Der Circuit de Spa-Franchorchamps in Belgien ist nicht nur wegen des berüchtigten Highspeed-Abschnitts Eau Rouge berühmt, sondern auch für sein unberechenbares Wetter. Mit sieben Kilometern Länge, großen Höhenunterschieden und einer Mischung aus langen Geraden und schnellen Kurven gilt die Strecke als eine der anspruchsvollsten Strecken im Kalender.
Der belgische Track war einer von sieben Strecken, auf dem 1950 die ersten Formel-1-Meisterschaft gefahren wurde. Seitdem ist viel passiert auf der Ardennen-Acherbahn. Wir schauen noch einmal zurück auf die verrücktesten Regenrennen in Spa.

Eine Klasse für sich: Jim Clark gewann 1963 im strömenden Regen trotz technischer Probleme mit fünf Minuten Vorsprung.
1963 – Jim Clarks Meisterleistung im Regen
In den 60er Jahren führte die Strecke noch 14 Kilometer lang mit Vollgas über öffentliche Landstraßen. Bei Regen wurde Spa dadurch zu einer der gefährlichsten Rennstrecken der Welt.
Genau unter diesen Bedingungen zeigte Jim Clark eine der beeindruckendsten Fahrten der Formel-1-Geschichte. Während seine Konkurrenten mit Aquaplaning und schlechter Sicht kämpften, fuhr Clark scheinbar mühelos Runde für Runde davon.
Trotz technischer Probleme gewann er schließlich mit fast fünf Minuten Vorsprung und überrundete dabei fast das gesamte Feld. Insgesamt kamen nur sechs von 20 gestarteten Autos im Ziel an.
1998 – Chaos pur
Direkt nach dem Start kam es 1998 im strömenden Regen zur größten Startkarambolage der Formel-1-Geschichte. Die verrückten Bilder dieses Unfalls mit insgesamt 13 beteiligten Autos gehören bis heute zu den bekanntesten der Formel 1.
Auch nach dem Neustart bricht das Chaos nicht ab. Durch die ständig wechselnden Bedingungen kommt es zu weiteren Drehern und Unfällen. Michael Schumacher führte das Rennen scheinbar souverän an, kollidierte dann jedoch beim Überrunden mit David Coulthard und schied dadurch aus.
Legendäre Bilder zeigen, wie er mit drei Rädern zurück in die Box fährt und anschließend wütend versucht, sich durch die Schar an Mechaniker durchzukämpfen, um Coulthard direkt zu konfrontieren.
Nachdem das Rennen nach einer weiteren Safety-Car-Phase erneut freigegeben wurde, waren die Abstände an der Spitze sehr eng. Am Ende gewann Damon Hill vor seinem Teamkollegen Ralf Schumacher und schenkte Jordan damit den ersten Grand-Prix-Sieg der Teamgeschichte. Schumacher fühlte sich dabei ungerecht behandelt: Obwohl er schneller war, verbot ihm die Stallregie unter Teamchef Eddie Jordan, Hill anzugreifen, um den ersten Sieg des Teams nicht zu gefährden.

Unvergesslich: George Russell feierte 2021 dank einer guten Qualifikation im unterlegenen Williams das erste Podium seiner Karriere.
2021 – Das Rennen, das nie stattfand
Der Belgien-GP 2021 schrieb Geschichte auf eine ganz andere Art. Heftiger Regen machte die Sicht so schlecht, dass ein sicheres Rennen unmöglich war. Stundenlang warteten Fahrer, Teams und Zuschauende auf eine Wetterbesserung.
Immer wieder wurden Startversuche verschoben, denn der Starkregen ließ einfach nicht nach. Schließlich fuhren die Autos lediglich einige Runden hinter dem Safety-Car, ohne dass das Rennen je freigegeben wurde.
Das Rennen wurde danach direkt abgebrochen. Kurioserweise gab es trotzdem eine Feier auf dem Podium. Dem Sieger Max Verstappen wurden allerdings nur 12,5 WM-Punkte zugesprochen. George Russell feierte im unterlegenen Williams das erste Podium seiner Karriere.












