Charles Leclerc - GP Ungarn 2022 xpb
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Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn 2022 - Budapest - Rennen
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Ungarn 2022 - Budapest - Rennen
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Taktik-Check GP Ungarn 2022: Verstappens Geheimnis

Taktik-Check GP Ungarn 2022 Verstappens Sieg-Geheimnis

GP Ungarn 2022

Wie gewinnt man in Budapest ein Rennen vom 10. Startplatz? Mit perfekt getimten Boxenstopps, zwei Undercuts und acht Überholmanövern. Wie verliert man von der Spitze das Rennen? Mit der falschen Reifenwahl zu einem zu frühen Zeitpunkt.

Der Hungaroring ist eigentliche keine Überholstrecke. Das Überhol-Delta liegt selbst mit Groundeffect-Autos mit 1,5 Sekunden relativ hoch. Unter normalen Umständen gewinnt man vom 10. Startplatz kein Rennen in Ungarn. Nigel Mansell ist das 1989 im Ferrari vom 12. Startplatz geglückt. Doch das waren andere Zeiten. Max Verstappen hat die Geschichte wiederholt. Und das war keine glückliche Fügung. Er baute sogar noch eine 360-Grad-Pirouette ein.

Der Weltmeister überholte Fernando Alonso, Esteban Ocon, Lando Norris, noch einmal Alonso und Ocon, Sergio Perez und zwei Mal Charles Leclerc auf der Strecke. An den Mercedes und an Carlos Sainz kam er mit einem Undercut vorbei.

Ein Schlüssel für seinen achten Saisonsieg waren die frühen Boxenstopps. Eine mutige Entscheidung, denn Red Bull wollte die Finger von den harten Reifen lassen. Mit dem ersten Reifenwechsel in Runde 16 war Lewis Hamilton fällig. Den WM-Gegner des letzten Jahres hätte Verstappen wohl nicht auf der Strecke geknackt.

Mercedes ließ Hamilton aus zwei Gründen drei Runden länger auf der Strecke. Erstens wollte man Spitzenreiter George Russell schützen, der einem Undercut der Ferrari-Piloten in seinem Getriebe zuvorkommen musste. Zweitens war nach dem Start auf Medium-Reifen klar, dass Hamilton am Ende des Rennens den Soft-Gummi nehmen musste. Das wollte man nicht zu früh.

Also brauchte er vorher zwei lange Stints. Teamchef Toto Wolff meinte dennoch: "Wir hätten George und Lewis direkt hintereinander stoppen sollen. Das hätte den Undercut von Max verhindert." Tatsächlich lagen die beiden Mercedes in der 16.Runde zehn Sekunden auseinander.

Max Verstappen - GP Ungarn 2022
Red Bull
Verstappen wurde immer früh zum Boxenstopp geholt. Die Risiko-Taktik ging auf.

Red Bulls Poker ging auf

Auch mit dem zweiten Boxenstopp in der 38. Runde war Verstappen früher dran als die Konkurrenz. Das hat ihn ohne Zweikampf vor Sainz und Russell gebracht und direkt in den Windschatten von Leclerc.

Red Bull hatte darauf gepokert, dass Ferrari in Panik mitziehen würde. Da Leclerc seine Medium-Reifen aufgebraucht hatte, blieb ihm bei 31 Restrunden nur noch die harte Mischung. Ferrari lief in die Falle. Game over. Der Rest war für Verstappen Routine. Nacheinander bogen seine Gegner in die Boxengasse ab. Russell in Runde 39, Sainz in Runde 47, Hamilton in Runde 51.

Umgekehrt muss man fragen, wie Ferrari dieses Rennen verlieren konnte. Teamchef Mattia Binotto hatte sicher Recht, dass sich der F1-75 nicht in Topform befand. Bei 33 Grad Hitze am Freitag war er Red Bull und Mercedes wie erwartet noch um die Ohren gefahren. Kaum wurde es kühler, war es vorbei mit der Überlegenheit.

Ferrari war aber immer noch gut genug auf die Startplätze zwei und drei zu fahren. So stand man zu zweit gegen einen Mercedes. Die anderen Gegner rangierten weit hinten. Hamilton auf Platz 7, Verstappen und Perez auf den Rängen 10 und 11.

Verstappen - Leclerc - GP Ungarn 2022 - Budapest
Motorsport Images
Gleich zwei Mal überholte Verstappen den Ferrari von Leclerc auf der Strecke.

Harter Reifen schon Freitag ein Problem

Dieses Rennen durfte einfach nicht verloren werden. Auch mit einem Auto, das nicht seine Normalform erreichte. Bis Runde 39 machte der Ferrari-Kommandostand alles richtig, auch wenn man hinterfragen konnte, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, schon beim Start die Taktik zu splitten, statt mit beiden Autos auf Medium-Reifen loszufahren. Sainz auf Soft-Reifen wäre im ersten Stint eine größere Bedrohung für Russell gewesen als Sainz auf Medium-Gummis.

Trotzdem ließ man sich zunächst durch den frühen Boxenstopp von Verstappen nicht aus der Ruhe bringen. Der WM-Rivale war da noch gar nicht richtig auf dem Radar. Sainz stoppte zwei Runde später, Leclerc fünf Runden. Damit hatte Ferrari sich ein Reifen-Delta geschaffen, von dem man später profitieren wollte. Gerade mit Leclerc. Er war mit seinem ersten Reifenwechsel in Runde 21 dazu prädestiniert lang zu fahren und am Ende mit Soft-Reifen Attacke zu machen.

Warum in aller Welt fiel Inaki Rueda und seine Strategietruppe auf Verstappens frühen zweiten Stopp hinein? Die Führung abzusichern, hieß automatisch, Leclerc auf die harten Reifen zu stellen. Und mit Pirellis Betonmischung wollten nur die Teams etwas zu tun haben, die von vornherein auf ein Einstopp-Rennen setzten. Das war lediglich Alpine. Ferrari muss aber an Alonso und Ocon aufgefallen sein, wie lange es dauerte, bis der harte Reifen endlich im Fenster war. Und dass er dann immer noch nicht besser war als ein gebrauchter Medium.

Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - GP Ungarn 2022 - Budapest - Rennen
xpb
Ferrari hatte beide Autos vorne dabei. Am Ende schaffte es keiner von beiden aufs Podium.

Verzweiflungstat ohne Erfolg

Binotto verteidigte die Reifenwahl: "Nach unseren Simulationen sollten sie nach zehn Runden den Medium-Reifen überlegen sein. Diese Annahme war offensichtlich falsch. Hätten wir das gewusst, hätten wir den harten Reifen auch nie genommen. Wir haben deshalb bei Sainz reagiert und ihn auf Soft-Reifen gestellt." Die Berechnungen mussten ungenau sein, weil weder Ferrari noch Red Bull den harten Reifen am Freitag ausgiebig getestet hatten. Von anderen zu schließen, was der Reifen kann, noch dazu bei viel höheren Temperaturen, musste schiefgehen.

Leclerc wusste, wo er das Rennen verloren hatte: "Ich habe zu früh die falschen Reifen bekommen. Der Wechsel auf die harten Reifen war der Killer für mich." Ferraris Ausflüchte, dass Sainz trotz der richtigen Strategie und den richtigen Reifen auch nur Vierter wurde, was auf ein Problem mit dem Auto schließen ließ, übersehen, dass der Spanier an diesem Tag kein Siegfahrer war. Leclerc hatte seinem Teamkollegen in nur 17 Runden 6,7 Sekunden abgenommen. Er hatte den Speed für den Sieg.

Der dritte Boxenstopp war offensichtlich von der Verzweiflung getrieben. Bei den Rundenzeiten auf den harten Reifen war klar, dass Leclerc die beiden Mercedes nicht halten würde. Er wäre dann Sainz im Weg gestanden und hätte den Teamkollegen vielleicht noch Perez in die Arme getrieben. Ferrari hoffte, dass der WM-Zweite mit Soft-Reifen wenigstens noch den Extrapunkt für die schnellste Runde holen und an Perez vorbeikommen würde. Beides hat nicht funktioniert.

George Russell - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn 2022 - Budapest - Rennen
xpb
Mercedes splittete die Strategien beider Autos.

Mercedes splittet Reifen-Taktik

Mercedes wusste schon am Freitag, dass der harte Reifen nur die eiserne Reserve für Notfälle sein kann. "Wir sind ihn im ersten Training gefahren und haben festgestellt, dass er selbst bei 47 Grad Asphalttemperatur kein guter Rennreifen ist. Wie würde er da erst bei 27 Grad sein? Red Bull und Ferrari haben ihn am Freitag nicht benutzt, sondern ihre Entscheidung auf später vertagt. Das war unser Vorsprung. Wir haben nie mit einem Einstopp-Rennen geplant. Ohne den harten Reifen wäre das nicht möglich gewesen. Den wollten wir aber nicht", erklärten die Ingenieure.

Mercedes splittete schon beim Start die Taktik. Soft für den Trainingsschnellsten Russell, Medium für den siebtplatzierten Hamilton. "George war zu gut für unser Auto platziert, Lewis zu schlecht. Wenn wir George einen Medium am Start gegeben hätten, hätte er irgendwann den Soft fahren müssen, und das hätte ihn gegenüber schnelleren Autos verwundbar gemacht. Hätte er den Start auf Medium gegen die Ferrari verloren, wäre das Spiel da schon vorbeigewesen. Seine Aufgabe musste es sein, sie so lange wie möglich hinter sich zu halten, um sich später auf den Medium-Reifen gegen Undercuts zu schützen."

Bei Hamilton waren die Pläne genau andersherum. "Lewis war schneller als die Autos vor ihm. Wir gingen davon aus, dass einige davon mit einem Stopp unterwegs sein würden. Also hatten wir zwei Optionen. Nimm den Soft und versuche schon beim Start Plätze zu gewinnen. Doch würden wir gleich zwei Alpines und einen McLaren in einem Aufwasch schaffen? Eher nicht. Das beste was wir tun konnten, war den Medium zu nehmen und Attacke zu machen, um die Einstopper vor uns ans Limit zu treiben."

George Russell - Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2022 - Budapest
Motorsport Images
Am Ende hatte Hamilton die besseren Reifen als Teamkollege Russell.

Angst vor dem Einbruch der Reifen

Hamilton wurde bei seinen Boxenstopps absichtlich lang geschickt. Der Kommandostand traute dem weichen Reifen maximal 20 Runden zu. Die Versuchung war da, den zweiten Stopp früher zu legen. "Da sind wir in das Undercut-Fenster von Sainz gefahren. Die Runde, in der Sainz gestoppt hat, war uns aber zu früh. Wir haben lieber vier Runden länger gewartet. Wir hätten wahrscheinlich sogar noch eine Runde rausgezögert, wäre Perez nicht in unser Boxenstopp-Fenster gefahren."

Auch im Fall Russell trieb die Ingenieure die Sorge, dass bei einem zu frühen zweiten Stopp die Reifen vor Ende des Rennens einbrechen würden. Der Umstand, dass die Mercedes zum ersten Mal ihre Reifen schnell auf Temperatur brachten, musste im Longrun Konsequenzen haben. Wenn auch nicht so drastisch wie gedacht.

"Runde 39 war der erste Moment, an dem wir es riskieren konnten. Außerdem mussten wir noch auf Sainz aufpassen." Dass Verstappen den Undercut schaffen würde, nahm Mercedes in Kauf. "Red Bull war von ihren Startpositionen aus in der Lage mutige Entscheidungen zu treffen", verteidigte Teamchef Toto Wolff die eigene Taktik.

Esteban Ocon - Alpine - Formel 1 - GP Ungarn 2022 - Budapest - Rennen
xpb
Alpine setzte seine Piloten auf eine Einstopp-Strategie.

Alpines Notlösung ging auf

Im Mittelfeld lieferte nur Alpine den Ausreißer. Als einziges Team legten sich die Franzosen von Anfang an auf ein Einstopp-Rennen fest. Was zwischendurch wie ein Fehler aussah, zahlte sich am Ende doch aus. McLaren machte keine Punkte gut, weil sich Daniel Ricciardo im Kampf mit den Aston Martins aufrieb und für eine Kollision mit Lance Stroll noch eine Strafe kassierte.

Aston Martin war mit zwei Stopps schneller als Alpine, aber nicht um die 20 Sekunden, die ein extra Boxenstopp gekostet hat. Lando Norris wäre für Alonso und Ocon so oder so außer Reichweite gewesen. Der McLaren-Pilot nahm den Alpine im ersten Stint zwei, im zweiten zehn Sekunden ab.

Aston Martin splittete notgedrungen seine Taktik. Lance Stroll hatte sich nur einen gebrauchten Satz Medium für das Rennen reserviert. Dazu zwei angefahrene Garnituren der weichen Mischung. Eine davon musste er am Ende des Rennens fahren. Bei 24 Restrunden eine ambitionierte Aufgabe.

Sebastian Vettel verfügte nach dem Start auf Soft-Reifen über zwei Sätze Medium. Einen neu, den anderen gebraucht. Damit konnte er im letzten Stint auf Angriff fahren. Stroll ließ ihn freiwillig vorbei. Für die Alpine wurde es noch richtig eng. Auf Ocon fehlte Vettel nur eine Zehntelsekunde, auf Alonso 2,9 Sekunden.

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