Neuer Skoda Scala (2019)

Rapid-Nachfolger mit Kompaktklasse-Ambitionen

Skoda Scala (2018) Skoda Scala (2018) Skoda Scala (2018) Skoda Scala (2018) 22 Bilder

Skoda schickt den Rapid in den Ruhestand. Der Nachfolger Skoda Scala kommt Anfang 2019 auf den Markt und soll vieles besser machen als sein Vorgänger.

Nur sechs Jahre Laufzeit gönnt Skoda dem Rapid Spaceback. Der Kleine kam etwa ein Jahr nach der Fließheckversion auf den Markt und war oberhalb des Fabia positioniert. Das gelang nur mäßig gut, weil der Rapid zwar mehr Platz bietet als ein Fabia, aber nicht komfortabler ist. Das soll nicht mehr passieren, der Scala soll mit hochwertigerem Innenraum, aufwendigerer Hinterachse und besserer Dämmung auch beim Komfort Richtung Kompaktklasse rücken. Weil der Scala – wie auch Audi A1 und VW Polo – auf dem MQB A0 basiert, gibt es außerdem ein zeitgemäßes Angebot an Assistenz und Infotainment .Die Motoren leisten zwischen 95 und 150 PS, auch das ist mehr als bisher. Da war bei 110 PS Schluss. Zu welchen Preisen der Scala im Frühjahr 2019 auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Zur Orientierung: Der Rapid fing bei 16.450 Euro an. Der Fabia liegt mit dem gleichen 95-PS-Benziner bei 14.890 und der Octavia kostet mit 115 PS 19.860 Euro. Dazwischen wird sich vermutlich der Scala einsortieren.

Karosserie und Innenraum

Skoda Scala (2018) Foto: Skoda
Der Knieraum im Scala reiche fast an den Octavia heran, sagt Skoda.

Im Vergleich zum Rapid wächst der Scala in alle Richtungen: sechs Zentimeter mehr Länge, acht Zentimeter mehr Breite und ein Zentimeter mehr Höhe ergeben Maße, die deutlich aus der Kleinwagenklasse herausragen. Unter den Kompakten ist der neue Skoda mit 4,36 Meter Länge einer der, tja, kompakteren Vertreter. Der Radstand von 2,65 Meter wäre sogar noch in der Mittelklasse angemessen. Den cW-Wert gibt Skoda mit 0,29 an. Geschäumte Oberflächen, ein freistehender Monitor und eine optionale Ambientebeleuchtung sollen den Innenraum edler wirken lassen. Der Knieraum reiche fast bis an den Octavia heran, erklärt Skoda. Das Kofferraumvolumen von 467 bis 1.410 Litern entspricht fast den Angaben für eng geschnittene Mittelklasse-Kombis – ein wenig Raumwundern gehört eben zu den Kernwerten der Marke. Die Heckklappe bewegt sich gegen Aufpreis mit Hilfe eines Elektromotors, auch die optionale schwenkbare Anhängerkupplung entriegelt auf Tastendruck.

Assistenz und Infotainment

Skoda Scala Innenraum Foto: Skoda
Erste Bilder vom Innenraum des neuen Skoda Scala. Gut zu erkennen, der hervorstehende Armaturenträger mit dem freistehenden Bildschirm.

Der Konzern-Baukasten MQB A0 enthält einiges an Assistenz und Infotainment, das auch der Scala bekommt. Serienmäßig erkennt der Kompakte Kollisionen, warnt und bremst zur Not. Ist es passiert, bremst die serienmäßige Multikollisionsbremse das Auto ab. Vor dem Verlassen der Fahrspur warnt ein Assistent. Weitere Systeme kosten Aufpreis: Der Abstandstempomat, der mit Radar bis 210 km/h Geschwindigkeit und Abstand hält, ein Toter-Winkel-Warner, der herannahende Fahrzeuge in bis zu 70 Meter Entfernung erkennt, oder der proaktive Insassenschutz, der bei einem drohenden Unfall die Gurte strafft und die Fenster schließt. Beim Parken unterstützen gegen Aufpreis Parklenkassistent und Rückfahrkamera.

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LED-Scheinwerfer und Wischblinker

Gegen Aufpreis bietet Skoda Voll-LED-Scheinwerfer an, die Voll-LED-Rückleuchten zeigen Richtungswechsel mit dynamischen Blinklicht an, das von innen nach außen aufleuchtet. Das Fernlicht schaltet optionale ein Assistent ein und aus.

Serienmäßig hat der Scala das Radio Swing und einen 6,5-Zoll-Bildschirm auf der Instrumententafel. Die nächste Stufe mit dem Namen Bolero enthält ein 8-Zoll-Display. Das Topmodell hat 9,2 Zoll Diagonale. Smartphones und Tablets laden mit USB-C-Anschlüssen in der Mittelkonsole und unterhalb der hinteren Lüftungsdüsen. Mit einer eSIM ist der Scala online, kann einen automatischen Notruf absetzen, Kontakt zur Werkstatt halten und zum Beispiel „over the air“ neue Navigationsdaten oder Apps einspielen.

Skoda Scala (2019)
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Motoren von 95 bis 150 PS

Fünf Motoren bietet Skoda für den Scala an. Ab dem Marktstart im Frühjahr 2019 sind drei Benziner und ein Diesel verfügbar. Die Benzinmotoren sind von Konzernmodellen wie A1 oder Golf bekannt. Den Einliter-Dreizylinder gibt es mit 95 und 115 PS. Topmodell ist der 1.5 TSI mit 150 PS und Zylinderabschaltung. Der 1.6 TDI kommt auf 115 PS und das gleiche Drehmoment wie der 1.5 TSI: 250 Nm. Der Basisbenziner hat ein Schaltgetriebe mit fünf Gängen, alle anderen sechs. Die Motoren mit 115 und 150 PS können gegen Aufpreis mit einem 7-Gang-DSG, also einer Automatik, kombiniert werden. Im Lauf des Jahres folgt ein Erdgasantrieb, der aus dem Einliter-Dreizylinder 90 PS holt und ebenfalls ein Sechsgang-Schaltgetriebe hat. Der Diesel hat einen SCR-Katalysator mit Adblue-Einspritzung. Die Benziner reinigen ihr Abgas mit einem Ottopartikelfilter. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d Temp.

Designstudie Vision RS weckte Lust auf die Serie

Skoda Vision RS Concept Studie 2018 Foto: Skoda
Die Studie Vision RS gibt einen ersten Ausblick auf den Rapid-Nachfolger.

Die 4,36 Meter lange Studie Vision RS, die in Paris ihre Weltpremiere hatte, trägt etwas sportlichere Proportionen als die Serienversion. Flache, fast schon pfeilartige Scheinwerfer, großvolumige Lufteinlässe in der Front mit dem typischen Skoda-Markengesicht sowie ein Heck mit Diffusor und aerodynamisch optimierten Dachspoiler lassen die Studie passend zum „RS“ im Namen sehr sportlich wirken. Kein Wunder, denn die Studie soll auch zeigen, wie sich die Designsprache der RS-Modelle weiterentwickeln wird.

Skoda Vision RS
Ausblick auf neue Kompaktklasse

In der Seitenansicht fallen sofort die sportlicher wirkenden Sicken auf und wie satt der Kompakte auf der Straße steht. Die Silhouette erinnert jetzt viel mehr an den konzernverwandten Seat Leon. Der Kühlergrill hebt sich mit seinem Mattschwarz auffällig von der weißen Außenhaut des Scala ab und wird durch einen Carbonrahmen eingefasst. Die flachen Tagfahrlichter lassen zudem mehr Raum für Lufteinlässe.

Vision RS mit großem Bildschirm

Auto Salon Paris / Mondial Paris Motor Show 2018, France, Paris, 01.10.2018 - Copyright Stefan Baldauf / SB-Medien Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Das Cockpit des Skoda Vision RS zeigt, wie der Innenraum auch beim Rapid-Nachfolger aussehen wird.

Der Innenraum zeigt sich mit scheinbar schwebende konturierten Sitzen. Auf dem Armaturenträger ist eine großer freistehender Bildschirm untergebracht, die gestreckte Instrumententafel mit Carbon-Elementen nimmt die symmetrischen Konturen des Kühlergrills auf. Auf der Mittelkonsole sieht man die integrierte Shift-by-Wire-bedienung des Direktschaltgestriebes – sie besteht komplett aus Carbon. Auch bei Dekorleisten, Türverkleidungen und Sitzschalen schafft Carbon eine direkte Verbindung zum Motorsport. Türschlaufen erinnern an Rennwagen, Ablagefächer sind mit elastischen Gummizügen ausgeführt. Leder hat Skoda nicht verbaut, stattdessen kommen recycelte Materialien zum Einsatz, denn der Vision RS ist ein veganes Auto.

Fazit

Mehr Platz, moderne Assistenzsysteme und ein edleres Ambiente: Mit dem Modell- und Namenswechsel rückt der Rapid-Nachfolger Scala nach oben. Skoda befreit das Modell damit aus seiner leicht indifferenten Position und positioniert es klarer als bisher in der Kompaktklasse. Wenn jetzt noch die Preise moderat bleiben, hat Skoda einen echten Treffer gelandet: Der Scala wäre dann eine preiswürdige und vollwertige Alternative zu Kompakten wie etwa Hyundai i30, Kia Ceed und Opel Astra.

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