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Red-Bull-Kehrtwende: Porsche-Deal schon gestorben?

Red Bull will keine Anteile verkaufen Porsche-Deal schon tot?

Red Bull hat klargemacht, dass die Unabhängigkeit des Teams wichtiger ist als ein Motorenvertrag. Das fordert Porsche heraus. Ziel ist es, die Schwaben auf die Bedingungen zu drücken, die ursprünglich vereinbart waren.

Noch ist die Traumehe von Red Bull und Porsche nicht geplatzt, aber die Hochzeit wurde aufgeschoben. Nach Aussage von Red Bull liegen die Verhandlungen momentan auf Eis. Sportdirektor Helmut Marko spricht von "Stillstand". Der Rennstall ist nicht bereit, Teile seines Teams oder der Holding zu verkaufen, schon gar nicht 50 Prozent.

Sportdirektor Helmut Marko und Teamchef Christian Horner pochen auf ihre Unabhängigkeit. Und werden dabei von Firmengründer Dietrich Mateschitz unterstützt. Gerüchten zufolge gab es in der Sommerpause auch eine Reise nach Bangkok, um die thailändischen Mehrheitseigentümer auf die neue Linie einzuschwören.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärte in Zandvoort: "Wir sind ein unabhängiges Team und haben immer so operiert, um flexibel und schnell und effizient zu arbeiten. Das ist ein Teil der DNA von Red Bull. Die Antriebseinheit ist eine andere Herausforderung. Wenn es einen Partner gibt, mit dem wir zusammenarbeiten können, macht das Sinn."

Helmut Marko & Christian Horner - Red Bull - F1 2022
Red Bull
Die Red-Bull-Verantwortlichen sind immer noch offen für einen Porsche-Deal - aber nur zu bestimmten Konditionen.

Porsche wollte mehr

Das Tuch ist also noch nicht zerrissen. Wenn die Bedingungen stimmen, ist eine Zusammenarbeit mit Porsche immer noch möglich. Man wäre bereit, Anteile an der Motorensparte "RB Powertrains" an Porsche zu veräußern, lässt Marko durchblicken.

Die Dissonanzen in den Gesprächen mit Porsche entstanden offenbar, als Porsche die Vereinbarungen änderte und einen höheren Anteil am Mutterkonzern "Red Bull Technologies" forderte als ursprünglich vereinbart. Mit dem entsprechenden Mitspracherecht.

Marko und Horner wollen sich in ihrem Kerngeschäft aber nicht reinreden lassen. Deshalb ist Honda im Moment der ideale Partner. Die Japaner liefern einen Siegermotor, mischen sich aber in Entscheidungen des Teams nicht mit ein. Das eigene Nachwuchsprogramm hat Honda mit dem Red-Bull-Junior-Team verkuppelt. Aber auch hier bestimmt Red Bull am Ende, welcher Fahrer den Zuschlag bekommt.

Red Bull Fabrik - Milton Keynes - 2021
Red Bull
Red Bull hat in Milton Keynes eine eigene Motorenfabrik aufbegaut. Zur Not baut man den Antrieb komplett in Eigenregie.

Notfalls im Alleingang

Red Bull lässt Porsche ziemlich deutlich wissen, dass man notfalls auch alles im Alleingang machen könne. Bei RB Powertrains haben die mittlerweile bereits 300 Mitarbeiter bereits einen Prototypen des 2026er Motors fertiggestellt. Das Aggregat für die Zukunft läuft bereits auf dem Prüfstand.

Horner verrät: "Wir haben viele der besten Talente aus der Formel 1 für Red Bull Powertrains rekrutiert, wir haben eine Fabrik innerhalb von 55 Wochen gebaut und voll funktionsfähige Prüfstände. Unser Weg hängt nicht von einem Investment oder Engagement von außen ab. Wenn es strategisch den richtigen Partner gibt, dann sind wir natürlich daran interessiert." Porsche wäre ein solcher Partner.

In Zuffenhausen muss man sich aber von dem Gedanken verabschieden, durch die Hintertür ein Formel-1-Team zu übernehmen. Bei Erfolg ist es auch ziemlich egal, ob man Teamanteile hat oder nicht. Wer Siege gut vermarktet, bekommt auch als Motorenlieferant genug vom Ruhm ab.

Mercedes hat das zum Beispiel lange so praktiziert. McLaren war als Chassispartner auch eine starke Marke und die Motoren wurden bei Ilmor in Brixworth gebaut und nicht bei Mercedes in Stuttgart. Gewonnen hat am Ende trotzdem Mercedes.

Audi F1-Showcar - Studio - 2022
xpb
Im Gegensatz zu Audi kann Porsche keinen F1-Motor im Alleingang bauen.

Porsche auf Red Bull angewiesen

Red Bulls Hinhaltepolitik bringt Porsche in Zugzwang. Wegen des inzwischen genehmigten Börsengangs noch vor Ende des Jahres wird das Zeitfenster einer Einigung immer enger. Bis nach dem Börsengang zu warten hieße die FIA-Einschreibefrist am 15. Oktober verpassen. Da Porsche dem F1-Management und dem Weltverband extrem wichtig ist, sucht man gerade nach Notlösungen zum Terminkonflikt.

Alternativen gibt es für Porsche nicht. In Zandvoort wurde kolportiert, dass McLaren eine Ausweichadresse sein könnte, weil man in Zuffenhausen Teamchef Andreas Seidl bestens kennt. Doch wie Audi bereits erfahren hat, ist auch McLaren nicht gewillt sein Team zu verkaufen.

Und Porsche müsste dann den Antrieb ganz alleine bauen. Dazu hat man weder das Personal noch die Infrastruktur. Deshalb wäre die Verbindung mit Red Bull so ideal. Dort findet man eine funktionstüchtige Motorenfabrik vor, die mit der Entwicklung des 2026er Motors im Zeitplan liegt. Porsche müsste nur seine Expertise auf bestimmten Gebieten beisteuern.

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