11. hintere Achsbefestigung
  12. Undichtigkeiten Motor/Antrieb
Volvo PV 444, Schwachstellen, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Während Volvo derzeit den Wandel zum Elektroauto vollzieht und der nächste S/V90 vor der Tür steht, feiert das Urmodell Geburtstag: Der PV 444 hat 75 Jahre auf dem Buckel.

Technische Daten

Volvo PV 444 E/ES
Außenmaße 4370 x 1580 x 1560 mm
Hubraum / Motor 1414 cm³ / 4-Zylinder
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Alle technischen Daten anzeigen
Oldtimer Fahrberichte Volvo PV 444, Volvo 240, Volvo 740, Frontansicht Volvo PV 444, Volvo 240 und Volvo 740 Volvos Weg vom Buckel zur Kante

Seit 1944 macht der Volvo PV 444 den Buckel krumm. Seit 1974 führt der 240...

Volvo PV 444
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