Mit Wirkung zum 8. Juli 2026 erhebt die EU Antidumpingzölle auf neue Luftreifen für Pkw, Busse und leichte Nutzfahrzeuge. Die am 6. Juli im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Durchführungsverordnung (EU) 2026/1540 beendet eine umfassende Untersuchung der EU-Kommission zu Wettbewerbsverzerrungen.
Die Höhe der Zölle unterscheidet sich je nach Hersteller. Unternehmen, die im Rahmen der Untersuchung mit der EU-Kommission kooperierten, zahlen einen Zollsatz von 24,4 Prozent. Hierzu zählen bekannte Hersteller wie Zodo Tire. Für die chinesischen Werke der Hankook-Gruppe gilt ein reduzierter Satz von 7,4 Prozent.
Alle übrigen Reifenproduzenten aus China sowie die explizit genannte Shandong Yongsheng Rubber Group Co., Ltd. belegt die EU mit dem Höchstsatz von 45,3 Prozent. Für Importeure und Händler ist daher ein genauer Nachweis des Herstellers entscheidend. Ohne diesen greift automatisch der höchste Zollsatz.
Schutz für das Niedrigpreissegment
Die EU-Kommission reagiert mit den Zöllen auf eine Beschwerde der Coalition Against Unfair Tyre Imports – ein Zusammenschluss von Reifenherstellern in der EU. Dieser vertritt die Interessen der europäischen Reifenindustrie. Der Vorwurf lautet, dass chinesische Anbieter ihre Produkte zu Preisen unterhalb der Herstellungskosten auf den europäischen Markt bringen und so den Wettbewerb verzerren.
Nach Angaben der Koalition betreffen über 90 Prozent der chinesischen Importe das sogenannte Tier-3-Segment, also den Markt für besonders günstige Budget-Reifen. Genau hier sieht die Kommission die größten wirtschaftlichen Nachteile für die heimische Industrie.
Folgen für Handel und Verbraucher
Für Reifenhändler und Importeure bedeutet die neue Regelung einen erhöhten Aufwand bei der Kalkulation und Dokumentation. Preisaufschläge zwischen 24 und 45 Prozent lassen sich im Niedrigpreissegment kaum vollständig vom Handel absorbieren. Daher ist eine Weitergabe der Kosten an die Endkunden wahrscheinlich. Autofahrer, die bisher auf sehr günstige Reifen aus chinesischer Produktion setzten, sollten mit steigenden Preisen rechnen.












