Seat Minimo in Barcelona

Elektrische Auto-Motorrad-Mixtur für die Stadt

02/2019, Seat Minimo Micro Mobility Concept Car Foto: Seat

Seat nutzt den Mobile World Congress vor der Haustür in Barcelona, um die Studie eines künftigen City-Vehikels vorzustellen. Der Minimo erinnert an den Renault Twizy und überrascht mit praktischen Details – darunter eine Wechselbatterie.

Es braucht heutzutage nicht mehr unbedingt Automessen, um die Zukunft der Mobilität zu illustrieren. Seat exerziert das mit seiner neuesten Konzeptstudie vor. Der Minimo debütiert nicht etwa in gut einer Woche auf dem Genfer Autosalon, sondern auf dem Mobile World Congress. Dem großen europäischen Stelldichein für alles, was mit Mobilfunk, mobilem Internet, Datensicherheit und allem, was auch nur entfernt dazugehört, zu tun hat. So ein komplett online vernetztes „Micro Mobility Concept Car“ ist schließlich auch nur ein mobiles Endgerät.

Ein Zweirad, nur eben mit vier Rädern

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Seat definiert den Minimo als Quadricycle – als eine Art Zweirad, nur eben, nun ja, mit vier Rädern. Er soll das Beste auf der Autowelt mit dem Besten aus der Motorradwelt vereinen und so für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sein: Seien es strengere Abgasvorschriften für die Innenstädte oder auch, die Staugefahr zu verringern oder Parkraum freizumachen.

Ersteres garantiert der vollelektrische Antriebsstrang, dessen Herzstück und Clou die in einem zugänglichen Rahmen im Wagenboden integrierte Batterie ist. Sie ermöglicht mit einer Ladung eine Reichweite von 100 Kilometern, was für ein Stadtauto allemal genug sein dürfte. Hinzu kommt: Sie muss nicht langwierig aufgeladen werden, sondern kann problemlos innerhalb von Sekunden gegen einen vollen Akku getauscht werden, sobald Bedarf besteht.

Wie ein Twizy, aber mit geschlossenen Seiten

02/2019, Seat Minimo Micro Mobility Concept Car Foto: Seat
Das Heckdesign ist von der Luftfahrt-Technik inspiriert, sagt Seat.

Auf die beiden anderen Herausforderungen zielen die Dimensionen ab. Der Minimo ist 2,50 Meter lang und 1,24 Meter breit. Mit seiner Machart, den freistehenden 17-Zoll-Rädern und den beiden hintereinander positionierten Insassen erinnert er an den Renault Twizy. Die Single-Leuchte vorne greift das Motorrad-Thema auf, während sich die Heckansicht eher vom Flugzeugbau inspiriert zeigt.

Vorteil Seat: Seine Seiten sind geschlossen, was ihn komfortabler und tauglicher für Schlechtwetter machen dürfte. Hinzu kommen einige praktische Details. Zum einen die erhöhte Sitzposition (Seat nennt sie „SUV-like“), zum anderen die asymmetrischen Türen, die sich beim Öffnen wie bei einem Koenigsegg nach vorne wegdrehen. Die linke ist schmaler, um sie auch in engen Lücken öffnen zu können. Die rechte ist breiter, für einen besseren Ein- und Aussteigekomfort. Die großen Glasflächen erhellen den Innenraum und geben fast schon einen 360-Grad-Rundumblick frei.

Die Internet-Technologie kommt von Google

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In einer Hinsicht ist der Minimo allerdings ein Entweder-oder-Auto. Entweder, man fährt zu weit, oder man nimmt Gepäck mit. Beides zusammen ist schwierig. Beim Thema Internet ist Google an Bord: Die kabellose Android-Auto-Technologie ist ebenso installiert wie der Sprachassistent des amerikanischen Tech-Giganten. Autoschlüssel und Display sind natürlich digital ausgeführt; Letzteres dient als Schnittstelle zum eigenen Smartphone.

An Fahrspaß soll es übrigens nicht mangeln, nicht zuletzt dank einiger Leichtbau-Materialien. Aber auch autonomes Fahren auf Level 4 soll möglich sein. Laut Seat ist er damit für Sharing-Anwendungen ebenso geeignet wie für privaten Besitz. Und das bei um bis zu 50 Prozent geringeren Unterhaltskosten, was auch der austauschbaren Batterie zu verdanken sein soll.

So ganz kann sich der Seat Minimo der traditionellen Autowelt allerdings nicht verwehren. Direkt nach dem Debüt in Barcelona geht es für ihn nämlich direkt zum Genfer Autosalon. Da kann er sich dann einige Weltpremieren seiner klassisch gestrickten Autokollegen ansehen. Er dürfte sie für seine Urahnen halten.

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Fazit

Sind Micro-Mobility-Vehikel wie der Minimo tatsächlich die Zukunft, wie Seat vollmundig verspricht? Das kann nur die Zukunft selbst zeigen. Einige interessante Ansätze stecken auf jeden Fall in ihm. Damit ist weniger das Twizy-hafte gemeint, das nur wieder zeigt, das Renault mit seinem Zweisitzer seiner Zeit weit voraus gewesen sein könnte. Es sind eher Details wie die austauschbare Batterie, die aufhorchen lassen. Sollte die Studie je in Serie kommen und dieses Feature überleben, könnte dem Minimo tatsächlich die Zukunft gehören.

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