Ford Transit Connect 2018 Ford

Ford-Schummeltransporter: Milliarden-Strafe droht

Ford-Schummeltransporter In den USA droht Milliarden-Strafe

In einem langjährigen Streit um Einfuhrzölle auf Ford Transit Connect-Fahrzeuge droht dem US-Autohersteller Ford eine Strafe in Höhe von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar.

Der Streit zwischen dem Autobauer und den US-Zollbehörden dreht sich um den Import von Ford Transit Connect-Modellen in die USA. Ford hatte die in der Türkei gefertigten Fahrzeuge in der Pkw-Version in die USA importiert, dann aber zu Nutzfahrzeugen umgebaut.

Dabei wurde eine nur für den Zoll montierte, billige Rückbank sofort nach dem Import demontiert und die Modelle dann als Transporter mit zwei Sitzplätzen vermarktet. Ford unterstreicht, dass die verbaute Rücksitzbank und die entsprechende Sicherheitsgurtanlage allen bundesstaatlichen Vorgaben entsprochen habe und die Autos damit als Pkw angesehen werden müssten. Die Zoll-Ermittler halten dagegen: Die Rückbanke waren billigst gemacht und korrespondierten in keiner Weise mit der weiteren Fahrzeugausstattung.

Ford sagt Pkw, Zoll sagt Nutzfahrzeug

Die US-Zollbehörde CBP sieht darin einen Steuerbetrug. Ford habe auf die Autos nur den Einfuhrzoll für Pkw in Höhe von 2,5 Prozent entrichtet. Da die Transit-Modelle dann aber als Nutzfahrzeug verkauft wurden, fallen diese auch unter den Einfuhrzoll für Nutzfahrzeuge. Der liegt allerdings bei 25 Prozent.

Ford hatte im Vorjahr, nachdem der Oberste Gerichtshof eine Berufung angelehnt hatte, höhere Zölle plus entsprechende Zinsen für frühe Importmodelle nachgezahlt. Der US-Zoll- und Grenzschutz (CBP) fordert nun aber zusätzliche Zölle in Höhe von 181 Millionen US-Dollar und erwägt eine zusätzliche Geldstrafe, die zwischen rund 650 Millionen und 1,3 Milliarden Dollar liegen könnte. Der Autobauer hat bereits angekündigt, sich gegen die Forderungen zur Wehr zu setzen.

Das ist die Chicken Tax

Der 25-Prozent-Einfuhrzoll, auch Chicken Tax genannt, geht auf einen Handelsstreit um nach Europa exportierte Tiefkühl-Hähnchen aus den 1960er Jahren zurück. Die alte Welt schützte sich vor dem Billig-Geflügel aus den USA mit hohen Importzöllen. Die USA konterte mit hohen Zöllen auf importierte leichte Nutzfahrzeuge, um so den lukrativen Pickup-Markt abzuschotten. Diese Chicken Tax gilt noch heute. Entsprechend bieten viele Hersteller ihre Modelle nicht auf dem US-Markt an oder lassen diese erst in den USA aus angelieferten Bausätzen aufbauen. Andere setzen mittlerweile auf eine komplette Produktion in den USA, um die Chicken Tax zu umgehen.

Fazit

Um die umstrittene Chicken Tax zu umgehen, hat Ford jahrelang Kleintransporter als Pkw in die USA eingeführt und dann als Nutzfahrzeug vermarktet. Jetzt fordert der Staat Zölle nach und droht mit empfindlichen Strafen.

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