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Stroll steigt mit 200 Millionen Pfund ein

Während die Briten mit Plänen für extrem viele neue Modelle quasi im Drehzahlbegrenzer laufen, rutscht der Sportwagenhersteller finanziell in tiefrote Zahlen. Jetzt steigt Milliardär Lance Stroll mit 200 Millionen Pfund als Großinvestor ein.

Bereits Anfang Dezember 2019 gab es erste Medienberichte darüber, dass der kanadische Milliardär Lawrence Stroll – er besitzt laut Forbes Magazin ein Netto-Vermögen von rund 2.3 Milliarden Euro – beim Sportwagenhersteller Aston Martin groß einsteigen möchte. Jetzt berichten britische Medien, Stroll investiert als neuer Großinvestor 200 Millionen Pfund ( rund 237 Millionen Euro) in den Autobauer und übernimmt damit rund 20 Prozent der Anteile. Zudem wird Stroll neuer Aufsichtsratschef. Andy Palmer soll weiter Vorstandsboss bei Aston Martin bleiben. Stroll verdient sein Geld mit einem Modeimperium, zu dem unter anderem die Marken Pierre Cardin, Ralph Lauren und Tommy Hilfiger gehören, und ist Vater von Lance Stroll, der in der Formel 1 für Racing Point fährt. Mit dem Einstieg von Stroll bei Aston Martin wird auch aus dem Formel 1-Rennstall Racing Point, den Stroll besitzt, das Aston Martin-Werksteam. Um noch mehr Kapital einzusammeln will Aston Martin weitere Aktien im Wert von 500 Millionen Pfund ausgeben.

Bereits Mitte Dezember 2019 bestätigen die Briten Gespräche mit potenziellen Investoren aus China, Indien und dem Mittleren Osten sowie eben Lawrence Stroll. Die Financial Times berichtete im Januar 2020 unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass Geely zu den potenziellen Investoren zählen soll. Geely hält bereits rund zehn Prozent der Anteile an Daimler, die wiederum als Motoren- und Elektronik-Lieferant mit Aston Martin verbandelt sind. Etwa 36 Prozent der Aston Martin-Aktien werden derzeit frei gehandelt, den Rest kontrollieren Finanzinvestoren. Rund 5 Prozent liegen beim Daimler-Konzern.

Aston Martin mit großen Plänen

Was haben die Briten in jüngster Vergangenheit nicht alles an Zukunftsvisionen rausgehauen. Mit dem Valkyrie, der zusammen mit Formel 1-Starentwickler Adrian Newey erdacht wurde, will man den Superportwagen ganz oben aufmischen. Mit dem Valhalla soll ab 2021 ein rund eine Millionen Euro teurer und 1.000 PS starker Mittelmotorsportwagen kommen und auch der neue Vanquish soll auf das Mittelmotorkonzept setzen. Mit dem DBX wollen die Briten ins lukrative SUV-Geschäft einsteigen. Ergänzend wird unter dem Label Lagonda eine rein elektrisch angetriebene Crossover-Limousine entwickelt, die ebenfalls 2021 in Serie gehen und später um einen SUV ergänzt werden soll.

Aston Martin Vanquish Vision Concept
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Riesen Verluste zum Halbjahr 2019

Und dann mussten die Briten die Zahlen zum ersten Halbjahr 2019 präsentieren. Verheerende Zahlen, tiefrote Zahlen. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 407 Millionen Pfund zurück, obwohl die Zahl der verkauften Fahrzeuge um sechs Prozent auf 2.442 Stück gestiegen war. Der Verlust wuchs auf 63 Millionen Pfund (69 Millionen Euro) an. Im Vorjahreszeitraum hatte Aston Martin noch einen Gewinn von rund zwölf Millionen Pfund erzielt. In Folge brach der Börsenkurs, der in der Vorwoche nach einer Gewinnwarnung schon um gut 40 Prozent eingebrochen war, um weitere 20 Prozent ein. Seit dem Börsengang von Aston Martin im Oktober 2018 hat die Aktie damit insgesamt rund 76 Prozent verloren. Zudem sind auch die möglichen Auswirkungen eines harten Brexit für den Sportwagenbauer noch nicht absehbar.

Vanquish-Tool-Deal geplatzt

Aston Martin Vanquish S
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Abschreiben müssen die Briten auch rund 20 Millionen Pfund (rund 22 Millionen Euro) aus dem geplatzten Verkauf der Designs und Produktionsanlagen des alten Aston Martin Vanquish. Wie die Automotive News Europe berichtet, kam der Deal mit dem chinesischen Elektroautobauer Detroit Electric nicht zustande. Das Paket umfasst alle Patente zum Design, die Produktionsanlagen sowie eine technischen Support durch Aston Martin für 18 Monate. Der alte Aston Martin Vanquish war ein Hochleistungs-Coupé mit V12-Motor und Karbon-Karosserie, das 2018 durch den DBS Superleggera ersetzt wurde. Detroit Electric fertigt auf Basis von Lotus Elise-Chassis Elektroautos.

Fazit

Aston Martin hat große Pläne, viele Modell-Ideen, einen traditionsreichen Namen – aber kein Geld. Die aktuelle Entwicklung macht die Briten zu einem potenziellen Übernahmekandidaten.

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