Moderne Wandler-Automatikgetriebe arbeiten extrem effizient und wechseln die Gänge schneller, als es ein Fahrer in Handarbeit schaffen kann. Eigentlich reicht es den Wählhebel auf D zu stellen und den Automaten einfach machen zu lassen. Dann gibt es aber noch die Autofahrer-Naturen, die es partout nicht lassen können oder wollen, dem Getriebe ins Handwerk zu pfuschen.
Getriebesteuerung schützt Hardware
Für die, die selbst ins Schaltgeschehen eingreifen möchten, haben auf breiter Front Schaltpaddel am Lenkrad Einzug gehalten. Ein kurzer Zug oder Druck und schon flippt die nächste Fahrstufe rein – zumindest, wenn es die Getriebesteuerung für plausibel hält, im geforderten Moment auf den Fahrerbefehl zu reagieren. Bei zu hohen oder zu niedrigen Drehzahlen wird so ein Fahrerwunsch einfach ignoriert. Für die Elektronik hat der Schutz der Hardware (gegen überdrehen oder auch abwürgen) Vorrang. Verständlich, aber dem Fahrer bleibt im selben Moment nur der Frust, dass seinem Wunsch nicht entsprochen wurde.
Toyota will die Grenzen weiter ausloten
Genau hier setzt das neue Toyota-Patent, das unter der Nummer US-2026/0226980 A1 in den USA eingetragen und jetzt veröffentlicht wurde, an. Die Getriebesteuerung soll so justiert werden, dass den Schaltwünschen des Fahrers mehr Freiraum eingeräumt wird. Will der herunterschalten, obwohl die Motordrehzahl noch sehr hoch ist, verweigert die Steuerung zwar immer noch den direkten Befehl, merkt ihn sich aber, um ihn unmittelbar dann auszuführen, wenn es die Technik zulässt. Toyota agiert hier nicht mit Verzögerungen im Sekundenbereich, sondern eher im Bereich von Sekundenbruchteilen. Dabei soll die Steuerung auch extrem hohe Drehzahlen bis an oder gar in den roten Bereich hinein zulassen, sofern ein unmittelbarer Schaden ausgeschlossen werden kann.
Gleiches gilt für den Wunsch nach untertouriger Fortbewegung. Solange es die Hardware mitmacht, darf auch mit niedriger Drehzahl im großen Gang gecruist werden. Ein zusätzlicher Schalter erlaubt zudem alle automatischen Schaltvorgänge des Getriebes zu unterbinden – so hätte der Fahrer immer die volle Schalthoheit, müsste aber auch immer die volle Verantwortung tragen.
Mehr Fahrspaß könnte sein
Damit der daraus resultierende Fahrspaß auch wirklich beim Fahrer ankommt, bedarf es allerdings einer peniblen Abstimmung der Grenzwerte, denn auch Fahrspaßliebhaber dürften wenig Freude an einem geschädigten Motor haben.












