Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) hat ausgewertet, in welchen Automodellen in den USA besonders häufig Menschen sterben. Beim Risiko für die eigenen Fahrer führt der Kia Rio mit 170 Toten je eine Million Fahrzeugjahre (ein Fahrzeugjahr entspricht einem Auto, das ein Jahr zugelassen unterwegs war), dicht gefolgt vom Nissan Versa mit 164. Bei den "Fremdtoten" – also getöteten Fahrern in anderen Autos – steht der Ram 3500 Crew Cab Long Bed 4WD mit 204 an der Spitze.
Die aktuellen Werte decken Unfälle von 2021 bis 2024 ab und repräsentieren vor allem das Modelljahr 2023 sowie technisch weitgehend identische Vorgänger. IIHS korrigiert die Raten nach Alter und Geschlecht, lässt aber Faktoren wie gefahrene Kilometer, typisches Tempo und Fahrstil außen vor.
Kleinwagen zahlen den Preis – Rio und Versa führen
Bei den Fahrertoten dominieren kleine, günstige Autos und einige große Limousinen mit kräftigen Motoren. Der Kia Rio führt die Liste mit 170 Fahrertoten pro Million Zulassungsjahre an, direkt dahinter folgt der Nissan Versa (164). Das IIHS erklärt das Ergebnis: Selbst gut konstruierte Kleinwagen verlieren bei Unfällen im Verkehr häufig gegen große Pick-ups und schwere SUVs.
Insurance Institute for Highway Safety (IIHS)Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) ist eine von Automobilversicherern finanzierte US-amerikanische Non-Profit-Organisation. Das Hauptziel des 1959 gegründeten Instituts ist es, die Zahl von Verkehrsunfällen sowie Verletzungen und Sachschäden durch wissenschaftliche Forschung und Crashtests zu reduzieren. Bekannt ist das IIHS für seine strengen Sicherheitsprüfungen, die oft weit über gesetzliche Mindeststandards hinausgehen.
Schwere Pick-ups treffen vor allem andere
Bei den getöteten Fahrern in anderen Autos steht als Verursacher der Ram 3500 Crew Cab Long Bed 4WD mit 204 Toten pro Million Zulassungsjahre an der Spitze. In den Top 20 dominieren große und sehr große Pick-ups, oft als Heavy-Duty-Varianten – Masse und die damit verbundene Crashenergie, sowie die Bauhöhe wirken hier direkt gegen die Unfallgegner.
Die Doppelrolle: Charger, Camaro, Malibu
Es gibt sogar Modelle, die in beiden Negativwertungen auftauchen: Sie gefährden ihre eigenen Fahrer überdurchschnittlich und fallen zugleich bei tödlichen Unfällen für andere auf. Das IIHS nennt hier unter anderem den Chevrolet Camaro, den Chevrolet Malibu sowie die 2WD-Versionen des Dodge Charger und Dodge Charger HEMI. Genau diese Doppelrolle passt zur IIHS-Deutung: Leistung plus, möglicherweise, ein Käufer- und Fahrerprofil, das riskanter fährt, kann die Statistik in beiden Kategorien nach oben treiben.

Schwer, kräftig und oft auf einem unnachgiebigen Leiterrahmen basierend: Große Pick-ups sind nach einer Auswertung eines US-Sicherheits-Instituts für andere Verkehrsteilnehmer in den USA am gefährlichsten (im Bild ein Ram 2500 Rebel Modelljahr 2023).
Kein Elektroauto unter den Negativ-Spitzenreitern
In den Spitzenplätzen der IIHS-Listen taucht kein reines Elektroauto als Modell auf – weder bei den Fahrertoten noch bei den Fremd-Fahrertoten. Das beweist nicht automatisch einen Sicherheitsvorteil von E-Autos, aber es setzt einen Kontrapunkt zu der pauschalen Debatte "schwer = gefährlich". Wahrscheinlich spielen hier mehrere Effekte zusammen: jüngere Modellgenerationen verbunden oft mit umfangreichen Serien-Assistenzsystemen.
Bedeutung der IIHS-Zahlen
Crashtests vergleichen Fahrzeuge vor allem innerhalb einer Gewichtsklasse, weil das Test-Setup die Crashenergie stark an die eigene Masse koppelt. Die IIHS-Todesraten erlauben dagegen den Blick über Klassen hinweg – sie zeigen aber immer auch, wie Menschen die Fahrzeuge tatsächlich nutzen. Genau deshalb liefern die Tabellen nicht nur "sichere" und "unsichere" Autos, sondern auch ein Abbild von Verkehrswirklichkeit, Nutzerprofilen und Fahrverhalten.












