Ford, GM und ??? müssen liefern: US-Army sucht Alleskönner-Transporter

Ford, GM und ??? müssen liefern
US-Army sucht Alleskönner-Transporter

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.07.2026
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ISV-H Modelel von GM und Ford
Foto: GM / KI-Generiertes Bild / Wittich

Ford, GM Defense und der Spezialhersteller BC Customs entwickeln derzeit drei unterschiedliche Konzepte für das neue "Infantry Squad Vehicle-Heavy" (ISV-H).

Die Modelle sollen künftig nicht nur Truppen bewegen, sondern auch Laserwaffen, Drohnenabwehrsysteme oder elektronische Kampfführung mit Strom versorgen. Damit verändert sich die Rolle leichter Militärfahrzeuge grundlegend.

Chevrolet gegen Ford und eine komplette Neuentwicklung

Anders als beim bisherigen Infantry Squad Vehicle treten diesmal drei völlig unterschiedliche Fahrzeugkonzepte gegeneinander an.

GM Defense setzt auf einen militarisierten Chevrolet Silverado 3500 HD mit Hybridantrieb. Ford entwickelt seinen Prototyp auf Basis der F-Series Super Duty, dürfte dabei nach bisherigen Informationen auf einen F-350 Super Duty zurückgreifen. BC Customs verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben kein umgebautes Serienfahrzeug, sondern ein vollständig neues Militärfahrzeug.

Damit stehen sich erstmals ein weitgehend seriennaher Chevrolet, ein Ford-Pick-up und eine komplette Eigenentwicklung im direkten Wettbewerb gegenüber.

Offizielle Bilder existieren bisher lediglich vom GM-Fahrzeug. Ford hat zwar bestätigt, die Super-Duty-Baureihe als Basis zu verwenden, technische Details oder Fotos wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht. BC Customs hält sein Fahrzeug vollständig unter Verschluss.

Aus Truppentransportern werden rollende Kraftwerke

Die Anforderungen der US Army zeigen, dass sich die Aufgaben solcher Fahrzeuge deutlich verändern. Gefordert werden unter anderem:

  • sechs Sitzplätze
  • rund 1.814 Kilogramm Nutzlast
  • rund 2.948 Kilogramm Anhängelast
  • drehbare Rücksitze
  • werkzeugloser Umbau zum Verwundetentransport
  • mobile Arbeitsplätze für elektronische Systeme

Das Fahrzeug soll damit sowohl Transportmittel als auch Führungsfahrzeug, Versorgungsplattform und mobiler Arbeitsplatz sein.

Ford F-350 Super Duty ISV-H
KI-generiert

Warum plötzlich 60 kW Leistung entscheidend werden

Die vielleicht wichtigste Anforderung betrifft jedoch nicht Fahrwerk oder Motor, sondern die Stromversorgung. Das ISV-H soll dauerhaft 60 kW Hochvolt-Gleichstrom an externe Verbraucher liefern können. Zusätzlich fordert die US Army weitere Stromkreise mit 28 Volt Gleichstrom sowie 120 Volt Wechselstrom.

Diese Leistung wird benötigt, um moderne militärische Systeme direkt aus dem Fahrzeug zu versorgen. Dazu gehören unter anderem:

  • Systeme zur Drohnenabwehr
  • elektronische Kampfführung
  • leistungsfähige Funk- und Kommunikationssysteme
  • Radar- und Sensorsysteme
  • zukünftige Laserwaffen

Gerade die zunehmende Verbreitung kleiner Drohnen verändert derzeit die Anforderungen an Militärfahrzeuge. Immer mehr Sensoren, Störsender oder Laser benötigen große Mengen elektrischer Energie. Klassische Anhängergeneratoren verursachen dagegen Lärm, Wärme und zusätzlichen logistischen Aufwand.

Autonome Einsätze sollen möglich sein

Neben der Energieversorgung spielt auch die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Die US Army fordert eine sogenannte Drive-by-Wire-Architektur. Dabei werden Lenkung, Bremse und Antrieb elektronisch gesteuert. Diese Technik gilt als Voraussetzung für spätere autonome oder ferngesteuerte Einsätze.

Die ersten Fahrzeuge werden zwar weiterhin mit Fahrer unterwegs sein. Die offene Architektur soll jedoch ermöglichen, spätere Assistenz- oder Autonomiefunktionen ohne grundlegende Änderungen zu integrieren.

Serienentscheidung fällt nach umfangreichen Tests

Die eigentliche Beschaffung beginnt erst nach Abschluss der Entwicklung. Die US Army hat Ford, GM Defense und BC Customs jeweils mit dem Bau von drei Prototypen beauftragt. Insgesamt entstehen damit neun Fahrzeuge, die bis zum 30.3.2027 fertiggestellt und anschließend durch das Army Test and Evaluation Command erprobt werden sollen.

Im Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2027 sind zunächst 34 Fahrzeuge vorgesehen. Langfristig plant die US Army die Beschaffung von 606 ISV-H. Der kalkulierte Stückpreis liegt bei rund 463.000 US-Dollar.

Fazit