Tempo 30 in Barcelona Getty Images

Ab 1. März Tempo 30 in Barcelona

Senkung von Unfallzahlen und Unfallschwere als Ziel

Barcelonas Stadtregierung möchte die Unfallzahlen und die Schwere von Unfällen senken. Dafür gilt bald in der gesamten Stadt Tempo 30.

Ab dem 1. März 2020 gilt auf 112 zusätzlichen Straßenkilometern in Barcelona Tempo 30. Dies beschloss jetzt die Stadtregierung. Tempo 30 gilt dann auch auf Straßen mit mehreren Spuren in eine oder beide Richtungen – bereits seit Jahren weist die Stadt immer mehr einspurige Straßen mit einer Tempo-30-Begrenzung aus. Zusätzlich zum Aufstellen von Schildern sorgt ein ganzes Maßnahmenpaket für die Durchsetzung des neuen Tempolimits. Dazu gehören die Installation einer Vielzahl von Radar-Anlagen zur Überwachung der Geschwindigkeit, angepasste Ampelschaltungen, die zudem den Öffentlichen Personen-Nahverkehr bevorzugen, und der Bau von Brems-Schwellen (Berliner-Kissen). Für die Stärkung des Fußgänger-Verkehrs kommen neue Zebrastreifen auf die Straße. Auf 68 Prozent des Straßennetzes von Barcelona sind dann maximal 30 km/h erlaubt. Bis zum Jahr 2022 möchte die Stadtregierung weitere 212 Straßenkilometer mit Tempo 30 begrenzt haben.

Radarkontrolle
CARAVANING
Mit der zusätzlichen Installation von radargesteuerten Kameraanlagen überwachen die Ordnungsbehörden in Barcelona die Tempo-30-Strecken.

Die meisten Unfälle passieren in der Stadt

Als Begründung gibt der Stadtrat die Verringerung von Unfallzahlen und das Abmildern der Schwere von Unfällen an. Viele europäische Städte leiden unter hohen Unfallzahlen – 2018 ereigneten sich in Deutschland 69 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden in Städten, 30 Prozent der im Straßenverkehr Getöteten sind hier zu beklagen. Die Schwere der Unfälle ist allerdings auf deutschen Landstraßen ungleich höher: 24,3 Prozent der Personenschaden-Unfälle passierten hier, aber 57 Prozent der Verkehrsopfer kamen hier ums Leben. Auf deutschen Autobahnen passierten nur 6,7 Prozent der Unfälle mit Personenschaden, 12,9 Prozent der Opfer starben. Auf 1.000 Personenschaden-Unfälle kommen in Deutschland also fünf Verkehrstote in der Stadt, 21 auf Autobahnen und 25 auf Landstraßen.

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ADAC
Neue Zebrastreifen sollen den Fußgänger-Verkehr erleichtern.

Häufiges Fehlverhalten von Fahrern

Die häufigste Unfallursache ist ein Fehlverhalten des Fahrers. Auf Platz eins liegen in Deutschland Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren. Platz zwei nimmt das Nichtbeachten der Vorfahrt ein und Platz drei geht an das Nichteinhalten des Mindest-Sicherheitsabstandes. Dahinter folgt das besonders für die Schwere von Unfällen relevante Fahren mit einer nichtangepassten Geschwindigkeit. Unfallursache Nummer eins ist vor allen Dingen in Städten relevant – eine niedrigere Geschwindigkeit bedeutet mehr Kontrolle und damit im Zweifelsfall auch einen Schutz derjenigen, die den Unfall nicht verursacht haben oder hätten.

Bremsschwelle
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Bremsschwellen sollen Autofahrer vom Rasen auf Tempo-30-Strecken abhalten.

Einzelhandel begrüßt Tempo 30

Der in Barcelona angesiedelte Einzelhandel begrüßt die flächendeckende Einführung von Tempo 30. Die Kaufleute gehen davon aus, dass die Maßnahmen zu einer gesünderen Umwelt führen und hoffen, dass mehr Menschen wieder zu Fuß gehen und somit das Angebot in Ladengeschäften wahrnehmen.

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Fazit

Tempo-30-Strecken gibt es in immer mehr Städten, ganz davon abgesehen, dass zu Stoßzeiten eine Geschwindigkeit in Höhe von 30 km/h kaum zu erreichen ist. Barcelona möchte mit dem flächendeckenden Ausrollen von Tempo 30 vor allen Dingen die Unfallzahlen senken. Dies ist ein sinnvoller Ansatz, schließlich passieren mit großem Abstand die meisten Unfälle in der Stadt. Eine geringere Geschwindigkeit bedeutet mehr Kontrolle im oft unübersichtlichen Stadtverkehr und, sollte es zu einem Unfall kommen, auch eine abgemilderte Unfallschwere.

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