Porsche will wohl Ruf kaufen: Nachdem Singer nicht wollte - Deal kurz vor Ziel?

Porsche will wohl Ruf kaufen
Nachdem Singer nicht wollte - Deal kurz vor Ziel?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.08.2026
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Ruf B8 Boxermotor im CTR3
Foto: Ruf Automobile/Seufert

Porsche führt nach Informationen der WirtschaftsWoche Gespräche über die Übernahme von Ruf Automobile kommentiert den Bericht aber nicht; Ruf haben wir um ein Statement gebeten, eine Antwort liegt noch nicht vor.

Warum ausgerechnet Ruf

Ruf liefert längst mehr als Tuning: Das Unternehmen arbeitet als eigenständiger Automobilhersteller mit Zulassung und baut Fahrzeuge in Kleinserie. Porsche könnte darüber besonders exklusive Umbauten, Sonderkarosserien und kundenspezifische Einzelstücke schneller und eigenständiger realisieren, als es eine Großserienstruktur erlaubt.

Noch mehr "Sportwagenschmiede"

Der Bericht ordnet den Schritt in die Strategie von Porsche-Chef Michael Leiters ein. Er will demnach hochpreisige Verbrenner-Modelle mit starker Individualisierung ausbauen und Porsche stärker als Manufakturmarke positionieren. Ruf könnte als Fertigungs- und Entwicklungsbasis für limitierte Serien dienen – inklusive eigener Homologation und eigener Fahrgestell-Nummern, je nach Projekt. Für Porsche würde dies Kapazitäten in der eigenen Produktion freihalten und gleichzeitig neue Spielräume für Heritage- und High-End-Programme öffnen.

Singer wollte wohl nicht

Insider berichten laut WirtschaftsWoche, Porsche habe zunächst auf der anderen Seite des Atlantiks beim kalifornischen Tuner Singer angefragt – aber von Gründer und Eigentümer Rob Dickinson eine Absage kassiert. Erst danach soll sich Leiters Ruf zugewandt haben. Bestätigungen für diesen Teil der Darstellung gibt es nicht.

SingerSinger Vehicle Design ist ein 2009 vom Briten Rob Dickinson in Kalifornien gegründetes Unternehmen. Die Manufaktur hat sich weltweit einen legendären Ruf für das sogenannte "Restomodding" von klassischen Porsche 911 der Baureihe 964 erarbeitet. Dabei restaurieren Spezialisten historische Fahrzeuge von Grund auf, statten sie mit moderner High-Tech-Leistung aus und individualisieren sie extrem luxuriös. Unter dem Motto "Everything is Important" entstehen so in akribischer Handarbeit sündhaft teure Unikate für Sammler.

Gutes Verhältnis zwischen Wolfgang Porsche und Alois Ruf

Der Bericht nennt zudem ein gutes Verhältnis zwischen Porsche-Eigentümer Wolfgang Porsche und Ruf-Chef Alois Ruf. WirtschaftsWoche zufolge kreisen Übernahmegedanken seit Jahren um das Thema; auch Ex-CEO Wendelin Wiedeking soll schon Gespräche geführt haben.

RufDie Ruf Automobile GmbH ist ein 1939 von Alois Ruf sen. im bayerischen Pfaffenhausen gegründetes Familienunternehmen. Im Gegensatz zu reinen Tunern besitzt die Manufaktur seit 1981 den Status eines eigenständigen Automobilherstellers beim Kraftfahrt-Bundesamt. Die Kultmarke ist wegen ihrer extremen Performance-Umbauten weltberühmt – so war der legendäre "Yellowbird" (CTR) von 1987 seinerzeit das schnellste Serienauto der Welt. Heute fertigt Ruf unter der Leitung von Alois Ruf jr. exklusive Kleinserien und nutzt dafür unter anderem eigene Kohlefaser-Monocoques.

Details noch offen

Falls es überhaupt zu einem Zusammenschluss kommt, bleiben viele Details interessant: Plant Porsche eine komplette Übernahme oder eine Beteiligung – Ruf als eigenständige Marke oder eng an Porsche angebunden.

Im Teaserbild zeigen wir einen Ruf-CTR3-Prototyp, der mit einem Achtzylinder-Boxermotor ausgerüstet ist.

Fazit