Der Monaco-Grand-Prix hatte für erhebliche Diskussionen gesorgt, nachdem die FIA einen Messfehler bei der Geschwindigkeitsüberwachung in der Boxengasse einräumen musste. Russell war während des Rennens wegen eines vermeintlichen Tempoverstoßes zunächst mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt worden. Als sein Team diese beim Boxenstopp nicht ordnungsgemäß absitzen ließ, folgte eine Durchfahrtsstrafe, die Russell aus den Punkten warf.
Nachdem Alpine erfolgreich gegen die Strafen von Pierre Gasly Berufung eingelegt und dessen dritten Platz zurückerhalten hatte, sah auch Mercedes eine Möglichkeit, die Sanktionen gegen Russell anzufechten. Toto Wolff hatte schon in Barcelona bestätigt, dass man mit den eigenen Anwälten in Kontakt stehe, auch wenn er die Aussichten auf Erfolg eher als gering erachtete.
Um sich alle Optionen offenzuhalten, hatte der Rennstall dennoch einen offiziellen Antrag zur Überprüfung gestellt. Die FIA hatte auch schon einen Termin für die Anhörung festgelegt. Der Fall hätte am Samstag verhandelt werden sollen. Nun folgte der plötzliche Rückzieher von Mercedes.

Teamchef Toto Wolff will den Monaco-Streit beilegen.
Berufung beschädigt den Sport
In einer ausführlichen Erklärung begründete das Team seine Entscheidung: "Wir können bestätigen, dass wir unseren Antrag auf Überprüfung bezüglich der Strafen von George Russell beim Monaco-Grand-Prix zurückgezogen haben. Nach der Entscheidung, Pierre Gaslys Zeitstrafe zurückzunehmen, war es wichtig für uns, alle verfügbaren Optionen zu prüfen, um die Auswirkungen von Georges Boxengassenstrafe auf sein Rennergebnis auszuloten."
Das Team betonte weiter: "In konstruktiven Gesprächen mit der FIA und der Formel 1 wurde uns dargelegt, dass die einzigartigen Umstände des Monaco-Grand-Prix mit Nachdruck überprüft werden und die Faktoren, die diese verursacht haben, proaktiv zu ermitteln. Angesichts dieser Entschlossenheit sind wir zu dem Schluss gekommen, dass unser Antrag weder unserem Team noch dem Sport dienen würde."

Andrea Stella und Laurent Mekies haben das FIA-Berufungsgericht um Klärung gebeten.
Red Bull und McLaren ziehen durch
Während Mercedes seinen Antrag nun also zurückgezogen hat, gehen McLaren und Red Bull mit dem Fall weiter vor. Beide Teams haben Berufung beim internationalen Berufungsgericht der FIA gegen die Wiederherstellung von Gaslys Podiumsplatz eingelegt
McLaren hatte damit argumentiert, dass die Entscheidung im Fall Alpine das Risiko birgt, sportliche Ungleichheit zu schaffen und das Vertrauen in die konstante Anwendung der FIA-Sportregeln zu untergraben. Die Monaco-Affäre bleibt somit weiterhin ein Thema – auch wenn Mercedes sich nun aus dem juristischen Streit zurückgezogen hat.












