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Mercedes - V6 Hybrid - Formel 1-Motor 2015
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Mercedes: Gegner vermuten Ladeluftkühler-Trick

Red Bull sucht Mercedes-Geheimnis Liegt der Trick im Intercooler?

Seit dem GP England haben Red Bull und Ferrari den Verdacht, dass Mercedes Leistung gefunden hat. Jetzt glauben die Gegner zu wissen, worum es sich handelt. Red Bull hat eine Anfrage an die FIA geschickt.

Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Seit dem GP England hat Red Bull das Gefühl, dass Mercedes in den Beschleunigungsphasen deutlich an Leistung gewonnen hat. Seit jenem Rennen hat sich das Kräfteverhältnis zwischen Mercedes und Red Bull-Honda auf den Geraden wieder umgedreht.

Während in den Rennen zuvor Red Bull in allen Vollgaspassagen signifikant Zeit auf den WM-Gegner gewonnen hat, ist es seit Silverstone andersherum. Mercedes erklärte das zuletzt mit unterschiedlichen Flügeleinstellungen und beteuert, dass ihr Motor seit Saisonbeginn die gleiche Leistung abgibt und dass man auch nichts an der Antriebseinheit geändert hat.

Das muss zu der jüngsten Theorie von Red Bull aber kein Widerspruch sein. Demnach hat Mercedes die gleiche Maximal-Leistung, verteilt sie aber anders. Auch Ferrari soll an der Sache dran sein. Beide Teams glauben zu wissen, wie sich der Weltmeister zu Beginn der Geraden einen Vorteil verschafft hat.

Piola F1-Technik - Motor - Power Unit - 2014
Piola Animation
Der Kompressor am Turbo schickt verdichtete Luft zum Ladeluftkühler, von wo sie zum Plenum weitergeleitet wird.

Kalte Luft bringt mehr Leistung

Der Verdacht wurde geschürt, weil die Silberpfeile laut GPS-Daten aus langsamen Kurven heraus beim Beschleunigen massiv Zeit gewinnen. Tatsächlich konnte man in Silverstone und in Budapest den Eindruck gewinnen, dass die Mercedes im direkten Vergleich mit der Konkurrenz wie ein Torpedo Fahrt aufnehmen, am Ende der Gerade aber nicht unbedingt schneller sind. Außer sie haben kleinere Flügel am Auto.

Das Geheimnis sitzt nach Meinung der Konkurrenz im Ladeluftkühler. Die komprimierte Luft wird dort im Normalfall von 100 Grad auf Umgebungstemperatur runtergekühlt. Die Regeln geben aber laut einer Technischen Direktive etwas mehr Spielraum. Das untere Limit liegt bei 10 Grad unter der Außentemperatur.

Im Teillastbereich liegen die Temperaturen der Luft durch alle Instanzen naturgemäß niedriger als bei Volllast. Da kalte Luft dichter ist als warme, kann proportional mehr Kraftstoff verbrannt werden. Und das bedeutet mehr Leistung. Wer es schafft, sich den Anteil kühler Luft für den ersten Part des Volllastbereichs zu reservieren, hat im Beschleunigungsprozess einen Vorteil. Und dabei gewinnt man die meiste Rundenzeit.

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Wilhelm
Die Mercedes-Konkurrenz hat bei der FIA eine Anfrage deponiert, um hinter das Geheimnis zu kommen.

Sensor im Verdacht

Und so soll das ganze funktionieren. Nach der Theorie von Red Bull und Ferrari schafft es Mercedes durch eine geschickte Luftführung zwischen Ladeluftkühler und Plenum eine Zeitlang kühle von warmer Luft zu separieren und so in der Anfangsphase der Beschleunigung bis zu 20 PS zu gewinnen. Später schiebt der Verdichter nur noch wärmere Luft nach und der Vorteil verpufft.

Das wäre zunächst alles noch im erlaubten Bereich. Die Frage lautet, wie weit die Luft, die in das Plenum geleitet wird, abgekühlt werden kann und ob der Sensor an einer Stelle montiert ist, an der relevante Werte ermittelt werden.

Red Bull hat da seine Zweifel. Man glaubt, dass der Sensor an einer Stelle misst, an der sichergestellt ist, dass die Temperatur im Luftsammler auf jeden Fall über der geforderten Grenze liegt. Red Bull hat jetzt bei der FIA eine offizielle Anfrage eingereicht. Manche sprechen auch von einer Beschwerde.

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