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BMW i Vision Circular aus Recyclingmaterial

BMW i Vision Circular i3-Nachfolger aus Recyclingmaterial für null CO2

Der BMW i Vision Circular soll alles anders machen – und dreht dabei sämtliche Produktionstrends der letzten Jahre auf links. Das Ziel: Ein CO2-Fußabdruck von null Gramm.

Schon beim ersten Blick auf den Entwurf der Pressemitteilung wird klar: Bei dieser Studie verlangt BMW seinen Produktionstechnikern einiges ab. Denn im Grunde lassen die Futuristen mit ihrem Ausblick auf das Jahr 2040 keinen Stein auf dem anderen. Hochfeste Stähle, Verbundstoffe, Hightechkleber, Legierungen, Materialmixe und andere Errungenschaften der letzten Jahrzehnte lässt das Concept Car links liegen. Denn viele dieser Techniken erschweren das Recycling am Ende des Lebenszyklus. Und genau darum geht es aber beim Vision Circular: BMW will den Materialkreislauf am Laufen halten und keinen Müll produzieren. Darum haben die Münchner, so gut es geht, nur auf gut recycelbares oder bereits recyceltes Material gesetzt, um so den CO2-Fußabdruck so klein wie möglich zu machen.

Recycling spart CO2 und Geld

Statt einer aufwendigen Lackierung hat der Viersitzer eine Außenhaut aus eloxiertem Sekundär-Aluminium und Sekundär-Stahl bekommen, das für den blauen Schimmer am Heck wärmebehandelt wurde. Der Kunstsoff an den Stoßfängern und Schwellern ist natürlich aus recyceltem Material, die Räder aus Naturkautschuk und statt ein mehrteiliges, buntes BMW-Logo aus Plastik auf die Haube zu pflanzen, haben Techniker den Propeller auf die Nase des Wagens graviert. Außerdem hat der i Vision Circular keine Scheinwerfer, Leuchten und verchromter Nieren mehr. Stattdessen setzen die Macher auf LED-Paneele, die im Laufe des Autolebens per Update neu bespielt werden können und so auch älteren Fahrzeugen ein frisches Design verleihen sollen.

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Das Lenkrad kommt aus dem 3D-Drucker.

BMW gibt bei der ganzen Recyclingidee aber zu, dass es sich dabei nicht nur um ein reines Öko-Programm handelt. Auch die Zahlen müssen stimmen. Laut BMW CEO Oliver Zipse, zeige die aktuelle Entwicklung von Rohstoffpreisen, mit welchen Auswirkungen eine Industrie rechnen müsse und wie abhängig man von begrenzen Ressourcen ist. Gerade musste das Unternehmen 500 Millionen Euro Mehrausgaben für Material aufwenden als geplant. So wird das Öko-Diktat zum grünen Sparprogramm. Aktuell fertigt BMW seine Autos im Durchschnitt zu knapp 30 Prozent aus recycelten und wiederverwendeten Materialien. Mit dem Ansatz "Secondary First" will das Unternehmen diesen Wert sukzessiv auf 50 Prozent ausbauen.

Nur vier Meter lang, aber jede Menge Platz

Von außen hat der i Vision Circular schon was vom i3. Er ist natürlich ein reines E-Auto. Der Viersitzer misst nur vier Meter. Öffnen sich die Türen wie beim i3 gegenläufig, tut sich ein üppiger Innenraum, der nicht auf den neuen Sparkurs schließen lässt. Der Boden ist flach und trägt hochflorigen Teppich. Vorn warten zwei üppige und Sessel mit spannender Technik: Statt wie üblich mit Verklebungen werden die Stoffe mit Kordeln, Knöpfen und Schnellverschlüssen zusammengehalten. Für die Polsterspannung der beiden Sessel vorn werden über den Joyful Fusion getauften Schnellverschluss Stahlseile am Rücken des Sitzes verzurrt, sodass bei einer Reparatur mit nur einer Schraube der gesamte Sitz zerlegt werden kann.

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Die Räder produziert BMW aus Naturkautschuk.

Hinter diesem Schnellverschluss steckt aber weit mehr. Er ist immer wieder im und am Auto zu finden. Etwa an Stelle von Radmuttern oder auch als Befestigungslösung für den Armaturenträger. Mit einem für jedes Fahrzeug individuellen Schlüssel sollen sich die Teile lösen und austauschen lassen. Auch hier spielt BMW mit dem Gedanken, dem Auto mehr Lebenszeit zu schenken, indem für Innovationen nicht das ganze Auto, sondern nur einzelne Teile ersetzt werden müssen. Das spart Ressourcen und damit CO2.

One-Box-Design mit digitalem Hofmeister-Knick

Einige Innovationen bringt der i Vision Circular aber schon selbst mit. Vor allem beim Blick auf die Gestaltung. Statt dem üblichen Drei-Box-Design gibt er sich deutlich skulpturaler und wirkt mehr wie aus einem Guss. Und auch die Neuinterpretation der Angle Eyes als zwei parallele schräge Linien reformiert das BMW-Gesicht – zumindest in Teilen. Denn die Nieren stehen nach wie vor klar im Fokus der Front, selbst wenn sie nur ein LED-Gitter haben. Sogar den Hofmeisterknick haben die Designer angepackt. Statt Chromleiste zieht sich nun eine schmale digitale Fläche wie ein Band um das Fenster der Fondtüren und dient dort als Display und Schaltfläche zugleich, mit der etwa die Türen geöffnet werden können. Ähnlich ist es auch im Innenraum. Dort ist die Leiste allerdings als kristalline Struktur mit Touchflächen untergebracht, die sich von hinten bis vor ans Armaturenbrett zieht.

Apropos Armaturenbrett: Es ist das optische Highlight im Interieur. Neben dem aus Holzpulver 3D-gedruckten Lenkrad prangt dort ein riesiger, glattgeschliffener Kristall (ebenfalls 3D-Druck), der als Interface dient. Displays? Fehlanzeige! Über Lichtpunkte und Linien soll der Kristall mit den Passagieren interagieren. Damit will BMW den Ansatz von Shy Tech fortführen und erlebbar machen. Denn die Lichtinszenierung soll nicht weniger darstellen als die Gedankenströme des Fahrzeugs.

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Das Logo hat BMW in die vordere Haube eingraviert.

Bei allem Futurismus hat BMW seine digitalen Wurzeln beim Vision Circular aber nicht aus den Augen verloren, sondern ebenfalls recycelt. So kommt etwa der iDrive-Controller ein zweites Leben. Zwar nicht in der Mittelkonsole (die spart sich das Concept Car komplett), dafür im Fond. Dort prangen die kristallartigen Dreh-Drücksteller aus dem BMW iX links und rechts an der B-Säule und sorgen für Erleuchtung – als dimmbare Leselampe, die jetzt ein Schlaglicht auf die Zukunft werfen soll. Hoffentlich mit voller Strahlkraft.

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Fazit

Mit dem Vision Circular werfen die Zukunftsplaner von BMW vieles über den Haufen, was die letzten Jahre als Innovation galt. Damit ist der Ansatz aber nicht weniger als eine kleine Revolution und weit mehr als ein grüner Anstrich für das Automobilkonzern-Image. Denn mit der Frage, wie die Konzepte der Kreislaufwirtschaft auch konsequenter im Automobilbau umsetzbar sind, stellen sich die Bayern Themen, die weit über Ökostrom- und Verzichtsdebatten hinausgehen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht erst bis 2040 dauert, bis erste Elemente des Vision Circular ihren Weg in die Serie finden.

 

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