Formel 1: McLaren findet nach dem Sprint den Schlüssel zur Norris-Pole

Weltmeister schlägt Mercedes-Duo
Norris zaubert bei Zandvoort-Pole

GP Niederlande 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.08.2026
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Lando Norris - McLaren - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
Foto: xpb

Nach dem nahezu ereignislosen Sprint am Samstagmittag (22.8.) war die Zeitenjagd um die besten Startplätze ein echter Krimi. Zum zweiten Mal in Folge setzte sich Lando Norris. Der Weltmeister schnappte sich wie in Budapest vor der Sommerpause die Pole-Position für das Rennen am Sonntag. Norris umrundete den 4,259 Kilometer langen Kurs in 1:11,163 Minuten.

"Ich bin etwas überrascht, aber es war echt eine gute Runde. Jeder pusht und ein paar Hundertstel machen den Unterschied. Wir haben nach dem Sprint ein paar Sachen gefunden. Wir mussten etwas ändern. Die kleinen Änderungen haben mir geholfen, mehr Performance zu finden. Ich bin auch gut gefahren", sagte der 26-Jährige.

Sein Teamchef Andrea Stella fügte hinzu: "Das Positive ist, dass wir bestätigt haben, dass unser Auto im Quali-Trimm gut funktioniert. Aber gleichzeitig haben wir im Sprint gesehen, dass unser Auto auf die Distanz nicht das beste ist. Da müssen wir uns verbessern. Wir aber nach dem Sprint das Setup gepasst. Wir müssen jetzt schauen, ob es im Rennen besser klappt, wie wir mit den Reifen dann letztendlich umgehen werden. Es hilft natürlich, wenn wir in sauberer Luft fahren."

Im Sprint litten sowohl Norris als auch Teamkollege Oscar Piastri unter der fehlenden Pace. Dank der Änderungen sieht sich McLaren auf Augenhöhe mit Mercedes und Ferrari. Letztere hat man beim Rennstall aus Woking für die 72 Runden auf dem Zettel. Das Tempo über die Distanz der Roten war im Sprint stark.

George Russell - Kimi Antonelli - Mercedes - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
xpb

Russell im Aufwind

George Russell hätte nach seinem Erfolg im Kurzformat gerne nachgelegt und die Pole-Position eingefahren. Letztendlich fehlte dem 28-Jährigen eine Zehntelsekunde auf seinen englischen Landsmann. "Ich dachte, wir hätten um die Pole kämpfen können. Ich bin trotzdem zufrieden, wie es gelaufen ist."

Nach der schwächeren Phase vor der vierwöchigen Pause baut der Silberpfeil-Chauffeur in Zandvoort peu à peu wieder sein Selbstvertrauen auf. "Das Gefühl des Autos kommt mir wieder mehr entgegen. Meine Psyche ist wiederhergestellt." Im Kampf um den Sieg mit Norris sieht er jedoch einen limitierenden Faktor: "Wir haben das bessere Rennauto, aber leider einen Topspeed-Nachteil. Es wird kompliziert, vorbeizukommen."

Stallgefährte Kimi Antonelli war weitere drei Hundertstelsekunden langsamer als Russell. "Es war eine schwierige Session für mich. Bei meinem letzten Versuch habe ich einen kleinen Fehler in Kurve 1 gehabt und konnte deshalb nicht Pole holen. Teamchef Toto Wolff bilanzierte: "Budapest und Zandvoort waren noch nie unsere Lieblingsstrecken. Jedes Auto hat seine DNA. Aber ich bin zufrieden. In Q2 hätte ich nicht gedacht, dass wir so nah dran sind. Bei Kimi war es die erste Kurve und dann war die Pole weg. Und bei George war es Kurve 8. Für uns spricht der gute Longrun. Aber wenn du am Start nicht vorne bist, wirst du nicht vorbeikommen."

Hamilton fängt noch Leclerc ab

Hinter dem Mercedes-Duo qualifizierte sich Oscar Piastri. Der Australier verlor nur anderthalb Zehntel auf die Pole-Zeit. Hinter den ersten vier folgten dann die Ferrari mit Respektabstand. Im Gegensatz zur Konkurrenz fuhren Charles Leclerc und Lewis Hamilton eine Aufwärmrunde mehr. Das ließ noch einen Zeitensprung zu. Die Gegner hingegen hetzten wegen des angekündigten Regens in den letzten fünf Minuten, um noch einen Versuch zu setzen.

Hamilton schaffte es an einem für ihn bisher schlecht verlaufenden Wochenende, Leclerc noch von P5 zu schubsen. Zwar stimmt die Renn-Pace, aber Überholen scheint auf dem kurzen Dünenkurs nahezu unmöglich zu sein. Erst hinter den beiden Ferrari landete Max Verstappen. Seine Fans haben beim vorerst letzten Auftritt in Zandvoort keinen Grund zu jubeln. "Wir haben eine große Sache geändert. Aber es hat sich gleich angefühlt. Wenn es morgen trocken ist, sind wir einfach zu langsam, war der viermalige Weltmeister ehrlich.

Der zu Red Bull aufgerückte Liam Lawson schaffte den achten Rang und verlor nur 0,115 Sekunden auf Verstappen. Und das, obwohl Lawson vor dem Wochenende noch nie im Red Bull gesessen hatte. Aus Audi-Sicht war das Ergebnis von Gabriel Bortoleto erfreulich, der Neunter wurde. Sein Teamkollege Nico Hülkenberg kam über Rang 13 nicht hinaus. Seine Mechaniker hatten nach dem technischen Defekt im Sprint eine neue Antriebseinheit im R26 verbaut.

Fazit