Formel 1: Onboard-Aufnahmen zensiert? Sky-Experte kritisiert TV-Regie!

Sky-Experten kritisieren Formel-1-Regie
Formel 1 wehrt sich gegen Zensur-Vorwürfe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.07.2026
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Max Verstappen - Red Bull - GP Belgien 2026
Foto: Red Bull

Es ist ein Thema, das uns schon seit dem Saisonstart in Melbourne verfolgt. Die neuen Hybrid-Motoren verlangen von den Piloten einen sorgsamen Umgang mit der Elektro-Power. Es gab viel Kritik von Fahrern und Fans, dass die alte Vollgas-Party vorbei ist und das Energie-Management nun die Hauptrolle übernommen hat.

Im Laufe der ersten Rennen setzte eine gewisse Gewöhnung ein. Dazu wurden für die kommenden beiden Saisons Verbesserungen angekündigt, mit denen man die Piloten vertröstete. Aus dem Formel-1-Hauptquartier kam die Bitte an die Teams, das eigene Produkt nicht schlechtzureden. So wurden die kritischen Töne immer leiser.

Doch am Rande des Belgien-Grand-Prix flammte das Streitthema nun erneut auf. Schon nach den ersten beiden Trainings hörte man viele Piloten darüber schimpfen, dass den Autos weit vor dem Ende der langen Geraden der Saft ausgeht. Auf der langen Highspeed-Strecke von Spa treten die Defizite der neuen Antriebseinheiten besonders deutlich zu Tage. Der Traditionskurs verliere dadurch viel von seinem Reiz.

Isack Hadjar - Red Bull - GP Belgien 2026
Red Bull

Energie-Management in Spa besonders wichtig

Wenn man es positiv sehen will, könnte man aber auch von einer ganz speziellen Herausforderung sprechen. Wer besonders effizient rekuperiert und die Elektro-Schübe perfekt einsetzt, kann sich einen echten Vorteil verschaffen. Das Energie-Management ist somit ein wichtiger Performance-Faktor.

Doch die TV-Bilder aus den ersten Trainings erweckten den Eindruck, dass aus den Onboard-Aufnahmen schnell ausgeblended wird, wenn die Piloten ans Ende der langen Geraden kommen. Hier würde das Einbrechen der Drehzahlen eine Verringerung der Geschwindigkeiten deutlich machen.

Es fiel auch auf, dass im Gegensatz zu anderen Strecken bei Onboard-Aufnahmen auch keine Speed-Angaben gezeigt werden. Auch der Füllstand der Batterien wird nur selten eingeblendet. Der Zuschauer erkennt also nicht, wie die Piloten absichtlich vom Gas gehen bzw. wann das Wegbleiben der Elektro-Power einsetzt.

Isack Hadjar - Red Bull - GP Belgien 2026
Red Bull

Zensiert die Formel 1 die Bilder?

Dabei handelt es sich für die Fans um wichtige Informationen, besonders in Spa. Wenn gezeigt werden würde, an welchem Punkt die Batterien leer sind und wie sehr dadurch die Geschwindigkeiten einbrechen, könnte man besser erkennen, wo die einzelnen Teams Defizite haben. Nicht nur die Fans in den sozialen Medien vermissen die fehlenden Informationen. Auch bei den TV-Sendern setzt langsam Frust ein.

Als Kimi Antonelli am Ende des dritten Trainings auf einen schnellen Run ging, wurde der Italiener vom Start der Runde aus der Onboard-Perspektive gezeigt. Doch kaum hatte der Mercedes die Eau Rouge passiert, schaltete die Regie um. Auf der langen Geraden wurde der Silberpfeil nur von außen gezeigt – ohne Onboard-Sound.

"Warum bleibt man da nicht einfach dran. Ich verstehe es nicht", ärgerte sich Sky-Kommentator Sascha Roos. Worauf TV-Experte Timo Glock antwortete: "Weil man das Einbrechen der Geschwindigkeit nicht zeigen will." Roos wiederum fügte an: "Aber das weiß ja jeder. Da kann man doch transparent mit umgehen. Das nervt doch am Ende mehr, als offen darüber zu reden."

Timo Glock - Sky F1
xpb

Glock fordert mehr Transparenz

In der Kommentatoren-Kabine witterte man Zensur: "Vor allem könnte man da auch mal erklären, was Phase ist. Wir reden die ganze Zeit über Dinge, ohne wirkliche Fakten zeigen zu können. Man zeigt sie uns nicht. Das macht es nicht leichter für alle Beteiligten, es zu erklären und zu verstehen", schimpfte Roos. Glock stimmte seinem Kollegen zu: "Das ist richtig. Da könnte man deutlich transparenter mit umgehen. Aber das ist nicht unsere Entscheidung."

Die Formel 1 erklärte gegenüber auto motor und sport, dass hinter den Regie-Entscheidungen keine politische Agenda steht. Man bestreitet vehement, dass man durch eine spezielle Bildauswahl irgendwelche Informationen verheimlichen will. Die Onboard-Aufnahmen seien alle einzeln und komplett abrufbar. Man verstehe nicht, wie beim TV-Sender Sky ein solcher Eindruck entstanden sei.

Die TV-Sender haben selbst keinen Einfluss auf die Bilder, die während der Sessions gezeigt werden. Die Formel 1 selbst produziert die Übertragungen aus einem großen TV-Komplex an der Strecke. Unterstützung kommt dabei aus der Sendezentrale im britischen Biggin Hill.

Fazit