Formel 1: Red Bull wieder chancenlos – Was macht Max Verstappen?

Red Bull fährt in Barcelona hinterher
Was macht Max Verstappen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.06.2026
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Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: xpb

Ein Blick auf das Endresultat des Barcelona-Grand-Prix (14.6.) genügt, um zu wissen, wie es in Max Verstappen aktuell aussieht. Satte 40 Sekunden verlor der aktuell wohl beste Formel-1-Fahrer im Rennen auf Sieger Lewis Hamilton. Der Red-Bull-Pilot hatte keine Chance, in den Kampf um das Podium einzugreifen.

"Die Strategie selbst war gut, ich hatte immer die richtigen Reifen am Auto. Aber wir waren auf allen Reifen einfach nicht schnell genug unterwegs", bilanzierte Verstappen. Der 28-Jährige fuhr wie Hamilton ebenfalls eine Drei-Stopp-Strategie. Dennoch verlor er über 66 Runden jede Menge Zeit.

Nach dem dritten Rang in Montreal (24.5.) und dem zweiten Startplatz beim Monaco-GP (7.6.) war Barcelona ein Rückschlag für das Top-Team. Schon in der Qualifikation verlor der viermalige Weltmeister mehr als drei Zehntel auf Pole-Setter George Russell im Mercedes und wurde Fünfter.

Die positive Überraschung aus Sicht von Red Bull war der sechste Rang von Isack Hadjar. Der Franzose war nur eine halbe Zehntelsekunde langsamer als der Superstar. Nachdem in den letzten Jahren alle Teamkollegen schlecht gegen Verstappen aussahen, macht Hadjar diese Saison eine deutlich bessere Figur.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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Verstappen fordert Updates

Der Start ging beim 21-Jährigen zwar daneben, anschließend zeigte der Mann aus Paris aber eine gute Aufholjagd, die auf Rang sechs endete. Verstappen wurde Vierter, profitierte dabei aber von Kimi Antonellis Ausfall. Barcelona öffnete den Ingenieuren die Augen. Die selektive Strecke bringt die Schwächen eines Autos gnadenlos zum Vorschein. Die langsamen und schnellen Kurven erfordern Abtrieb und mechanischen Grip. Zudem fraß der RB22 bei einer Asphalttemperatur von 50 Grad Celsius zu stark die Reifen auf.

Red Bull hat Aufholbedarf. "Wir liegen hinter Ferrari, Mercedes und McLaren und müssen jetzt schnell weitere Upgrades bringen. Denn so läuft es in diesem Jahr: Wer ein gutes Upgrade hat, macht Fortschritte", forderte Verstappen seine Ingenieure auf, den Red Bull zu verbessern.

"Wir gehören zu den Top 4 – allerdings nicht auf jeder Strecke. In Kanada konnten wir um das Podest kämpfen, hier aber nicht. Wir hatten schon erwartet, dass wir in Barcelona Probleme haben würden", erklärte Teamchef Laurent Mekies. "Uns fehlen drei bis vier Zehntel auf die Spitze. Aber wir sind näher dran als zu Beginn des Jahres. Da haben wir auf ähnlichen Strecken wie Suzuka oder Shanghai mehr Zeit verloren. Es bestätigt unseren Fortschritt."

Neue Teile für Österreich-GP

Der soll in Spielberg (28.6.) weitergehen. Das Auto leidet noch an Übergewicht. Vor einigen Wochen war bereits durchgesickert, dass der Red Bull beim Österreich-GP nicht mehr ganz so viele Pfunde mit sich herumschleppen soll. "Jeder hat hart daran gearbeitet. Aber es ist klar, dass das Paket für Österreich nicht reicht, um den gesamten Rückstand aufzuholen. Es wird uns jedoch näher an die Spitze bringen", versprach Mekies in Barcelona.

Den besten Antrieb soll Red Bull bereits haben. Die FIA-Liste nach dem Monaco-GP wies aus, dass die Techniker den von Red Bull Powertrains gebauten Motor an der Spitze sehen. Sogar vor Mercedes. Das gefiel dem Team aus Milton Keynes allerdings nicht. Denn das bedeutet, dass Mercedes jetzt laut des ADUO-Mechanismus ein Upgrade in der laufenden Saison am Motor bringen darf. Red Bull hingegen keins.

"Wir haben die vorläufigen Daten von der FIA erhalten. Und natürlich waren wir darüber sehr überrascht, wie viele andere auch. Wir stehen mit der FIA in Kontakt und legen alle Daten auf den Tisch, damit sie am Ende das komplette und richtige Bild haben. Zu diesem Zeitpunkt möchte ich mich gar nicht weiter zu dem Thema äußern, bevor sie ihre Analyse abgeschlossen haben. Der Job ist schwierig genug für sie", so Mekies zu dem Thema.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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Ist Verstappen zu halten?

Selbst wenn Red Bull den besten Antrieb hat: Der Konkurrenz von Ferrari, Mercedes und McLaren fährt man aktuell hinterher. Daran ändert auch Ausnahmekönner Max Verstappen nichts. Die Ausstiegsklausel könnte er dieses Jahr ziehen. Der 1. Juli ist der Stichtag, an dem der Niederländer auf Platz zwei der Fahrerwertung liegen müsste. Nur dann wäre die Weiterbeschäftigung gesichert. Das ist aber rechnerisch gar nicht mehr möglich. Bei noch einem ausstehenden Grand Prix vor dem Stichtag rangiert er auf P7, mit 60 Punkten Abstand auf den Tabellenzweiten Lewis Hamilton.

Welche Alternativen hätte Verstappen? Ferrari ist nach der Vertragsverlängerung von Charles Leclerc vor dem Monaco-GP keine Option. Lewis Hamilton hat noch einen laufenden Vertrag und liefert momentan ab. Bei Mercedes ist Kimi Antonelli auf dem Weg zum neuen Superstar. George Russell hat im Vorjahr einen neuen Kontrakt unterschrieben – allerdings mit beidseitigen Ausstiegsklauseln.

Bleibt als Option noch McLaren. Zwar verfügen auch Lando Norris und Oscar Piastri über Verträge über 2026 hinaus, doch im Fahrerlager halten sich hartnäckige Gerüchte, dass Piastri eventuell mit Verstappen das Cockpit tauschen könnte – was allerdings von beiden Seiten dementiert wird.

Oder Verstappen hört am Ende tatsächlich auf. Der Vollgas-Rennfahrer hat schon häufig über die aktuellen Regeln gemeckert. Die Anpassung des Power-Splits auf 60/40 wurde ja kürzlich um ein Jahr verschoben, was die Laune des Niederländer sicher nicht verbessrt haben dürfte. Red Bull muss seine Probleme lösen, ansonsten bleibt der Abgang Verstappens eine große Gefahr.

Fazit