Mercedes reist mit einer offenen Frage nach Spielberg. Warum hat der W17 Stromausfälle, die auf Prüfständen nie vorkamen? Die Situation für das Spitzenreiter-Team ist besorgniserregend. Die wiederholten technischen Defekte folgen keinem klaren Muster. Technikchef James Allison bezeichnet diese Ausfälle auf dem hauseigenen YouTube-Kanal als "sehr, sehr schmerzhaft".
Nach dem Ausrollen von Kimi Antonelli in Barcelona bestätigt der Ingenieur, dass die Elektrik Grund zur Sorge macht. Er erklärt das Problem genauer: "Jeder, der den Sport aufmerksam verfolgt, wird gesehen haben, dass dies im Laufe der Saison bereits einige Autos mit Mercedes-Motor lahmgelegt hat. Sie sind nicht alle identisch, aber sie haben ihren groben Ursprung im selben Teil der Batterie." Allison ist dennoch zuversichtlich für die Zukunft. Mit Änderungen an der Hardware soll sich die Lage wieder bessern.
Eine Überhitzung allein erklärt die Probleme nicht. Die Ausfälle passierten sowohl bei Hitze in Spanien als auch bei Kälte in Kanada. In Montreal schied George Russell in Führung liegend mit demselben Defekt aus. Eine andere Hypothese bezieht sich auf die Belastungen im Rennbetrieb. Vibrationen durch Randsteine und Kompressionen sind eine mögliche Ursache. Sie könnten zu minimalen Spannungsabfällen im elektrischen System führen. Solche Effekte können auf dem Prüfstand nicht zum 100 Prozent simuliert werden.
Mercedes will vorsichtiger agieren
"Das Team tendiert dazu, einen kleinen halben Schritt zurückzutreten, um vorsichtiger mit dem Material umzugehen", kündigt Allison eine neue Herangehensweise an. Gleichzeitig sucht ein anderer Teil des Teams nach der eigentlichen Ursache. Das Ziel: "Etwas auf den Tisch zu legen, das ausreichend robust ist." Zuerst wird das anfällige Teil also geschont. Danach wird an einer dauerhaften Lösung gearbeitet. "Die erlaubt dann, dass wir wieder ans Limit gehen", formuliert der Engländer die Hoffnung auf eine zuverlässigere Zukunft.
Das kommende Österreich-Wochenende (26. bis 28. Juni) wird der nächste Test für die Batterie. Momentan sind Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius für alle drei Tage vorhergesagt. Auf dem Papier ist die Strecke sehr gut für Mercedes. Lange Beschleunigungsphasen sollten die starke Traktion des W17 zeigen. Dafür hatte man im heißen Barcelona (14.6.) einen höheren Reifenverschleiß als Konkurrent Ferrari.

Wie geht das Duell zwischen Mercedes und Ferrari in Spielberg aus?
Siegt Ferrari erneut?
Die Scuderia dürfte vor allem im letzten Sektor mit seinen langen Kurven stark sein. In den schnellen Kurven spielt der SF-26 seine Abtriebs-Vorteile am besten aus. Zusätzlich bringt Ferrari eine Weiterentwicklung der Power-Unit, die rund eine Zehntelsekunde pro Runde bringen soll.
Die Roten hoffen nach dem Barcelona-Sieg von Lewis Hamilton auf den nächsten Erfolg. Sollte die Zuverlässigkeit stimmen, dürfte Mercedes aber im Vorteil sein.












