Sebastian Vettel - Abu Dhabi - Reifentest - 2021 Motorsport Images
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Testfahrten - Abu Dhabi - 14.12.2021
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George Russell - Mercedes - Formel 1 - Testfahrten - Abu Dhabi - 14.12.2021 32 Bilder

Reifen-Sorgen für 2022: Geht das Untersteuern weg?

Reifen-Sorgen für 2022 Geht das Untersteuern weg?

Bei den 18-Zoll-Reifentests im Dezember in Abu Dhabi klagten viele Fahrer über eine plötzliche Tendenz zum Untersteuern. Die Ingenieure der Teams sind aber zuversichtlich, die Balance mit den 2022er Autos hinzubekommen.

Die ersten Reifen der Generation 2022 sind schon gebacken und befinden sich auf dem Schiff nach Übersee. Pirelli startete direkt nach den letzten Testfahrten in Abu Dhabi Mitte Dezember mit der Produktion der neuen 18-Zoll-Gummis. Anpassungen an den Mischungen und der Konstruktion seien nicht erforderlich gewesen, berichten die Verantwortlichen zufrieden.

Sportchef Mario Isola zog ein positives Fazit: "Die Daten beim Test in Abu Dhabi haben unsere Erkenntnisse aus der Entwicklungsphase bestätigt. Es sind keine weiteren Änderungen für 2022 geplant." Kleine Fragezeichen gibt es aber noch. Abu Dhabi war nicht ideal für einen Reifentest. Auf dem winkligen Wüstenkurs ist der Asphalt relativ glatt und die Kurvengeschwindigkeiten niedrig.

Erst der Belastungstest auf dem rauen Belag und in den schnellen Kurven von Barcelona wird bei den Wintertests Ende Februar zeigen, ob der Reifen auch wirklich die Erwartungen erfüllt. Bei Pirelli hofft man auf einen milden katalanischen Winter, um brauchbare Daten zu sammeln. Schnee, wie vor ein paar Jahren, kann man jetzt vor der großen Regelrevolution gar nicht gebrauchen.

Sergio Perez - Abu Dhabi - Reifentest - 2021
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Pirelli hofft, dass die Reifen mit den richtigen 2022er Autos besser funktionieren als mit den umgebauten "Mule-Cars".

Untersteuern mit neuen Autos weg?

Abu Dhabi brachte aber immerhin ein paar neue Erkenntnisse. "Wir haben von den Fahrern das Feedback bekommen, dass der Hinterreifen im Vergleich zu vorne sehr stark ist. Das hat zu einer Tendenz zum Untersteuern geführt", verriet Isola. Weil die Teams mit sogenannten "Mule-Cars" gefahren sind, gab es beim Setup nur begrenzte Möglichkeiten zum Gegensteuern.

Mit den notdürftig umgebauten Rennwagen haben die Ingenieure versucht, den Abtriebslevel der kommenden Generation zu simulieren. Außerdem wurden die Aufhängungen und die Fahrzeughöhe angepasst. Die Techniker der Teams glauben, dass sie die verschobene Aero-Balance mit den neuen Autos relativ einfach ausgleichen können. Der Effekt sei nicht unerwartet gekommen, weshalb sich die Sorgen in Grenzen halten, heißt es.

Isola hofft, dass mit den neuen Autos auch der Zeitverlust etwas reduziert wird. Die Rundenzeiten in Abu Dhabi lagen mit den neuen 18-Zöllern im Schnitt 1,5 Sekunden über dem Speed der 13-Zöller. "Das ist akzeptabel, wenn man bedenkt, dass die Mule-Cars nicht optimal auf die Reifen abgestimmt waren. Sie sollten auf den neuen Autos deutlich besser funktionieren."

Wegen dem geringeren Querschnitt der Reifen müssen die Teams künftig weniger Sturz an der Vorderachse fahren. Für den Test in Abu Dhabi wurden die Vorgaben von Pirelli aber der Einfachheit halber noch nicht an die neuen Reifen angepasst. Das kann mit ein Grund für die Balance-Probleme gewesen sein.

Lando Norris - Abu Dhabi - Reifentest - 2021
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Zur einfacheren Logistik in der Corona-Pandemie gab Pirelli die Reifensorten vor. Die Teams haben an dieser Vorgehensweise Gefallen gefunden.

Pirelli gibt Reifensorten vor

Was den Kampf gegen Überhitzung und Verschleiß angeht, wurden die Erwartungen laut Isola bestätigt. Einzig ein etwas nerviges Graining an der Vorderachse mit den weicheren Mischungen machte den Piloten zu schaffen, wenn sie mal etwas länger ans Limit gingen. Aber auch dieses Problem sollte sich in Barcelona in Luft auflösen, hofft Pirelli. Auf der spanischen Grand-Prix-Strecke kommen eher die härteren Sorten zum Einsatz.

Apropos Reifensorten: Die Vorgaben zur Anzahl der einzelnen Mischungen bleiben auch 2022 erhalten. Vor der Corona-Pandemie konnten sich die Teams ihre Lieferung noch selbst individuell zusammenstellen. "Die Teams wollten das neue System beibehalten. Sie müssen dann nicht extra Mitarbeiter abstellen, um eine individuelle Auswahl zu treffen. Es bleibt nur noch die Analyse, wie man die vorgegebenen Reifen bestmöglich nutzt", erklärt Isola.

Es bleibt also wie bisher bei zwei Sätzen harter Reifen, drei Mal Mediums und acht Softs. Es laufen allerdings gerade noch Gespräche mit den Teams, ob man nicht vielleicht die Auswahl für die Rennwochenenden mit Sprint-Rennen anpassen soll. Es wird darüber nachgedacht, ob man hier durch eine spezielle Reifenwahl etwas mehr Spannung generieren kann.

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