Formel 1: Deshalb muss Red Bull den neuen Heckflügel wieder abbauen

Nach Verstappen-Crash
Red Bull baut Macarena-Flügel wieder ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.07.2026
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Red Bull Heckflügel - GP England 2026
Foto: xpb

Formel-1-Autos sind Prototypen. Nicht immer funktionieren neue Teile auf der Strecke so, wie es sich die Ingenieure vorher ausgemalt haben. Am neuen Red-Bull-Heckflügel, der beim Rennwochenende in Miami sein Debüt feierte, hatten die Techniker schon seit dem Herbst im letzten Jahr gefeilt. Aber offenbar war das Bauteil immer noch nicht ganz ausgereift, was sich aber erst in der Praxis herausstellte.

Das Besondere an dem Flügel ist seine Funktionsweise. Im sogenannten "Straight Line Modus" (SLM) klappt der Flap nicht einfach nach oben. Stattdessen rotiert das hintere Element ein halbes Mal um die eigene Achse und schwebt anschließend förmlich über dem restlichen Flügel. Die größere Lücke gegenüber der konventionellen Bauweise soll den Luftwiderstand auf den Geraden verringern.

Ferrari hatte zuvor schon ein ähnliches Konzept zum Einsatz gebracht. Hier rotiert der Flap aber über die vordere Kante nach oben, bei Red Bull dreht sich der Flap über die hintere Kante. Dazu hat Ferrari den Mechanismus in den Endplatten untergebracht, beim RB22 gibt es einen zentralen Aktuator.

Max Verstappen - Red Bull - Heckflügel - GP Miami 2026
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FIA leitet Untersuchung ein

Während Ferrari noch keine Probleme mit dem komplizierten Mechanismus zu beklagen hatte, gab es bei Red Bull schon zwei dramatische Zwischenfälle. Im Spielberg-Qualifying verlor Max Verstappen in der vorletzten Kurve die Kontrolle über sein Auto, weil sich der Flap nicht richtig geschlossen hatte. In Silverstone rutschte er acht Tage später bei knapp 300 km/h ins Kies. Wieder lieferte der Flügel nicht den Anpressdruck, den der Pilot erwartet hatte.

Die FIA leitete anschließend sogar eine Untersuchung ein. Die Regelhüter wollten klären, ob das Konzept ein generelles Sicherheitsproblem in sich trägt. Dazu wurden Ingenieure von beiden Teams befragt, die den sogenannten "Macarena"-Flügel im Einsatz haben. Eine offizielle Reaktion der Schiedsrichter gab es aber noch nicht.

Red Bull reagierte für Spa aber auch ohne offizielle Aufforderung. Schon am Donnerstag (16.7.) konnte man erkennen, dass die Autos in den Garagen wieder mit dem alten, konventionellen Flügel-Modell bestückt wurden. Für die Power-Strecke in Spa mit seinen langen Geraden und fünf SLM-Zonen ist das natürlich ein großer Nachteil.

Mercedes - Heckflügel - Test - Bahrain - Formel 1 - 2026
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Red Bull rüstet zurück

Auf Nachfrage, warum sein Team diese Entscheidung getroffen hat, antwortete Verstappen mit einem etwas gequälten Grinsen: "Ich denke, der Grund dafür ist ziemlich offensichtlich." Beim vierfachen Weltmeister sind die Erinnerungen an die beiden Highspeed-Abflüge immer noch frisch. Anschließend hatte er deftige Worte in Richtung seiner Ingenieure geäußert.

Vor Ort bei seinem Heimspiel in Spa-Francorchamps gab sich der in Belgien geborene Superstar dann etwas entspannter. "Wir werden wieder auf den alten Flügel zurückrüsten. Dann schauen wir mal, wann es eine neue Version gibt, die wir wieder einsetzen können."

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