Max Verstappen ist der größte Kritiker der neuen Rennwagen im Fahrerfeld. Auch die Nachjustierung an den Energie-Regeln hat daran nichts geändert. Nach Ansicht des Niederländers wurde das Problem damit nur angekratzt.
"Die Änderungen, die vorgenommen wurde, sind eher wie ein kleines Kitzeln", sagte der Red-Bull-Fahrer am Medientag in Miami. "Am Ende ist die Formel 1 ein sehr komplexer und politischer Sport. Ich denke, alle haben ihr Bestes versucht, zumindest etwas zu tun – aber die Maßnahmen werden nicht die Welt verändern."
Eine Senkung des Lade-Limits und eine Erhöhung des Super-Clippings auf die vollen 350 Kilowatt sollen in der Qualifikation sicherstellen, dass sich die Fahrer weniger auf Energiemanagement konzentrieren und wieder mehr Vollgas geben können. Nach ersten Proberunden im Simulator erwartet Verstappen aber nicht, dass im Qualifying am absoluten Limit gefahren werden kann.

Wie lange sehen wir Verstappen noch in der Formel 1?
Noch keine Entscheidung über Zukunft
"Es ist noch nicht das, was wir brauchen, um wirklich voll fahren zu können", klagte der Vierfach-Champion. "Aber es ist kompliziert, alle dazu zu bringen, sich zu einigen. Ich hoffe nur, dass wir für nächstes Jahr wirklich große Veränderungen hinbekommen."
Laut Verstappen lag der größte Gewinn darin, dass die Fahrer nun mitreden dürfen: "Das Positive daran ist, dass wir ein paar gute Meetings mit der Formel 1 und der FIA hatten. Und ich denke, das ist hoffentlich ein Startpunkt für die Zukunft. Selbst wenn ich in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr hier bin, hoffe ich wirklich, dass es auch künftig mehr Input der Fahrer geben wird."
Verstappen betonte noch einmal, dass ihm der Spaß an der Formel 1 mit den aktuellen Autos abhandengekommen ist. Und daran ändern auch die Regelanpassungen nichts. Noch habe er keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. Sollte die Königsklasse nicht schnell etwas ändern, muss man aber mit dem Abschied des Superstars rechnen.

Verstappen will so viele GT3-Rennen fahren, wie der Kalender zulässt.
Weitere GT3-Auftritte geplant
Seinen Spaß holt sich das Vollgastier aktuell lieber mit seinen GT3-Engagements. Zwei Wochen nach Miami geht er zum ersten Mal beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring an den Start. Im Gegensatz zur Formel 1 besteht hier auch eine realistische Siegchance: "Wir haben uns so gut vorbereitet, wie es ging. Bei den Fahrern sieht es gut aus, auch das Team ist stark. Natürlich kommt es noch auf die BOP-Einstufung an. Und ob wir das Auto heil über die Distanz bringen."
Mit dem Auftritt beim Saisonhöhepunkt soll die Sportwagen-Karriere des Red-Bull-Piloten übrigens längst noch nicht vorbei sein: "Ich will noch mehr Rennen fahren", verriet Verstappen. "Natürlich hängt das auch immer vom Kalender ab. Wenn es terminlich gepasst hätte, hätte ich dieses Jahr auch noch beim 24h-Rennen in Spa-Francorchamps teilgenommen. Ich werde so viel fahren, wie ich kann."












