Ferrari Luce irritiert: "Zerstörung einer Legende"

Ferrari Luce irritiert
„Zerstörung einer Legende“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.05.2026
Als Favorit speichern

Am Montag (25.5.2026) hatte Ferrari mit dem Luce sein jüngstes Modell präsentiert. Das ist aber nicht nur das erste Elektromodell der Marke, sondern auch das Erste, dessen Design nicht aus Italien stammt. Als das Tuch vom Luce gezogen wurde, waren daher viele Zuschauer echt überrascht. Und nicht nur die.

Am Dienstag brach der Aktienkurs der erfolgsverwöhnten Italiener um zeitweise über 8,1 Prozent (Stand: 16 Uhr) ein. Das lassen wir einfach mal so stehen. Darüber hinaus haben sich auch zahlreiche Prominente schön öffentlich zum neuen Ferrari Luce geäußert.

Den kopieren die Chinesen nicht

Ex-Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo fürchtet um die Zerstörung der Ferrari-Legende. Gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa sagte er: "Wenn ich sagen würde, was ich wirklich denke, würde ich Ferrari einen schlechten Dienst erweisen. Wir laufen Gefahr, eine Legende zu zerstören – und das macht mich zutiefst traurig. Zumindest sollten sie das Emblem des ‚Cavallino Rampante‘ entfernen." Der ehemalige Ferrari-Vorsitzende fügte noch eine spitzfindige Bemerkung hinzu, die wohl dazu bestimmt war, weitere Debatten auszulösen: "Immerhin ist es ein Auto, das die Chinesen nicht kopieren werden."

Carlo Calenda, ehemaliger italienischer stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung und ehemaliger Ferrari-Manager äußerte sich auf X und nannte den Luce "eine ästhetische und technische Beleidigung für alle, die Ferrari lieben oder, wie in meinem Fall, dort gearbeitet haben".

Auch in den sozialen Netzwerken ist eine heftige Kontroverse um den neuen Ferrari Luce entbrannt. Wobei sich die Kritik nicht mal so sehr am Elektrokonzept entzündet, sondern vielmehr an dem von Jony Ive und Marc Newson entwickelten Design. "Der Luce sieht eher wie ein japanisches Budget-Car aus, als ein italienischer Supersportwagen", ist da auf X zu lesen. Selbst die beiden F1-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc, die den Luce enthüllen durften, schienen reichlich überrascht zu sein, von dem, was unter dem Tuch zum Vorschein kam.

Der Luce ist unverwechselbar Ferrari

Ferrari-Boss John Elkann seinerseits versuchte, das Projekt zu verteidigen, und hob dessen innovativen Anspruch hervor. "Der Ferrari Luce ist ein Auto der Zukunft – und unverwechselbar Ferrari", erklärte er und fügte hinzu, dass das Modell "genau das bekräftigt, was dieses Unternehmen seit jeher auszeichnet: den Mut, die Grenzen des Möglichen neu zu definieren."

Der Kapitalmarkt und italienische Prominente haben sich klar zum Luce positioniert. Jetzt muss der Elektro-Ferrari am Markt beweisen, dass er das in ihn gesteckte Vertrauen verdient. Könnte nicht ganz leicht werden, bei einem kolportierten Verkaufspreis von 550.000 Euro.

Fazit