In Monte-Carlo versuchen sich die Piloten normalerweise, im Laufe des Wochenendes langsam ans Limit heranzutasten. Doch im ersten Training am Freitag (5.6.) war von Zurückhaltung nicht viel zu sehen. Reihenweise touchierten die Autos in verschiedenen Abschnitten die Banden. Die überwiegende Zahl der Zwischenfälle ging zum Glück glimpflich aus.
Bei Isack Hadjar war allerdings nicht mehr viel zu retten, als er kurz nach der Halbzeit in der Schwimmbad-Passage durch die Schikane düsen wollte. Beim Eingang der schnellen Rechts-Links-Kombination bekam der Franzose plötzlich Übersteuern. Das Heck brach so schnell aus, dass es der Pilot nicht mehr einfangen konnte.
Viel Auslauf gibt es in Monaco bei solchen Fehlern bekanntlich nicht. Hadjar versuchte noch kurz zu korrigieren, am Ende blieb aber nur die Option, so hart wie möglich zu bremsen und auf den Einschlag zu warten. Nach vielen ähnlichen Crashs an der betreffenden Stelle in den letzten Jahren dämpfen hier zum Glück mittlerweile TecPro-Barrieren vor der Leitplanke den unfreiwilligen Crashtest.

Der entstandene Schaden an Hadjars Red Bull viel beträchtlich aus.
Hadjar entschuldigt sich für Schaden
Trotzdem war der Aufprall noch so heftig, dass es das linke Hinterrad von der Aufhängung zog. Am vorderen Ende des Autos federte die Crashstruktur in der Nase die Kollision etwas ab. Auf die Mechaniker wartete in der Pause zum zweiten Training eine längere Reparatur. Wie sehr das Selbstvertrauen des Piloten bei der Stunt-Einlage angekratzt wurde, werden die nächsten Sessions zeigen.
"Ich weiß auch nicht, warum das Auto so schnell ausgebrochen ist. Sorry dafür", entschuldigte Hadjar noch per Funk, bevor er aus eigener Kraft aus dem Cockpit kletterte. Solch heftige Unfälle sind in Zeiten des Budget-Caps doppelt schmerzvoll. Die Produktion von Ersatzteilen ist teuer. Dafür muss an anderer Stelle, zum Beispiel der Weiterentwicklung, Geld eingespart werden.

Hadjar überstand den heftigen Einschlag zum Glück unverletzt.
Klarer Fahrfehler
Sky-Experte Ralf Schumacher hatte eine klare Meinung, als er die Bilder des Unfalls analysierte: "Da war er einfach zu schnell, zu spät auf der Bremse, und neben der Linie unterwegs. Ein klarer Fahrfehler", kritisierte der Ex-Formel-1-Pilot. Der Verdacht: Der Youngster im Red-Bull-Team versuchte, mit einem schwer zu fahrenden Auto irgendwie an Teamkollege Max Verstappen dranzubleiben und übertrieb es dabei etwas.
Hadjar war übrigens nicht der einzige Pilot, der sein Sportgerät beschädigte. Fernando Alonso hatte beim Anbremsen der Hafenschikane mit blockierenden Hinterrädern kurz die Kontrolle verloren. Das Auto bog seitlich in die Leitplanke ein, wodurch ein Teil des Frontflügels abrasiert wurde. Der Aston Martin schlug mit beiden Rädern auf der rechten Seite an, schaffte es aber noch aus eigener Kraft zurück an die Box.












