Formel 1: Diese Regel-Änderungen für die Saison 2027 haben es in sich

FIA veröffentlicht Technik-Details
Diese F1-Regeln für 2027 haben es in sich

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.06.2026
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Charles Leclerc - Ferrari - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
Foto: Ferrari

Nach monatelangen Diskussionen hinter den Kulissen hat der FIA-Weltrat nun die technischen Regeln für die Formel-1-Saison 2027 finalisiert. Am 23. Juni dieses Jahres hatte der Motorsport-Weltrat in Macau die Änderungen für die kommende Saison offiziell beschlossen. Zwei Tage später veröffentlichte die FIA das 278 Seiten lange Dokument. Die Regelhüter reagierten damit auf die Forderungen der Teams und Fahrer, unerwünschte Folgen der neuen Hybrid-Antriebe zu eliminieren und die Leistung der Fahrzeuggeneration zu steigern.

Im Mittelpunkt des neuen Regelwerks steht die Power Unit. Auf Druck hat die FIA entschieden, die Leistung des Verbrenners gezielt anzuheben, um Schwächen wie das extreme "Lift-and-Coast" im Qualifying zu minimieren. Entgegen früherer Diskussionen senken die Regeln die elektrische Leistung nicht, sondern steigern sie im Einklang mit dem Verbrennungs-Motor.

Um dieses Ziel zu erreichen, hebt das Reglement den maximalen Kraftstoff-Energiefluss für den V6-Verbrenner von 3.000 auf 3.150 MJ/h an. Parallel dazu steigt die maximal zulässige elektrische Leistung des ERS-K von 350 kW auf 375 kW. Zusätzlich erlauben die Regeln einen höheren Ladedruck von bis zu 5,0 barA, was dem Verbrennungs-Motor weiteren Schub verleiht.

Batterie-Kapazität steigt

Eine entscheidende Neuerung führt das Reglement bei der Leistungsabgabe ein: Statt einer linearen Freigabe definiert es nun ein komplexes, geschwindigkeitsabhängiges Profil. Der Überhol-Modus gibt den Fahrern eine taktische Waffe für den Zweikampf an die Hand und wandelt den elektrischen Boost von einer reinen Energiesparübung zu einem strategischen Werkzeug. Passend dazu steigern die Regeln die pro Runde nutzbare Energie aus dem Speicher auf 4,5 Megajoule. Bisher hatte die Batterie lediglich eine Kapazität von 4,0 Megajoule.

Doch die Regelhüter haben sich nicht nur auf den Antrieb konzentriert. Sie schärfen auch bei Aerodynamik, Gewicht und den Sicherheitsvorschriften nach. Gerade die Aerodynamik bot dieses Jahr schon viel Raum für Diskussionen. Unter anderem verbot die FIA den Mercedes-Diffusor des Kanada-Upgrades, weil ein ähnliches Konzept von Ferrari die Regelhüter für illegal erklärt hatten.

Alex Albon - Williams - Formel 1 - GP Barcelona 2026
xpb

Aerodynamik im Fokus

Während die Power Unit die größten Schlagzeilen schreibt, nehmen die neuen Regeln auch zahlreiche andere Bereiche des Fahrzeugs ins Visier:

  • Aerodynamik:
    • Die Regeln reduzieren die Komplexität des Unterbodens, insbesondere an der Vorderkante ("Leading Edge Device"). Hier schreiben sie künftig nur noch drei statt fünf aerodynamische Sektionen vor.
    • Gleichzeitig präzisieren die Vorschriften die Materialvorgaben für die Unterboden-Planke, um die Legalität klarer zu fassen.
    • Für das Auspuffendrohr gelten nun detaillierte geometrische Vorgaben, die unter anderem Wandstärke und Querschnitt festlegen.
    • Die FIA passt die Lasten für einige Aerodynamik-Flexibilitätstests an, um sie an die neuen Fahrzeugkonzepte anzugleichen.
  • Sicherheit und Gewicht:
    • Eine deutliche Erleichterung für die Teams bringt die Verkürzung der Haltedauer bei vielen statischen Belastungstests der Sicherheitszelle: Die FIA reduziert sie von 30 auf nur noch 5 Sekunden.
    • Um Gewichtsunterschiede zwischen den Fahrern auszugleichen, legt das Reglement die Mindestmasse für Fahrer inklusive Ballast auf 82 Kilogramm fest.
    • Für einen realistischeren Crashtest müssen die Teams die Sicherheitszelle beim dynamischen Frontalaufpralltest künftig mit einem 12-kg-Ballast bestücken, der das Fahrergewicht simuliert.

Insgesamt zielen die Anpassungen für 2027 auf ein runderes Gesamtpaket ab. Während die erhöhte Leistung von Verbrenner und Hybridsystem für mehr Spektakel auf der Strecke sorgen soll, bringen die Vereinfachungen bei den Sicherheitstests und die präziseren Aero-Vorgaben Stabilität und Klarheit für die Ingenieure.

Fazit