Toyota Auris im Fahrbericht

Mit dem Hybrid gegen den Golf

Toyota Auris, Frontansicht Foto: Hersteller 24 Bilder

Der Toyota Auris der zweiten Generation ist nicht nur als Hybrid günstiger als der VW Golf, er tritt auch forscher auf und fährt sich überraschend agil.

Schluss. Aus. Ende. Kehrtwende. Künftige Toyota Auris-Fahrer werden sich nicht mehr in ihrem eher unauffälligen Toyota verstecken können. Im Gegenteil. Der kompakte Viertürer ist nun deutlich kantiger gezeichnet, zudem ist er 55 Millimeter flacher, und eine neu gestaltete Frontpartie inklusive Chromspange und LED-Augenbrauen dürfte für Aufmerksamkeit nicht nur im Rückspiegel sorgen.

Toyota Auris Hybrid auf Dieselpreisniveau

Im Innenraum des neuen Toyota Auris hat die Techniker allerdings der Mut verlassen. Das Cockpit ist zwar neu erschaffen, glänzt aber weder mit edleren Oberflächen noch mit einer verbesserten Verarbeitung. Selbst eine Digitaluhr, wie sie in jedem Zubehörshop schöner zu finden ist, bleibt Auris-Fahrern nicht erspart. Immerhin: Das touchscreenbasierte Navigationssystem (Touch & Go) gibt sich modern, beherrscht nun Google Local Search und ist des Twitterns mächtig.

Das Motoren- und Ausstattungsportfolio des neuen Toyota Auris umfasst fünf Motoren (zwei Benziner, zwei Diesel, ein Hybrid), die sich mit fünf Linien koppeln lassen. Der kaum nachgefragte, 2,2 Liter große Diesel entfällt. Damit kostet der günstigste Auris 15.950 Euro. Wie üblich lassen sich die stärkeren Motoren und wichtige Extras wie Xenonscheinwerfer aber erst mit der edleren Variante Life kombinieren. Der weiterentwickelte und sehr kultiviert arbeitende, 1,6 Liter große Benziner ist so erst ab 19.950, der stärkste Diesel (2.0 D-4D) ab 23.150 und der Hybrid ab 22.950 Euro zu haben. Damit ist der knausrige Vollhybrid (NEFZ-Verbrauch: 3,8 L/100 km) erstmals günstiger als der 124 PS starke Diesel. Ein 140 PS starker Golf TSI kostet sogar 23.425 Euro. Toyota geht davon aus, dass rund 30 Prozent der prognostizierten 15.000 Kunden zu dem ausgereiften Vollhybrid greifen werden.

Toyota Auris mit straffem Fahrwerk

Das könnte klappen, denn im Zuge der Toyota Auris-Neuauflage haben die Techniker dem hybriden Antriebsstrang (Systemleistung 136 PS) einige Beruhigungstropfen eingeflößt. Selbst bei stärkerem Vorwärtsdrang dreht der Benziner nicht mehr ganz so spontan hoch, verweilt lieber im mittleren Drehzahlbereich und ist entsprechend weniger jaulig. Die zugehörigen Akkus hat Toyota im Sinne des Masseschwerpunkts unter die Rücksitze verfrachtet – alle Toyota Auris haben nun einen 360 Liter großen Kofferraum.

Deutlich verbessert hat sich das oftmals kritisierte Fahrwerk. Gleichgültig ob Hybrid oder 1,6-Liter-Benziner, der um bis zu 85 Kilo leichtere Toyota Auris lenkt willig ein und folgt sehr präzise den vorgegebenen Lenkbewegungen. Hier beweist Toyota zudem, dass man auch elektrische Servolenkungen vernünftig abstimmen kann. In Kombination mit dem gesenkten Schwerpunkt, einer sportlicheren Sitzposition (40 mm tiefer) sowie einem straffen, aber nicht ruppigen Fahrwerk ist es den Japanern gelungen, aus dem Toyota Auris einen erfreulich agilen Kompaktwagen zu formen. Ob dies auch für schwächere Modelle gilt, dürfte ein Test klären. Ähnlich wie VW setzt auch Toyota auf zwei Hinterachs-Varianten: Die Doppelquerlenkerachse ist nur den drei starken Motoren vorbehalten.

Auf der Jagd nach dem Golf gibt sich Toyota übrigens mit dem Viertürer alleine nicht zufrieden. Mitte nächsten Jahres folgt schon der Toyota Auris Kombi – mit den bekannten Motoren. Clever, denn ein sportlicher Hybrid-Kombi hat bislang wirklich noch gefehlt.

Fazit

Im neuen Auris ist der Hybrid erstmals günstiger als der vergleichbare 2.0 D-4D. Toyota erwartet einen Verkaufsanteil von über 30 Prozent.

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Technische Daten
Toyota Auris 1.8 VVT-i Hybrid Life
Grundpreis 23.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4275 x 1760 x 1460 mm
KofferraumvolumenVDA 360 bis 1200 l
Hubraum / Motor 1798 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 100 kW / 136 PS bei 5200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch 3,6 l/100 km
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