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Tesla Aktie erstmals über 1.000 Dollar

Meldung zu Semi Truck beflügelt Anleger

Die Tesla-Aktie ist erstmals über 1.000 Dollar geklettert. Grund ist Elon Musks Einwort-Bestätigung zu einer Email.

Tesla ist in Sachen Börsenwert bereits seit längerer Zeit der mit Abstand wertvollste Autokonzern. Jetzt hat die Aktie die 1.000-Dollar-Hürde (aktuell umgerechnet zirka 884 Euro) genommen. Grund dafür ist ein einfaches "ja" von Elon Musk: Auf Twitter hat ihn ein Nutzer gefragt, ob er tatsächlich eine Email an die Tesla-Belegschaft geschrieben habe, in der er den Produktionsstart des Semi Trucks ankündige. Auf Musks Bestätigung hin schoss der Kurs der Tesla-Aktie nach oben. Als Hintergrund für einen anscheinend vorgezogenen Produktionsstart vermuten Branchenkenner, dass Konkurrent Nicola ebenfalls bald Serienmodelle seiner Elektro- und Wasserstoff-Lkw präsentieren könnte.

Übertroffene Erwartungen im vierten Quartal

Der Elektroauto-Hersteller übertraf die Erwartungen der Analysten und präsentierte schwarze Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2019. Für das Gesamtjahr sieht die Sache jedoch deutlich möglicherweise negativer aus. Tesla macht für die Zukunft selbstbewusste Ansagen, Analysten empfehlen aber den Verkauf der Aktie.

Ohne den typischen Pathos ging es nicht: "2019 war ein Wendepunkt für Tesla", hieß es gleich zu Beginn einer Präsentation, in der die Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2019 präsentiert wurden. Darin konnte der Elektroauto-Hersteller tatsächlich schwarze Zahlen vorweisen, zumindest für Q4: Der Umsatz stieg im Vergleich zu Q3 von 6,3 auf 7,4 Milliarden Dollar und damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Davon stammen 6,4 Milliarden Dollar aus dem Autogeschäft. Der Rest teilt sich der Firmenpräsentation zufolge auf den Verkauf von Stromspeichern und den Service für die Tesla-Fahrzeuge auf.

Weniger Profit, höhere Produktionszahlen

Der Profit fiel allerdings, und zwar von 143 auf 105 Millionen Dollar. Damit toppte Tesla nur beim Umsatz den Rekordwert aus dem Vorjahr, als in Q4 ein Umsatz von 7,2 Milliarden, in Q3 aber ein Gewinn von 311 Millionen Dollar verbucht werden konnte. Für das Gesamtjahr 2019 bleibt dennoch trotz eines Gesamtumsatzes von etwa 24,5 Milliarden Dollar ein Verlust von 862 Millionen Dollar hängen; die beiden ersten und verlustreichen Quartale liefen schlicht zu schwach.

Tesla Model 3, Exterieur
Tyson Jopson
Das Model 3 treibt Teslas Produktion- und Absatzzahlen nach oben.

Seine Produktion hat Tesla inzwischen allem Anschein nach im Griff. Im vierten Quartal hat Tesla allein knapp 87.000 Model 3 gefertigt und von allen Baureihen insgesamt gut 112.000 Autos ausgeliefert. Die Produktion des neuen elektrischen Kompakt-SUV Model Y lief im kalifornischen Fremont kürzlich bereits an, die Auslieferungen sollen zum Ende des ersten Quartals 2020 starten. Beide Termine liegen vor dem eigentlich geplanten Start; bei Tesla lief es bisher stets andersherum. Das eigentliche Produktionsziel von 500.000 Autos für 2020 (im Vorjahr waren es etwa 365.000) werde man locker übertreffen, auch weil die Produktion im neuen Werk in Shanghai sehr gut angelaufen sein.

Die Absatzzahlen steigen, aber die Marge schrumpft

Um die guten Absatzzahlen einzuordnen, muss jedoch eine politische Komponente berücksichtigt werden. Die US-Regierung fuhr für 2020 die Elektroauto-Förderung stark zurück. Viele Tesla-Kunden dürften ihren Autokauf also vorgezogen haben, um noch von der Prämie zu profitieren. Und die Produktionszahlen liefern weitere Schattenseiten. Die Fertigung der Oberklasse-Modelle Model S und X schrumpft kontinuierlich, seit das kompaktere und günstigere Model 3 auf dem Markt ist. Das drückt auf die Marge, die im Vergleich zum Vorjahresquartal von 5,7 auf 4,9 Prozent gefallen ist.

Dennoch nutzte Elon Musk die Präsentation, um selbstbewusste Ankündigungen zu machen. Nicht nur der Umsatz soll verlässlich steigen, sondern Tesla will nicht nur vereinzelt, sondern künftig in jedem Quartal Gewinne erzielen. "Es sei denn, wir führen neue Produkte ein", schränkt Musk allerdings ein. Tesla sieht sich jetzt an dem Punkt, in dem sich das Unternehmen von selbst trage. Das sahen auch die Anleger so, denn im nachbörslichen Handel machte seinerzeit die Tesla-Aktie direkt einen Sprung um elf Prozent auf über 600 Dollar pro Stück. Das Unternehmen ist damit jetzt 105 Milliarden Dollar wert – und damit mehr als VW.

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Fazit

Tesla legte zwar schwarze Zahlen vor und übertraf die Erwartungen der Analysten. Aber das Unternehmen hat weiterhin mit Problemen zu kämpfen. Nur wenn Produktion und Absatz weiter kontinuierlich wachsen, dürfte Musks Ziel, von nun an in jedem Quartal schwarze Zahlen zu präsentieren, tatsächlich erreicht werden. Dafür ist allerdings wichtig, den Rückgang der Rendite zu stoppen.

Allerdings reichen schon kleine positive Äußerungen von Tesla-Chef Elon Musk, um den nervösen Börsen Mut zu machen: Seine Ankündigung, zügig mit der Produktion des natürlich rein elektrischen Semi Trucks zu beginnen, hat jetzt den Tesla-Aktienkurs erstmals über die 1.000-Dollar-Schwelle gebracht.

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