06/2022, Our Next Energy Gemini Dual-Chemistry Batterie BMW iX Our Next Energy ONE
06/2022, Our Next Energy Gemini Dual-Chemistry Batterie BMW iX
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Our Next Energy Gemini Dual-Chemistry Batterie für BMW iX

Our Next Energy Gemini Dual-Chemistry Batterie Schafft der BMW iX mit diesem Akku fast 1.000 km?

BMW baut zusammen mit der US-Firma ONE einen Prototyp mit neuer Akku-Zellchemie auf. Damit hat ein Tesla Model S bereits neue Reichweiten-Sphären erreicht. Und das Batterie-Start-up verspricht weitere Vorteile.

Als eines der größten Probleme von Elektroautos ist für viele Skeptiker die geringere Reichweite gegenüber Verbrennern. Aber auch der Einsatz seltener sowie unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen abgebauter Rohstoffe in deren Akkus zieht viel Kritik auf sich. Doch diese Probleme könnten bald der Vergangenheit angehören, glaubt man den Versprechungen der Firma Our Next Energy (ONE). Das im US-Bundesstaat Michigan ansässige Start-up hat eine neue Batterie namens Gemini 001 konzipiert, die über eine doppelte Zellchemie (Dual-Chemistry) verfügt.

Bereits jetzt kann ONE eigenen Angaben zufolge auf 20 Prozent Lithium im Vergleich zu Standard-E-Auto-Batterien verzichten. Der Rohstoff Grafit kommt sogar mit 60-prozentiger Reduktion zum Einsatz, und auch der Verbrauch von Nickel und Kobalt wird minimiert. ONE will auf diese Rohstoffe perspektivisch komplett verzichten. Die Batterien des Start-ups sollen nachhaltig, aber auch kostengünstig und in einer konfliktfreien Lieferkette hergestellt sein.

BMW mit finanzieller und technischer Unterstützung

BMW glaubt an das Konzept des erst 2020 vom Batteriesystem-Ingenieur und ehemaligen Apple-Manager Mujeeb Ijaz gegründeten Unternehmens. Über seine im kalifornischen Silicon Valley ansässige Risikokapital-Beteiligungsgesellschaft BMW i Ventures sind die Münchner an ONE beteiligt. Kürzlich standen sie an der Spitze einer Finanzierungsrunde, die 65 Millionen Dollar (etwa 62,3 Millionen Euro) in die Kassen von Our Next Energy gespült hat.

06/2022, Our Next Energy Gemini Dual-Chemistry Batterie BMW iX
Our Next Energy ONE
Die Gemini-Batterie von ONE verfügt über eine doppelte Zellchemie.

Der Autohersteller beteiligt sich aber auch an der technischen Entwicklung der Dual-Chemistry-Zellechnologie. Bis zum Jahresende 2022 wollen die Partner einen Prototyp des BMW iX aufbauen, der eine Reichweite von 600 Meilen (966 Kilometer) schaffen soll. "Wir planen, doppelt so viel Energie in die Batterien zu packen, sodass Elektroautos problemlos Langstreckenfahrten unter realen Bedingungen bewältigen können", sagt Mujeeb Ijaz. Zum Vergleich: Die bislang reichweitenstärkste iX-Modellvariante xDrive50 kommt nach WLTP-Zyklus maximal 630 Kilometer weit – mit der neuen Batterie käme der Elektro-SUV also mehr als 50 Prozent weiter als aktuell.

Über 1.200 Kilometer im Model S

Dass ONE hier keinen Fantasiewert nennt, hat die US-Truppe vor einigen Monaten am Beispiel eines Tesla Model S demonstriert. Die Amerikaner verbauten eine 203,7-Kilowattstunden-Batterie in der Limousine, ohne dafür mehr Platz zu benötigen. Serienmäßig verfügt der Tesla über einen 103,9 Kilowattstunden großen Energiespeicher. Allerdings schlägt sich das auf der Waage nieder. Die Gemini 001 wiegt 331 Kilogramm mehr als die Batterie des aktuellen Model S.

Tesla Model S Batterie Gemini 001 von One
Our Next Energy (ONE)
Auf der Testfahrt durch Michigan legte der Prototyp eine Strecke von 1.210 Kilometern zurück.

Ende Dezember 2021 absolvierte der Prototyp einen Test in Michigan. Ohne Aufladen schaffte der Tesla eine Distanz von 752 Meilen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 Meilen pro Stunde. Umgerechnet entspricht das einer zurücklegten Strecke von etwa 1.210 Kilometern und einem durchschnittlichen Tempo von rund 89 km/h. Die Amerikaner aus der Autostadt Detroit testeten den Prototyp bei kühlen Temperaturen. Daraus resultiert bei E-Autos eine geringere Reichweite. Auf einem Prüfstandtest kurz darauf schaffte der neu bestückte Tesla bei durchschnittlich ebenfalls 55 mph sogar eine Distanz von 882 Meilen ohne Ladung. Das entspricht ungefähr 1.419 Kilometern.

Serienfertigung ab Ende 2023

Aktuell leiden laut Ijaz auch die Fahrzeuge mit der größten Reichweite unter einschränkenden Faktoren. Dazu zählen unter anderem hohe Geschwindigkeiten, extremes Wetter, bergiges Gelände oder das Ziehen von Anhängern. Das kann im Vergleich zur Nennreichweite zu einem Verlust von bis zu 35 Prozent führen. Bis Ende des Jahres 2023 will das Start-up die Produktion in Nordamerika beginnen. Die dort hergestellten Batterien sollen eine ähnliche Reichweite wie die Gemini 001 ermöglichen.

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Ist die Reichweite bei Elektroautos wirklich so wichtig?
Nein. Erstens geht Laden immer schneller und zweitens sollte man für lange Fahrten andere Verkehrsmittel nutzen.
Ja! Ein Auto hat man, um spontan irgendwo hin fahren zu können und nicht jeder kann sich mehrere Autos für verschiedene Zwecke leisten.

Fazit

Zu wenig Reichweite: Seitdem es Elektrofahrzeuge gibt, tragen Kritiker dieses Argument vor, wenn es um die Antriebsphilosophie geht. Doch Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern bei E-Autos rücken näher und dürften der Sargnagel für dieses Totschlagargument sein. Erst recht, wenn dank neuer Zellchemie auch das Problem der hohen Menge und fragwürdigen Beschaffung der benötigten Rohstoffe gemildert oder gar gelöst werden kann.

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