Lange gab es Gerüchte, dass die neue Rennstrecke in Madrid nicht rechtzeitig fertig werden könnte. Doch am Dienstag (9.7.), also 66 Tage vor dem ersten Formel-1-Rennen in der spanischen Hauptstadt, spulte Ferrari die ersten Kilometer auf der noch jungfräulichen Grand-Prix-Piste ab. Die Probefahrt war vorher nicht groß angekündigt worden.
Dabei handelte es sich nicht etwa um eine gemächliche Stadtrundfahrt oder einen Showrun im Bummeltempo, sondern um einen sogenannten Filmtag, bei dem die Piloten bis ans Limit ihres Autos gehen. Die Regeln begrenzen die Distanz bei solchen Promo-Events zwar auf 200 Kilometer, trotzdem dürfte es für die Scuderia eine lehrreiche Erfahrung gewesen sein.
Mit den Daten der ersten Proberunden werden die Ingenieure ihren Simulator füttern. Vor allem für das Energie-Management kann es sinnvoll sein, präzise Werte zum Streckenlayout und der Asphaltbeschaffenheit zu haben. Highlight der Rennstrecke, die um das Messezentrum in Madrid angelegt wurde, ist die schnelle und langgezogene 180-Grad-Steilkurve mit dem Namen "La Monumental".

Die Steilkurve ist das Highlight der neuen Grand-Prix-Strecke in Madrid.
Verhältnisse nicht ganz repräsentativ
Lewis Hamilton und Charles Leclerc teilten sich die limitierte Fahrleistung brüderlich untereinander auf. Das Fahrgefühl dürfte in zwei Monaten beim richtigen Rennwochenende allerdings etwas anders sein. Auf der Baustelle präsentierte sich die Piste beim Filmtag noch in einem sehr schmutzigen und damit rutschigen Zustand.
Auch die speziellen Demo-Reifen von Pirelli sorgten für Gripverhältnisse, die mit den echten Renn-Slicks nicht vergleichbar sind. Für einen ersten Eindruck von der neuen Strecke dürften die Proberunden aber gereicht haben. Die Ferrari-Piloten sind damit die einzigen Fahrer im Feld, die schon wissen, was sie Mitte September bei der Madrid-Premiere erwartet.
Auch für die Veranstalter war die erste offizielle Session mit einem Formel-1-Auto auf der neuen Strecke eine wertvolle Erfahrung. Zum ersten Mal konnten alle Abläufe und die neue Infrastruktur auf Herz und Nieren getestet werden. Auch wenn nur ein einziger Rennwagen auf der Piste unterwegs war, mussten natürlich sämtliche Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Bei den ersten Proberunden präsentierte sich die neue Strecke noch sehr staubig.
Madring-Vorbereitung geht in finale Phase
Dazu gehörte auch die Unterbringung des Ferrari-Teams mit dem kompletten Equipment im neuen Boxengebäude. Dabei konnten die Organisatoren unter Praxisbedingungen testen, welche Ansprüche eine komplette Formel-1-Crew an die Infrastruktur stellt. Der Madring bewies mit dem Filmtag, dass man jetzt schon bereit ist für die große Grand-Prix-Party im September. Die Veranstalter sprachen zufrieden von einem Meilenstein, den man erreicht habe.
Aber ganz bereit ist man noch nicht für den Ernstfall. Mit der Abnahme der Strecke ist zwar die wichtigste Hürde genommen. Im Endspurt geht es nun vor allem darum, auch die nötige Infrastruktur für die Fans zu schaffen. Tribünen, Toiletten, Wege, Leinwände… bis zum September gibt es noch viel zu tun.












