Formel 1: FIA verbietet gefährlichen Motoren-Trick von Mercedes und Red Bull

Nach Experimenten von Mercedes und Red Bull
FIA verbietet gefährlichen Motoren-Trick

GP Japan 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.04.2026
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Kimi Antonelli - Podium - GP Japan 2026
Foto: Wilhelm

Normalerweise mahlen die Mühlen der FIA eher langsam. In diesem Fall haben die Schiedsrichter aber schnell reagiert. Was war passiert: Mercedes und Red Bull haben in den Regeln zum Energie-Management eine Lücke gefunden, die es ihnen erlaubt, die komplette Energie der Batterie mit der maximalen Leistung abzurufen.

Eigentlich sehen die Regeln vor, dass mit einem nachlassen Ladestand des Akkus auch die verfügbare Leistung reduziert wird. Kurz bevor der Energiespeicher komplett leer ist, sollte sich die Leistung eigentlich mit jeder Sekunde in 50-kW-Schritten automatisch reduzieren. Damit soll ein plötzliches Absacken des Elektro-Boosts von voller Power auf null verhindert werden.

Die stufenweise Reduktion der Leistung wurde aus Sicherheitsgründen eingeführt. Autos werden kurz vor Auslaufen der Elektro-Power nicht schlagartig langsamer, sondern etwas verzögert. Damit wird auch die Gefahr reduziert, dass der Hintermann von plötzlich auftretenden Geschwindigkeitsunterschieden überrascht wird, was zu Auffahrunfällen oder hektischen Ausweichmanövern führen könnte.

Trick hilft nur in der Qualifikation

Wie die Kollegen von "The Race" berichten, hatten Mercedes und Red Bull herausgefunden, dass sich dieser Mechanismus durch das Aktivieren des Notfallmodus außer Kraft setzen lässt. Dieser wurde als Schutzfunktion einprogrammiert, die bei technischen Problemen verhindern soll, dass die Hardware Schaden nimmt.

Eigentlich sollte dieser Abschaltmodus aber nur dann aktiviert werden, wenn das System Alarm schlägt und nicht, um sich damit einen Performance-Vorteil zu verschaffen. Um die Teams davon abzuhalten, den Notfallmodus zu missbrauchen, lässt sich die MGU-K anschließend für 60 Sekunden nicht mehr aktivieren. Für das Rennen ist der Trick damit nutzlos.

Mercedes und Red Bull haben aber erkannt, dass die MGU-K nach Abschluss einer schnellen Qualifying-Runde auf dem Weg zurück zur Box nicht unbedingt gebraucht wird. Dafür kann der Notfallmodus beim Herausquetschen der letzten Energiereserven auf dem Weg zur Ziellinie die entscheidenden Tausendstel- oder Hundertstel-Sekunden bringen.

Max Verstappen - Red Bull - GP Australien 2026
Red Bull

FIA schickt Warnung an die Teams

Angeblich sollen Mercedes und Red Bull diese Idee schon beim Saisonstart in Melbourne ausprobiert haben. In Shanghai kam der Trick nicht zur Anwendung, weil das Streckenlayout keinen Vorteil versprach. Der Weg aus der letzten Kurve bis zum Zielstrich ist einfach zu kurz.

Richtig aufgefallen ist es dann aber beim dritten Wochenende des Jahres in Suzuka. Hier wurde schon im Training deutlich, dass einige Piloten auf ihrer Outlap nach schnellen Runs mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit durch die schnellen S-Kurven im ersten Sektor schlichen. Alex Albon musste seinen Williams sogar kurz abstellen, weil es Komplikationen gab.

Wegen der Probleme und dem damit verbundenen Sicherheitsrisiko sollen daraufhin alle verzichtet haben, den Trick auch in der Qualifikation anzuwenden. In der Pause nach Suzuka hat sich nun auch die FIA noch einmal dazu eingeschaltet. Wie "The Race" berichtet, wurde den Teams nachdrücklich klargemacht, dass die Aktivierung des Notfallmodus nur in wirklichen Notfällen erfolgen darf.

Die anschließende Deaktivierung der MGU-K für 60 Sekunden bleibt auf jeden Fall bestehen, um die Fahrer davon abzuhalten den Trick zum Performance-Vorteil zu nutzen. Im Zweifel will die FIA die Telemetrie-Daten der betreffenden Autos in der Qualifikation prüfen, um nachzuweisen, dass der Notfallmodus regelwidrig aktiviert wurde. Dann drohen Strafen.

Fazit