Formel 1: Nutzt Ferrari den Regen-Vorteil im Rennen von Miami?

Feuchte Wetter-Prognose für Miami
Nutzt Ferrari den Regen-Vorteil?

GP Miami 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.05.2026
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Ferrari - Pirelli Regenreifen-Test - GP Miami 2026
Foto: Pirelli

Die Aussichten verheißen nichts Gutes. Gewitter rollen auf die Südwest-Küste von Florida zu. Für den Rennsonntag beziffern die Meteorologen die Regenwahrscheinlichkeit auf 80 Prozent. Einige Prognosen rechnen nicht nur mit kurzen Schauern, sondern mit teilweise heftigen Gewittern. Wenn es in der Umgebung blitzt, darf in den USA aus Versicherungsgründen gar nicht gefahren werden.

Dass es so schlimm kommt, wollen wir nicht hoffen. Aber auch die Fahrt auf einer leicht feuchten Piste könnte schon für chaotische Verhältnisse sorgen. Bei den drei Rennwochenenden in Melbourne, Shanghai und Suzuka blieb die Piste stets trocken. Und auch bei den beiden Tests vor der Saison in Bahrain konnten die profilierten Pirelli-Reifen stets im Regal bleiben.

Sollte es wirklich am Sonntag (3.5.) zum ersten Mal regnen, wäre das für die meisten Fahrer eine Reise ins Ungewisse. Die neue Rennwagen-Generation ist mit dem heftigen Elektro-Punch nur schwer zu bändigen. Der Abtrieb über die Flügel wurde auch noch beschnitten. Diese Kombination wird auf einer rutschigen Piste zu einer ganz besonderen Herausforderung für die Piloten.

Max Verstappen - Red Bull - Testfahrten - Barcelona - Formel 1 - Saison 2026
Red Bull

Ferrari mit drei feuchten Testtagen

Die Bedingungen sind aber nicht für alle neu. In der Shakedown-Woche von Barcelona Ende Januar gab es einen verregneten Tag, an dem die meisten Teams jedoch einfach ausgesetzt haben. Nur Ferrari und Red Bull nutzten die Gelegenheit, um erste Daten auf feuchter Piste zu sammeln. Isack Hadjar schmiss den neuen Red Bull RB22 allerdings direkt mal in die Bande.

Der Youngster erinnert sich noch gut an seine ersten Regenrunden mit dem aktuellen Auto: "Das große Problem liegt darin, Temperatur in den Intermediatereifen zu bekommen. Sobald etwas mehr Wasser auf der Strecke steht, muss man direkt auf den richtigen Regenreifen wechseln. Es wäre sicher nicht ideal, die ersten Runden auf feuchter Piste direkt im Rennen zu drehen. Das könnte witzig werden."

Die meisten Kilometer auf nassem Asphalt haben bisher die beiden Ferrari-Fahrer abgespult. Lewis Hamilton und Charles Leclerc haben nicht nur den erwähnten Shakedown-Tag in Barcelona bei Regen absolviert, sondern auch noch zwei Testtage für Pirelli auf der künstlich bewässerten Piste in Fiorano hinter sich.

Ferrari - Pirelli Regenreifen-Test - GP Miami 2026
Pirelli

Leclerc mit Regen-Erfahrung

Dabei sind zwar nicht die aktuellen Reifen-Spezifikationen, sondern Prototypen für 2027 zum Einsatz gekommen, aber zumindest konnten die Piloten ausgiebig lernen, wie das neue Auto auf die rutschigen Bedingungen reagiert.

"Das verrückte mit diesen Autos ist, dass man bei Regen auf den Geraden schneller ist als bei trockenen Bedingungen", erklärte Charles Leclerc in Miami. "Die Elektro-Power geht nicht so schnell aus, weil man auf dem Rest der Strecke deutlich weniger davon nutzt. Man kommt also am Ende der Geraden auf höhere Geschwindigkeiten. Das ist nicht gerade intuitiv."

Der Monegasse berichtete außerdem, dass die Autos in den Kurven bei Nässe besser reagieren, weil sie leichter sind als ihre Vorgänger. Allerdings sieht Leclerc auch ein Sicherheitsproblem: "Auf den Geraden kann es zu heiklen Situationen kommen, wenn man wenig sieht und die Autos in unterschiedlichen Fahrmodi unterwegs sind. Das müssen wir noch in den Griff bekommen."

Bei schlechter Sicht drohen Auffahrunfälle. "Wir sind dann nur noch Passagier. Da geht es nicht um Mut. Früher konnte man als Fahrer annehmen, dass die anderen ungefähr mit dem gleichen Tempo unterwegs sind und nicht langsamer fahren. Das ist nun nicht mehr der Fall. Wir fahren also alle Vollgas und schauen mal, was dabei rauskommt. Daran müssen wir sicher noch arbeiten."

Fazit