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Ab 2025 Kfz-Steuer für Elektroautos: Vorstoß in UK

Vorstoß in Großbritannien Ab 2025 Kfz-Steuer für E-Autos

In Großbritannien müssen Elektroauto-Fahrer ab 2025 Kfz-Steuern entrichten. Der Beschluss gilt für alle Fahrzeuge, die ab 2017 zugelassen wurden.

Großbritanniens Finanzminister Jeremy Hunt will die Halter von Elektroautos in die Steuerpflicht nehmen. Ab 2025 sollen alle, die einen Stromer fahren, der ab 2017 zugelassen wurde, zur Kasse gebeten werden. Begründet wird der Schritt mit einer fairen Verteilung der Steuerlast auf alle Verkehrsteilnehmer. Besonders mit Blick auf die zu erwartenden Zulassungszahlen von Elektroautos bis 2025. Die Behörde prognostiziert bis zu diesem Zeitpunkt einen Anteil von 50 Prozent.

Die britische Automobile Association (AA), das UK-Pendant zum ADAC in Deutschland, befürchtet durch diesen Schritt einen Einbruch in der Nachfrage nach batterieelektrischen Pkw. Andere Organisationen wie etwa die RAC Motoring Group, ein Service-Unternehmen für Autofahrer, widerspricht laut BBC News und sieht die E-Auto-Steuer mit Blick auf die Absatzzahlen unkritisch. RAC-Sprecher Nicolas Lyes hielt fest, dass es nur fair sei, wenn sich auch Elektroauto-Nutzer nach jahrelanger Steuerbefreiung künftig an der Erhaltung und dem Ausbau des Straßennetzes beteiligten.

Gleicher Steuersatz für BEV und Verbrenner

Die BEV-Fahrer sollen aber nicht direkt in vollem Umfang zur Kasse gebeten werden. Wer neu ins Steuersystem rutscht oder einen elektrischen Neuwagen ab 2025 zulässt, zahlt im ersten Jahr zehn Pfund (ca. 11,50 Euro). Danach steigt der Steuersatz auf den Standard-Betrag von 165 Pfund (ca. 191 Euro) per anno, der auch für Verbrenner gilt. Damit bleiben die Kosten insgesamt unterhalb dessen, was die Halter von Verbrennern zahlen müssen. Je nach CO₂-Emission verlangt der UK-Fiskus nämlich einmalige Zulassungs-Gebühren für konventionell angetriebene Fahrzeuge von bis zu 2.365 Pfund (ca. 2.737 Euro). Bei einem aktuellen Porsche 911 wären es beispielsweise 1.420 Pfund (ca 1.643 Euro).

Allerdings kommt auf einen Teil der Elektroauto-Besitzer ein weiterer Kostenpunkt zu. Wer in Großbritannien einen Pkw mit einem Anschaffungswert von mehr als 40.000 Pfund (ca. 46.287 Euro) kauft, wird in den ersten fünf Jahren pro Jahr mit zusätzlichen 355 Pfund (ca. 411 Euro) zur Kasse gebeten. Bislang gilt auch das nur für Verbrenner, ab 2025 dann aber gleichermaßen für entsprechend teure Stromer.

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Dass eine Reform des Steuersystems an den Start gebracht werden musste, war absehbar. Schließlich schiebt Großbritannien Diesel und Benzin ab 2030 den Riegel vor. Ab dann schrumpft naturgemäß der Verbrenner-Anteil, während jener der E-Autos ansteigt. Doch die Instandhaltung von Straßen und Autobahnen ist kostspielig und speist sich eben in der Hauptsache aus den Kfz-Steuereinnahmen. Solange sich der Individualverkehr also anhaltender Popularität erfreut, müssen die Kosten entsprechend verteilt werden.

Dass auch in Deutschland und anderen Ländern ähnliche Schritte eingeleitet werden, ist wahrscheinlich. Aktuell ist die E-Auto-Steuerbefreiung in der Bundesrepublik auf das Jahresende 2030 befristet. Eine Übersicht über die aktuell hierzulande erhältlichen Elektroautos bekommen Sie in unserer Fotoshow oben im Artikel.

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Fazit

Großbritannien erhebt ab 2025 Kfz-Steuern auf Elektroautos. Damit soll langfristig eine faire Verteilung der Steuerlast auf alle Autofahrer gesichert werden. Denn die Gelder dienen zum Ausbau und der Instandhaltung des Straßenverkehrsnetzes, das schließlich auch E-Auto-Fahrer nutzen. Steuerpflichtig sind alle ab 2025 neu zugelassenen E-Autos und jene, die ab 2017 zugelassen wurden. Die Kosten liegen bei zehn Pfund im ersten Jahr und 165 Pfund in jedem weiteren Jahr.

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