Formel 1: Audi-Teamchef enthüllt neues Technik-Problem

Kinderkrankheiten am R26
Binotto enthüllt neues Audi-Problem

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.04.2026
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Gabriel Bortoleto - Audi - GP Japan 2026
Foto: Audi

Grundsätzlich kann man bei Audi zufrieden sein. Das neue Auto ist generell konkurrenzfähig. Die ersten WM-Punkte sind auf dem Konto. Es hätten aber auch ein paar mehr sein können. Die Piloten wurden immer wieder von der Technik ausgebremst. Der neue R26 leidet noch unter diversen Kinderkrankheiten.

Über die Probleme mit der Hydraulik haben wir schon berichtet. Sie führten dazu, dass Nico Hülkenberg in Melbourne und Gabriel Bortoleto in China gar nicht erst starten konnten. Kleine Lecks in diesem Bereich führten immer wieder dazu, dass die Autos unplanmäßig in der Garage standen und die Piloten wichtige Trainingszeit verloren.

Die schlechten Starts sind eine weitere Achillesferse des Audi R26. Nach teilweise starken Quali-Leistungen fielen beide Autos schon auf den ersten Metern immer wieder weit zurück. Im engen Mittelfeld der aktuellen Formel 1 ist es schwer, die verlorenen Plätze im weiteren Rennen wieder aufzuholen.

Nico Hülkenberg - Audi - GP Japan 2026
Audi

Sand im Audi-Getriebe

Ein weiterer Punkt, der bessere Ergebnisse verhindert hat, ist der schwache Motor. Audi hat hier offen zugegeben, dass man bei der Leistung des Verbrenners noch nicht mit der Konkurrenz mithalten kann. Der erste Formel-1-Motor aus der hauseigenen Entwicklungsabteilung soll jetzt aber über das sogenannte ADUO-Verfahren nachgebessert werden.

Im Interview mit F1.com hat Teamchef Mattia Binotto jetzt aber noch einen weiteren Schwachpunkt genannt, den man bisher noch nicht auf dem Zettel hatte: "Es geht nicht nur um Power. Es geht auch um Energie-Effizienz, den Einsatz der Elektro-Leistung, aber auch um die Fahrbarkeit des Antriebs. Beim Thema Fahrbarkeit sprechen wir auch über die Gangwechsel, die aktuell noch sehr hart sind."

Genau wie beim Motor musste Audi auch das Getriebe zum ersten Mal komplett selbst entwickeln. Unter dem alten Sauber-Banner konnte man hier stets auf Material von Antriebspartner Ferrari zurückgreifen. Über Probleme bei den Gangwechseln hatte man in den letzten Jahren wenig in der Formel 1 gehört. Die Technik schien ausgereift.

Nico Hülkenberg - Audi - GP Japan 2026
Audi

Auto wird instabil

Dass es aber doch nicht so einfach ist, ein kompaktes Formel-1-Getriebe zu bauen, das mit den hohen Drehmomentwerten zurechtkommt, musste zuletzt auch Aston Martin erfahren. Wie Audi stand auch hier erstmals eine eigene Getriebeentwicklung auf dem Programm. Und wie bei Audi kämpft auch das Alonso-Team mit Problemen in diesem Bereich.

Laut Binotto spüren die Piloten die Probleme mit dem Getriebe während der Fahrt deutlich: "Durch die harten Gangwechsel wird das Auto in der Bremsphase und beim Beschleunigen instabil. Vielleicht stimmt etwas mit der Übersetzung nicht. Bei der Fahrbarkeit fehlt uns ähnlich viel, wie bei der reinen Performance."

Mattia Binotto - Audi - Formel 1  - Bahrain-Test - 2026
Wilhelm

Antrieb kostet eine Sekunde pro Runde

Der Italiener rechnet vor, wie viel durch die Defizite im Antriebsbereich verloren geht: "Wenn man Performance und Fahrbarkeit zusammenzählt, dann ergibt das bis zu einer Sekunde pro Runde. Ich glaube, beim Rest des Autos, also bei der Chassis-Seite, haben wir gute Arbeit abgeliefert. Der Großteil des Rückstands kommt von der Power Unit. Daran arbeiten wir."

Binotto ist zuversichtlich, dass sich die Probleme nach und nach lösen lassen: "Das Auto hat keine fundamentalen Fehler, um die man sich sofort kümmern muss und die viel Energie, Zeit und Budget verschlingen. Das ist das Wichtigste. Ohne fundamentale Probleme können wir uns auf die einzelnen Entwicklungsprojekte konzentrieren und die nächsten Schritte gehen."

Fazit