Spar-Rekord: Neuer Zweiliter-Turbo aus China macht Hybrid-Autos effizienter

Dongfeng Mach Power 2.0T Motor
Neuer Zweiliter-Turbo aus China für Hybrid-Autos

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.06.2026
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06/2026 Dongfeng 2.0T Hybridmotor
Foto: Dongfeng

Der chinesische Dongfeng-Konzern hat einen neuen Hybridmotor vorgestellt, der vor allem für größere Fahrzeuge und SUV entwickelt wurde. Der als Mach Power 2.0T bezeichnete Vierzylinder erreichte im Labor einer chinesischen Prüforganisation einen maximalen thermischen Wirkungsgrad von 45,5 Prozent. Damit liefert auch Dongfeng nach anderen chinesischen Herstellern einen besonders effizienten Verbrennungsmotor. Nach der Entwicklung von Batterietechnik und Elektroantrieben legen immer mehr chinesische Hersteller einen starken Fokus auf neue Hybridmotor-Konzepte.

Turbo-Hybrid

Anders als klassische Turbobenziner soll der neue Motor nicht in erster Linie maximale Leistung liefern, sondern möglichst häufig in besonders effizienten Last- und Drehzahlbereichen arbeiten. Das ist vor allem bei Hybridfahrzeugen von Bedeutung, bei denen der Verbrennungsmotor häufig als Energielieferant für die Batterie eingesetzt wird. Chinesische Hersteller setzen dabei zunehmend auf Range-Extender-Technik, bei der die Antriebsleistung über Elektromotoren erzeugt wird und der Verbrennermotor nur als Stromgenerator arbeitet.

Mit den angegebenen 45,5 Prozent Wirkungsgrad liegt der neue Zweiliter-Motor an der Spitze moderner Effizienz-Motoren, stellt allerdings keinen Rekord auf. Den beansprucht Chery mit einem Ende 2025 vorgestellten Antrieb, der es auf 48 Prozent thermischen Wirkungsgrad bringt.

Was bedeutet "Thermischer Wirkungsgrad
Der thermische Wirkungsgrad gibt an, wie effizient ein Motor die im Kraftstoff enthaltene Energie in Antriebsleistung umwandelt. Beim Verbrennen von Benzin oder Diesel entsteht Wärme, aus der der Motor Kraft erzeugt – ein großer Teil dieser Energie geht jedoch als Abwärme über Kühler und Abgase verloren. Ein Wirkungsgrad von 40 Prozent bedeutet, dass nur 40 Prozent der im Kraftstoff gespeicherten Energie tatsächlich für den Vortrieb genutzt werden, während 60 Prozent ungenutzt in Form von Wärme entweichen.

Technisch setzt Dongfeng auf mehrere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Herzstück ist ein neues Brennverfahren mit der Bezeichnung MAKC. Dahinter verbirgt sich ein Verbrennungskonzept, das eine besonders schnelle und kontrollierte Flammenausbreitung im Brennraum ermöglichen soll. Außerdem ist der Antrieb als Langhuber ausgelegt, was für ein niedrigeres Drehzahlniveau sorgt.

Hochdruck-Einspritzung

Hinzu kommt eine Benzin-Direkteinspritzung mit einem Druck von 350 bar. Der hohe Einspritzdruck sorgt für eine feinere Kraftstoffzerstäubung und damit für eine gleichmäßigere Gemischbildung. Ergänzt wird das System durch eine nicht näher erklärte leistungsfähige Zündanlage. Eine weitere wichtige Rolle spielt die gekühlte Niederdruck-Abgasrückführung. Dabei wird ein Teil der Abgase nach der Kühlung erneut dem Ansaugsystem zugeführt. Die Verbrennungstemperaturen sinken, was die Klopfneigung trotz hoher Verdichtung reduzieren soll. Dongfeng spricht von Verbrauchsvorteilen zwischen drei und zehn Prozent durch dieses System.

Auch die innere Reibung stand im Fokus der Entwicklung. Eine elektronisch geregelte Ölpumpe mit variablem Fördervolumen reduziert den Leistungsbedarf für die Schmierung. Außerdem erhalten bewegliche Motorkomponenten spezielle DLC-Beschichtungen. Die Abkürzung steht für "Diamond Like Carbon". Diese extrem harte Kohlenstoffschicht verringert Reibungsverluste und Verschleiß.

Angepasster Ladedruck

Für den Einsatz in größeren Hybridfahrzeugen verfügt der Motor zudem über einen Turbolader mit variabler Turbinengeometrie. Diese Technik ermöglicht eine flexiblere Anpassung des Ladedrucks an unterschiedliche Betriebszustände. Nach Angaben des Herstellers soll dadurch die Leistungsfähigkeit auch bei hoher Last oder in Höhenlagen von bis zu 2.500 Metern erhalten bleiben.

Fazit