Formel 1: So plant Ferrari die Attacke auf Mercedes in Zandvoort

WM-Kampf geht in Zandvoort weiter
So plant Ferrari die Attacke auf Mercedes

GP Niederlande 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.08.2026
Als Favorit speichern
Lewis Hamilton - Ferrari - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
Foto: xpb

Vier Wochen machte die Formel 1 Sommerpause. In Zandvoort steigt das erste Rennen seit dem Ungarn-GP (26.7.) und es ist gleichzeitig der letzte Aufschlag des Zirkus auf der Strecke in den Dünen.

Die Fahrer waren ob des Abschieds wehmütig. Der WM-Leader setzte sich gleich mal ein hohes Ziel. "Ich will den ersten Mercedes-Sieg seit 1955 hier holen", kündigte Kimi Antonelli während des Medientags in Zandvoort (20.8.) an. Damals, in grauer Vorzeit, triumphierte Juan Manuel Fangio in einem Silberpfeil.

Antonelli hat allen Grund, zuversichtlich zu sein. Er liegt 50 Punkte vor seinem ersten Verfolger Lewis Hamilton. "Die letzte Woche der Sommerpause war dann langweilig. Ich kann es gar nicht abwarten, wieder Rennen zu fahren."

Sein Vorgänger bei Mercedes fühlt sich topfit. "Ich habe drei Wochen trainiert. So fit war ich noch nie nach einer Sommerpause", versprach Hamilton. "Ich bin energiegeladen." Der Rekordsieger hat eine starke erste Saisonhälfte gezeigt, den Traum vom achten Titel hat er noch nicht aufgegeben. Damit das 2026 gelingt, sollte er in den Niederlanden eine Premiere feiern. "Ich habe hier noch nie gewonnen. Das will ich natürlich ändern."

Charles Leclerc - Ferrari - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
xpb

Mercedes und Ferrari legen nach

Dafür muss die Scuderia bei ihrem Paket noch zulegen. In Zandvoort soll ein neuer Unterboden ans Auto kommen. Das verriet ausgerechnet Antonelli in seiner Medienrunde. Das rote Motor-Update ist für Monza fest eingeplant, damit soll der Rückstand weiter eingedampft werden: "Beim Motor hängen wir noch Red Bull und Mercedes etwas hinterher", erklärte Charles Leclerc.

"In den letzten Jahren hat die Strecke nicht so gut zu uns gepasst, aber sie ist sehr technisch. Das kam uns dieses Jahr bis jetzt entgegen", blickte der Monegasse zuversichtlich auf das Wochenende.

Um Mercedes herauszufordern, muss aber alles passen. "In Budapest haben wir es nicht optimal umgesetzt. Das müssen wir hier besser machen", forderte Leclerc. Angst vor Ferrari hat man bei Mercedes aber nicht. In Zandvoort haben die WM-Führenden kleinere Updates dabei. Diese Strategie werden die Silberpfeile auch noch in den nächsten Rennen beibehalten. Zu einem späteren Zeitpunkt zündet Mercedes dann noch ein großes Upgrade-Paket.

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
xpb

Wirft der Regen alles über den Haufen?

In den Niederlanden steht zudem ein Sprint-Wochenende auf dem Plan. Den Teams verbleibt nur ein Training, um die Autos abzustimmen. Der angekündigte Regen am Freitag und eventuell am Samstag könnte die Setup-Suche zu einer Lotterie machen.

"Das Problem ist die Reifentemperatur. Es ist kühl und windig hier. Ich bin den Intermediate oder Full Wet dieses Jahr noch nicht gefahren", sagte Antonelli. Kontrahent Leclerc war skeptisch: "Ich weiß nicht, ob der Regen uns hier hilft. Und dann haben wir auch noch ein Sprint-Wochenende. Das macht es sehr kompliziert."

Der 28-Jährige ist in der Vergangenheit zudem nicht als ausgewiesener Regenspezialist aufgetreten. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen. Hamilton gilt als Meister bei feuchten Bedingungen.

George Russell - Mercedes - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
xpb

Russell will nicht die Nummer 2 sein

Sein alter Stallgefährte George Russell will an der Nordsee auch zurück aufs Treppchen kehren. Der Engländer hat bereits 59 Punkte Rückstand auf Antonelli. Die zweite Geige bei Mercedes will und wird er aber nicht spielen. "Das ziehen wir momentan nicht in Erwägung. Wir haben erst die Hälfte der Saison hinter uns."

Bei Mercedes ist man zuversichtlich, dass es wieder besser laufen soll beim 28-Jährigen. Der Speed ist da, zudem litt Russell in diesem Jahr mehr unter Problemen als Antonelli. "Wir hatten einige Schwierigkeiten mit dem Chassis. Aber das sollte jetzt alles behoben sein."

Fazit