Wenn es um Upgrades geht, sprechen wir meistens über Flügel, den Unterboden oder irgendwelche Leitbleche. Doch dieses Jahr wurde ein neues Schlachtfeld im Entwicklungskrieg ausgemacht. Beim Airbox-Design versuchen sich die Ingenieure neuerdings größere Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu erarbeiten.
Die Vielfalt bei den Formen der Lufthutze über den Fahrern ist bemerkenswert. Da muss man sich nur die vier Top-Teams anschauen. Von fast kreisrund bei Red Bull über Oval bei McLaren und Mercedes bis zu dreieckig bei Ferrari ist hier alles vertreten, was der Geometrie-Unterricht hergibt.
Interessant ist auch der Einlass bei Audi. Zum Rennen in Monaco wechselte das deutsche Werksteam von einer relativ runden Lösung auf eine gestaffelte Form. Diese besteht aus einem zentralen dreieckigen Kanal, der Luft zum Motor leitet und zwei "Ohren", über die Kühlung für andere Antriebskomponenten abgezweigt wird.

Neue Airbox und Seitenkästen: In Belgien bekommt nur Arvid Lindblad das Upgrade-Kühlpaket.
VCARB-Airbox fällt aus dem Rahmen
Bei Racing Bulls ist diese Dreiteilung im Inneren ebenfalls zu erkennen. Bei der äußeren Form unterscheidet sich die Airbox des VCARB 03 aber deutlich von den anderen Rennwagen im Feld – auch vom großen Bruder Red Bull. Zu Beginn der Saison hatte der Dienstwagen von Arvid Lindblad und Liam Lawson klar die größte Airbox im Feld.
Markant war vor allem die eckige Trapez-Form mit dem breiten und flachen "Dach" auf der Oberseite. Offenbar haben auch die Ingenieure irgendwann gemerkt, dass sie es damit etwas übertrieben haben. Für das Rennwochenende in Spa-Francorchamps gab es nun endlich ein Upgrade.
Allerdings sind die Designer dabei nicht auf eine konventionellere Form mit abgerundeten Kanten gegangen. Stattdessen wurde der eckige "Schuhkarton"-Look beibehalten. Geändert hat sich vor allem die Größe. Das neue Modell ist deutlich kleiner. Der Vorteil dieser Lösung ist klar: Je kompakter die Lufthutze, desto effizienter ist die Anströmung des Heckflügels.

Arvid Lindblad gewann das Duell um das Upgrade-Paket.
Upgrade zunächst nur für Lindblad
Neben der neuen Airbox umfasste das Facelift-Paket der Racing-Bulls-Ingenieure auch neue Seitenkästen, eine daran angepasste Motorhaube, modifizierte Radträger-Verkleidungen an der Vorderachse und einen schmaleren Heckflügel, der speziell auf die Highspeed-Strecke in Spa angepasst wurde.
Bei Racing Bulls schaffte es die Carbon-Abteilung im italienischen Faenza aber nicht, zwei komplette Kühlpakete zu produzieren. Die neue Airbox verlangte komplizierte Änderungen am Überrollbügel des Monocoques. Das war in der Kürze der Zeit nach Silverstone nicht möglich. In Belgien kommt zuerst Arvid Lindblad in den Genuss der neuen Teile. Mit einer Woche Verspätung in Ungarn soll dann auch das Auto von Teamkollege Liam Lawson nachgerüstet werden.
"Wir wollen das eigentlich nicht, dass es nur ein Upgrade gibt", erklärte Teamchef Alan Permane. "Ich habe den Fahrern die schlechte Nachricht in Spielberg überbracht. Da haben wir ausgemacht, dass der Fahrer das Upgrade bekommt, der im Silverstone-Qualifying schneller ist." Die Leistung im Spa-Training deutet an, dass die Teile funktionieren. Mit den Plätzen 9 und 11 für Lindblad und Lawson winken in den Ardennen direkt die nächsten WM-Punkte für das kleine Schwesterteam von Red Bull.












