Der neue Panzer unterscheidet sich deutlich von bisherigen chinesischen Modellen, aber auch von westlichen und russischen Modellen. Statt möglichst dicker Panzerung setzt China stärker auf Sensoren, elektronische Systeme und aktive Schutztechnik.
Besatzung sitzt komplett in der Wanne
Die auffälligste Änderung betrifft den Turm. Dieser arbeitet unbemannt und wird ferngesteuert. Fahrer, Kommandant und Richtschütze sitzen stattdessen gemeinsam in einem geschützten Bereich im vorderen Teil des Fahrzeugs.
Dadurch soll die Besatzung besser geschützt werden, falls der Turm getroffen wird. Die Munition befindet sich getrennt von der Crew im hinteren Bereich des Turms. Solche Konzepte gibt es auch bei anderen modernen Panzerprojekten wie dem russischen T-14 Armata.
Der neue chinesische Panzer fällt außerdem vergleichsweise kompakt aus. Das Fahrzeug soll je nach Ausstattung rund 35 bis 45 Tonnen wiegen und damit leichter sein als viele westliche Kampfpanzer.
Hybridantrieb ermöglicht lautlose Fahrten
Für Aufmerksamkeit sorgt vor allem der neue Antrieb. Der ZTZ-100 nutzt ein Hybrid-System aus Diesel- und Elektroantrieb mit rund 1.500 PS Leistung. Auf der Straße soll der Panzer bis zu 80 km/h erreichen, im Gelände etwa 50 km/h. Im elektrischen Fahrmodus kann sich das Fahrzeug deutlich leiser bewegen als klassische Kampfpanzer.
Das soll Vorteile bei verdeckten Bewegungen oder Aufklärungseinsätzen bringen. Gleichzeitig sinkt auch die Wärmesignatur des Fahrzeugs. Die Reichweite wird auf bis zu 600 Kilometer geschätzt.
Kameras und Sensoren ersetzen klassische Sichtsysteme
Statt klassischer Periskope und optischer Zielsysteme setzt China beim ZTZ-100 offenbar stark auf Kameras und Sensoren. Mehrere Radarsysteme und Kameras überwachen die Umgebung permanent.
Die Besatzung nutzt dabei spezielle Helmsysteme mit eingeblendeten Informationen. Zielmarkierungen, Fahrzeugdaten oder Kamerabilder werden direkt ins Sichtfeld eingeblendet. Außerdem soll der Panzer Daten mit Drohnen und anderen Fahrzeugen austauschen können. Ziele könnten dadurch auch bekämpft werden, ohne dass sie direkt sichtbar sind.
Schutz gegen Drohnen und Raketen
Auch beim Schutz verfolgt China einen anderen Ansatz als frühere Panzer. Statt nur auf schwere Panzerung zu setzen, nutzt der ZTZ-100 zusätzliche aktive Schutzsysteme.
Diese Systeme sollen anfliegende Raketen, Drohnen oder Panzerabwehrwaffen bereits kurz vor dem Einschlag zerstören. Solche Lösungen gewinnen seit dem Ukraine-Krieg weltweit an Bedeutung. Der eigentliche Panzerschutz bleibt dagegen weitgehend geheim.
Kleinere Kanone mit hoher Geschwindigkeit
Bei der Hauptwaffe nutzt China eine 105-mm-Kanone mit automatischem Ladesystem. Das Kaliber fällt damit kleiner aus als bei den meisten westlichen oder russischen Kampfpanzern. China will das laut Berichten mit besonders schneller Munition ausgleichen. Die Feuerrate soll bei bis zu zwölf Schuss pro Minute liegen.
Zusätzlich besitzt der Panzer ein Maschinengewehr und eine ferngesteuerte Waffenstation auf dem Dach, die offenbar auch gegen Drohnen eingesetzt werden kann.












