Formel 1: Das ist der Grund für das Ferrari-Motor-Mysterium

Deswegen verzichten die Kunden auf das Update
Der Grund für das Ferrari-Motor-Mysterium

GP Österreich 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.06.2026
Als Favorit speichern
Formel 1 - GP Österreich 2026 - Scuderia Ferrari
Foto: Marcel van Dorst/EYE4IMAGES/NurPhoto via Getty Images

Ayao Komatsu, der Teamchef von Haas, wirkte ungewohnt nervös. Als er am Donnerstag (25.6.) vor dem GP Österreich auf das Ferrari-Motorupdate angesprochen wurde, kam er direkt ins Schleudern. Hektisch lachend sagte er: "Die Frage sollte man Ferrari stellen." Im Anschluss an leichtes Nachbohren wurde der Techniker aus Tokio etwas genauer: "Wir werden das Upgrade hier nicht einsetzen. Wann es losgeht, haben wir noch nicht entschieden. Der neue Stand ist auch nicht verpflichtend."

Denn die FIA-Regeln besagen zwar, dass die Hersteller gleichwertige Motoren ausgeben müssen, aber nicht, dass sie verpflichtend für alle sind. Laut Komatsu wurde der überarbeitete Ferrari ausgeliefert und steht in der Garage der US-Amerikaner. "Unser Partner hält sich an die Regeln."

Der Aufforderung von Komatsu, bei Ferrari selbst vorzusprechen, kam auto motor und sport nach. Die Roten beruhigten direkt. Die Entscheidung von Haas, und auch Cadillac, basiert auf einer angespannten Ersatzteillage. Weil Ferrari erst nach dem Go am Monaco-Wochenende richtig durchstarten konnte, lief die Entwicklung am Limit. Entsprechend den Regeln sind die Motoren voll einsatzbereit, aber speziell die Kunden haben das Risiko von Unfällen und durch die Timeline mögliche Kinderkrankheiten.

Ayao Komatsu - Haas - GP Ungarn 2025
Simon Galloway via Getty Images

Ferrari rüstet doppelt auf

Haas und Cadillac standen so vor der Abwägung: Geht man für einen PS-Sprung, der im einstelligen Bereich geschätzt wird, das Risiko eines Schadens ein? Oder hat man lieber ab der ersten Runde des FP1 ein solides Paket? Beide Kunden entschieden sich für die konservative Herangehensweise. Diese wird sich wohl auch am kommenden Wochenende in Silverstone fortsetzen. Ab dem GP Belgien (19. Juli) gilt der Einsatz als wahrscheinlich.

Ferrari betont, dass das Upgrade keinen zusätzlichen Platz oder andere Umbauten erfordert. Die Produktion der Ersatzteile läuft hinter den Kulissen auf Hochtouren. Generell investiere die Scuderia aktuell sehr viel Aufwand in die Weiterentwicklung. Spätestens seit dem Barcelona-Sieg von Lewis Hamilton rückte die Fahrerkrone in greifbare Nähe.

Unabhängig vom Motor haben die Roten deshalb bei der Aerodynamik nachgerüstet. Das FIA-Dokument listet eine neue Frontflügel-Endplatte auf. Für die Trainings kündigte Ferrari zudem Änderungen am Auspuff und an den seitlichen Leitblechen an.

Überraschungen auf Update-Liste

Sonst zeigt sich das Bild recht divers. Aston Martin und Williams sparen Änderungen auf. McLaren, Mercedes, die Racing Bulls sowie Haas werkelten an Kleinigkeiten. Und Red Bull, Audi, Cadillac sowie Alpine füllten das Dokument der Weltbehörde ordentlich aus. Besonders hohe Erwartungen erzeugt Red Bull beim Heimspiel.

Die Österreicher mit britischer Rennzentrale überarbeiteten weite Teile der Aerodynamik. Sowohl sichtbar (Seitenkasteneinlässe, Motorabdeckung, Louvre-Luftauslässe, hintere Aufhängung, Auspuff und Heckflügelstruktur) als auch im Unterbodenbereich fassten die Ingenieure intensiv nach.

Vergleichbar fleißig arbeitete Audi. Die Änderungsschwerpunkte in der Übersicht: Frontflügel-Endplatte, hinterer Unterboden, hintere Aufhängung, Beam Wing (Hilfsflügel am Heck) und Heckflügel. Bei Alpine lag der Fokus auf dem Frontflügel, bei Cadillac zeigen sich weite Teile des Gesamt-Bodyworks verändert. Die GM-Marke brach sogar das Arbeitszeitlimit am Donnerstag, um ihr Upgrade komplett parat zu haben.

Fazit