Erlkönig BMW M3 Stefan Baldauf
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Erlkönig BMW M3 31 Bilder

Neuer BMW M3 (G80)

Mit Allrad, Automatik und Mega-Niere

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Gibt es den M3 künftig noch mit Heckantrieb und Handschaltung? Jedenfalls unterscheidet er sich stärker vom Basismodell, die Front kommt wohl vom neuen M4. Was Sie über den neuen BMW M3 wissen müssen.

Wie sein ziviler Bruder basiert der BMW M3 auf der CLAR-Plattform, die erstmals im BMW 7er debütierte. Aber: "Die Differenzierung bei M3 und M4 zum Basisprodukt der AG-Fahrzeuge wird noch expliziter und auch beim Exterieur stärker als bei den Vorgängermodellen", sagt Markus Flasch, Chef der M GmbH. Schon dem erwischten Prototypen sieht man die dicken Backen an, die auf entsprechende Spurbreiten des M3 hindeuten. Ein Bild des ungetarnten Hecks legt nahe, dass die Karosse mehrere Zentimeter breiter wird.

Mit dem BMW M3 auf dem Ring

Im offiziellen Youtube-Video der M GmbH nimmt uns Christan Flessa, Leiter Fahrdynamik bei BMW M, einen Einblick in die Entwicklung und das Testing des BMW M3 auf der Nordschleife. Aber sehen Sie selbst:

Neuer BMW M3 mit langer Nase?

Hinter den Rädern erkennt man die großen Bremsscheiben sowie die -sättel, die dem Modell verbesserte Verzögerungswerte bescheren sollen. Die Frontschürze des M3 zeigt auf den jüngsten Erlkönigbildern deutlich die große Niere des M4. Ein genauerer Blick und ein Vergleich mit Bildern vom neuen 4er legt zudem nahe, dass sich der M3 nicht nur bei Front und Niere dem M4 annähert.

BMW M3 M440i Maße Vergleich Abmessungen
Stefan Baldauf / BMW / Patrick Lang

Abmessung und Silhouette (siehe Foto) deuten vielmehr darauf hin, dass der neue M3 ab der A-Säule nach vorn mit M4 identisch sein dürfte. Für den M3 bedeutete das beim Generationswechsel ein beträchtliches Längenwachstum: Schon die neue 3er Limousine wuchs gegenüber dem Vorgänger um 7,6 Zentimeter auf 4,709 Meter, der neue 4er misst gar 4,77 Meter und ist damit 13 Zentimeter länger als der Vorgänger. Der Radstand wuchs sowohl beim Coupé als auch bei der Limousine um gut vier Zentimeter auf jetzt 2,851 Meter – sprich: Der 4er hat neun Zentimeter längere Karosserieüberhänge als der Vorgänger, beim 3er sind sie nur um etwa 3,6 Zentimeter gewachsen. Der neue M3 wird also ebenfalls etwa neun Zentimeter mehr Karosserieüberhang haben als der alte. Wir tippen, das meiste davon wird vorn sein. Für die Windschlüpfigkeit scheint die Länge gut zu sein: Sowohl 3er als auch 4er sind beim cW-Wert um gut vier Punkte besser geworden und schaffen nun 0,23 bzw. 0,25.

Im Gegensatz zu den Erlkönig-Bildern zeigt aktuell eine Foto auf Instagram die Heckansicht der M3 ohne Tarnung. Zu sehen ist der massige Diffusor mit vier vertikalen Streben, aus dem die runden doppelflutigen Auspuffendrohre ragen. Die Heckschürze ist ausgestellt, ebenso wie die kräftigen Radhäuser. Auf dem Kofferraumdeckel prangt eine schmale, farblich abgesetzte Spoilerlippe.

Schon beim BMW 3er hat sich die Innenraum-Qualität im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert; entsprechend kommt auch der G80 in diesen Genuss. Zudem dürfte das Topmodell in der Mittelkonsole ein großes, dem Fahrer zugewandtes Display erhalten. Hinter dem Sportlenkrad schaut der Fahrer dann auch auf ein digitales Kombiinstrument.

Neuer BMW M3 ab etwa 80.000 Euro

Die Differenzierung zu den AG-Modellen unter dem Blech fängt schon beim Motor an. Der bereits aus X3 M und X4 M bekannte Sechszylinder-Biturbo im Bug hat laut BMW nicht mal mehr zehn Prozent der Teile mit dem Aggregat aus dem M340i gemein. Gleich sind nur Kurbelgehäuse-Deckel hinten, die variable Ventilsteuerung (Valvetronic), Anlasser, Lichtmaschine, Zündspulen und ein paar Sensoren. Selbst der Hubraum ist nur fast gleich. Die M-Maschine ist fünf Kubikzentimeter kleiner. Warum? Weil bei ihr der Hub fast fünf Millimeter kürzer ausfällt, damit die Kolben weniger Weg zurücklegen müssen und so die Drehzahlen höher ausfallen können. 7.200/min sind so mit Maximallleistung möglich. Ab 6.250 liegen 510 PS (bei der Competition-Variante) an, 600 Nm stemmt auch die 480 PS starke Normalversion.

BMW M3 Teaser
BMW
Erstes Teaserbild vom M-Chef Martin Flasch. Es zeigt den Diffusor und die schmalen Leuchten.

Statt eines so genannten Twinscroll-Laders hat der M-Motor zwei nach dem Mono-Scroll-Prinzip arbeitende Turbolader. Sie versorgen die Zylinder eins bis drei beziehungsweise vier bis sechs mit komprimierter Luft. Sie können daher kleiner ausfallen und reagieren schneller auf weniger Abgas bei niedrigen Drehzahlen. Vielleicht braucht der M-Antrieb auch deshalb keine Unterstützung durch einen Mildhybrid. Man habe sich bei der Entwicklung von M3 und M4 auf Gewicht und damit Performance fokussiert und sich daher gegen 48-Volt-Elektromotor und -Bordnetz entschieden, so Markus Flasch.

Echter Hinterradantrieb und Handschaltung im Einstiegsmodell

Bis auf einen separaten Ölkühler gleich wie beim M340i ist das Automatikgetriebe. Die Differenzierung besteht hier vor allem darin, dass es M3 und M4 auch als Handschalter geben wird. Mit dem manuellen Sechs-Gang-Getriebe gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h zwar ein paar Zehntelsekunden langsamer, aber das ficht die Kunden nicht an. Die Handschaltung im Einstiegsmodell ist die Wahlmöglichkeit für den "Enthusiasten", so Flasch. Speziell der US-Markt habe stark nach dieser "reizvollen" Variante verlangt, die es aber weltweit geben wird und die in M3 und M4 "sehr gut umgesetzt" ist.

Erlkönig BMW M3 Touring
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Der Dreiliter-Reihensechszylinder gibt seine Kraft beim neuen M3 erstmals an einen Allradantrieb weiter. Bekannt ist das neue x-Drive-Allradsystem aus dem M5. BMW setzt dabei auf eine stark heckbetonte Kraftverteilung, die ausschließlich auf Fahrdynamik ausgelegt ist.

Aber M3 und M4 wird den Allradantrieb – anders als das größere Modell – nicht nur abkoppeln können. Es wird die beiden Bestseller unter den "echten" M-Modellen mit nur einer Ziffer in der Typbezeichnung auch als waschechte Hecktriebler ohne Zentraldifferenzial geben – in einem Einstiegsmodell mit Handschaltung. Hinterradantrieb, die 600 Nm des Biturbo und eine manuelle Kupplung – dieser "puristische Ansatz", wie ihn Flasch nennt, "macht in dieser Leistungsklasse schon noch Sinn, wenn man lieber weniger Gewicht als das letzte Quäntchen Traktion will". Außerdem, so Flasch, sei das ein bisschen "wie wie bei mechanischen Uhren: Sie sind nicht präziser und haben auch sonst keine Vorteile, aber dafür mehr Charakter."

Außerdem verspricht er großes Drift-Potenzial, für das die M GmbH ja schon bislang elektronische Unterstützung in Form eines entsprechenden Modus im Fahrstabilitäts-Programm bot. Mit Sicherheit mehr Spaß – so dürften M3 und M4 auch weiterhin die Bestseller bei den echten M-Modellen werden.

Der M3 kostete in Deutschland zuletzt ab 77.500 Euro. Allerdings hat BMW ihn 2018 vom Markt genommen, da die Adaption des inzwischen notwendigen Benzin-Partikelfilters für die Restlaufzeit zu teuer geworden wäre. Auch die neue Generation wird als M4 in der Coupé und Cabrio-Version angeboten werden. Sie kosten ab 87.000 (Coupé) bzw. 92.500 Euro (Cabrio). Der neue BMW M3 dürfte demnach etwa 84.000 Euro kosten.

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Handschaltung. Damit bietet er einfach das intensivere Fahrerlebnis.
Automatik. Damit ist er nicht nur schneller, sondern auch sparsamer.

Fazit

Das liest sich alles sehr vielversprechend, was über den neuen BMW M3/M4 bereits bekannt ist. Enthusiasten dürften sich besonders darüber freuen, dass die BMW-Sportabteilung die Option des Hinterradantriebs und Schaltgetriebes erhält – auch wenn zumindest die Automatikversion am Ende wohl den größeren Anteil im Modellmix haben wird. Aber wer will, bekommt die sechste M3-Generation erneut mit ausgeprägtem Charakter.

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