Vor 30 Jahren stellte Mercedes das erste Safety-Car in der Formel 1 und prägte damit eine Ära. Von 1996 bis 2020 war der Hersteller der einzige Partner der Königsklasse für das Safety- und das Medical-Car. Von 2021 und 2025 musste sich der deutsche Autobauer diese Vormachtstellung mit Aston Martin teilen. In dieser Zeit wechselten sich die Fahrzeuge der beiden Marken an den Rennwochenenden ab.
Seit Beginn der Saison 2026 ist Mercedes Benz nun aber wieder der alleinige Ausrüster. Zur Feier des 30-Jährigen Jubiläums spendiert der deutsche Traditionshersteller ein neues Modell: Der Mercedes AMG GT 63 PRO feiert beim kommenden GP in Ungarn seine Premiere.
Damit geht das Fahrzeug als insgesamt 14. Safety-Car mit Stern in die Geschichte ein und löst damit den Mercedes-AMG GT Black Series ab, der seit 2022 genutzt wurde und seither insgesamt 51 Einsätze absolvierte.

30 Jahre Tradition: Seit 1996 ist Mercedes Partner der Formel 1 für Safety- und Medical-Car und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich dieses Sicherheitselement als festes Bestandteil für jedes Rennwochenende etablierte.
Weniger Leistung als Vorgänger?
Auf dem Papier wirkt der Wechsel allerdings eher wie ein Rückschritt: Der Mercedes AMG GT 63 PRO ist zwar ebenfalls mit einem 4,0-Liter-V8-Biturbo-Motor ausgestattet, kommt allerdings nur auf 612 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 317 km/h. Der bisherige Mercedes AMG GT Black Series lag mit 730 PS und 325 km/h deutlich darüber.
Beim Thema Safety-Car-Performance dürfte vielen Fans noch das erste Modell von Aston Martin in den Sinn kommen. Der Vantage geriet 2022 mit seinen damaligen 535 PS in die Kritik der F1-Piloten: Grund dafür war der Verlust der Reifentemperatur durch die langsamen Geschwindigkeiten während der Neutralisations-Phasen.
Aston Martin nahm sich der Kritik an und verpasste dem grünen Einsatzfahrzeug 2024 ein saftiges Upgrade. Die Leistung des 4,0 Liter Twin-Turbo V8 verbesserte sich dadurch um 30 Prozent auf insgesamt 665 PS.

Stammpilot Bernd Mayländer fuhr seine erste Saison als Safety-Car-Fahrer im Jahr 2000 und feierte damit im letzten Jahr sein 25-jähriges-Jubiläum.
Weitere Ausstattung
Für seine neue Rolle als Bernd Mayländers Dienstwagen auf der Rennstrecke ist der Mercedes AMG GT 63 PRO mit einem Performance-Paket ausgestattet. Zur Sonderausstattung gehört ein neuer Frontsplitter, zusätzliche aerodynamischen Leitelemente an der Fahrzeugfront (Dive Planes) und ein modifizierter Heckflügel mit aktivem Flap.
Darüber hinaus wurde eine Signalanlage in die Frontpartie, den Heckflügel sowie in Front- und Heckscheinwerfer integriert. Für die Kommunikation während des Einsatzes erhält das Fahrzeug zudem spezielle Funk-, GPS- und Kameratechnik.

So sieht der Innenraum des neuen Safety-Cars aus: Die Kommunikation mit der Rennleitung erfolgt über die FIA-spezifische Funk-, GPS- und Kameraausstattung und mithilfe des großen Bedientableaus.
Jubiläums-Design
Das neue Safety-Car trägt für das Premieren-Wochenende in Ungarn dazu auch noch ein Sonderdesign. Statt dem überwiegend roten Look bekommt der Mercedes nun großflächig einen schwarzen Anstrich – vor allem an der Front. Auf der Motorhaube und dem Dach prangt die große Jubiläumszahl 30 in Weiß.
Zum runden Geburtstag feierten die Stuttgarter in Budapest allerdings nicht nur das neue Einsatzfahrzeug. Mercedes holte zudem zwei frühere Safety-Car-Modelle aus der Museumsausstellung. Darunter befindet sich auch das erste Auto der inzwischen dreißigjährigen Tradition.

Das erste Safety-Car, ein Mercedes-Benz C 36 AMG, (links) kam am 30. Juni 1996 beim Großen Preis von Frankreich zum ersten Mal zum Einsatz. Das ehemalige Einsatzfahrzeug ist ganzjährig im Mercedes-Benz Museum ausgestellt.
Holprige Anfänge
Die Geschichte des Safety-Cars in der Formel 1 geht allerdings noch deutlich weiter zurück als die Mercedes-Ära: 1973 kam beim GP in Kanada erstmals überhaupt ein Safety-Car zum Einsatz. Damals entschied allerdings noch jeder Grand-Prix-Veranstalter selbst, welches Fahrzeug für diese Aufgabe eingesetzt werden sollte.
In Montreal fiel die Wahl auf einen knallgelben Porsche 914/6 mit dem Kanadier Eppie Wietze am Steuer. Das Experiment endete jedoch im Chaos: Unklarheiten in der Rennleitung und Verwirrung im Feld sorgten dafür, dass das Safety-Feature direkt wieder abgeschafft wurde.
Erst 1993 führte die Formel 1 das Safety-Car fest ein. Drei Jahre später übernahm schließlich Mercedes die Verantwortung und machte aus dem einstigen Experiment ein dauerhaftes, professionell koordiniertes Sicherheitselement, das heute zum festen Ablauf jedes Rennwochenendes gehört.












