07/2019, Chevrolet Silverado Diesel General Motors
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Chevrolet Silverado 3.0L Duramax

Diesel-Pickup verbraucht nur 7,1 Liter

Okay, nur auf dem Papier und im gemütlichen US-Autobahnmodus. Trotzdem liegen Diesel-Pickups in den USA im Trend – aber nicht nur, weil sie sparsam sind.

Es ist fast vier Jahre her, da nahm in den USA ein gewisser Diesel-Skandal seinen Anfang. Nun scheint es, als verfliege die zwischenzeitlich vorherrschende Skepsis dem Antriebskonzept gegenüber allmählich wieder. In Europa steigen die Dieselverkäufe nach jahrelanger Flaute sukzessiv wieder an, in den Vereinigten Staaten zeichnet sich sogar ein Trend hin zum Selbstzünder ab. Zwar nur im Pickup-Segment, und da vor allem bei den ganz dicken Brocken (die gesamte Story dazu lesen Sie hier). Aber die Zulassungsstatistik zeigt klar: Auch bei den kleineren Pickups setzen sich Dieselantriebe schrittweise durch.

Erster Silverado-Diesel seit 1997

Grund genug für die Hersteller der US-Pritschenwagen, ihre volumenstarken Pickup-Baureihen nach und nach mit Dieselmotoren auszurüsten. Beispiel Chevrolet: Der neue Silverado des 2020er Modelljahres kommt nicht nur als Benziner, sondern auch mit Dreiliter-Turbodiesel-Motor. Der Selbstzünder aus der Duramax-Familie arbeitet mit sechs in Reihe angeordneten Zylindern und ist seit 1997 der erste Dieselmotor, den Chevrolet in seiner den „Light Duty Trucks“ zugehörigen Baureihe anbietet.

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Sechs Zylinder in Reihe, drei Liter Hubraum, 281 PS und maximal 624 Nm: die Daten des Duramax-Diesels im neuen Chevrolet Silverado.

Nun ist der Chevrolet Silverado 3.0L Duramax Turbodiesel offiziell der sparsamste Pickup der USA. Wie die US-Umweltbehörde EPA bestätigte, verbraucht das Modell nur gut 7,1 Liter pro 100 Kilometer (33 Meilen pro Gallone mpg). Dabei handelt es sich freilich um einen mit Vorsicht zu genießenden Normwert, schließlich wird auch der US-Testzyklus nur auf dem Prüfstand ermittelt. Aber er gilt als einigermaßen praxisnah, denn er beinhaltet auch Beschleunigungs- und Bremsphasen und wird mit eingeschalteter Klimaanlage gefahren.

Kombinierter Verbrauch ist deutlich höher

Allerdings gilt dieser Verbrauchswert nur für das hinterradgetriebene Modell. Beim Diesel-Silverado mit Allradantrieb steigt der Highway-Normverbrauch auf 8,1 Liter (29 mpg). Der Spritkonsum im Stadtverkehr wird in beiden Fällen mit 10,2 Litern (23 mpg) angegeben. Bedeutet: Der kombinierte US-Normverbrauch, bei dem der Stadtwert mit 55 und die Highway-Angabe mit 45 Prozent einfließen, liegt beim hinterradgetriebenen Silverado Diesel bei 8,8 und bei der Allradversion bei knapp 9,3 Litern. Das relativiert den spektakulären Teilwert wieder ein bisschen.

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Pickup-Fahrer schätzen Drehmoment, weil es beim Ziehen eines Anhängers hilft. Der Silverado Diesel hat eine Menge davon.

Aber der Verbrauch ist sicherlich in den wenigsten Fällen kaufentscheidend für US-Pickup-Käufer. Auch das Thema Abgasreinigung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im Silverado mit Duramax-Diesel kommt ein SCR-System zum Einsatz, das die Stickoxide per Harnstofflösung aus dem Abgasstrom filtert. Nur mit dem Unterschied, dass diese Flüssigkeit in Nordamerika nicht Adblue, sondern „Diesel Exhaust Fluid“ oder kurz DEF heißt. Dessen Füllstand zeigt der Silverado Diesel in einem Display zwischen den Instrumenten an.

Fast die Schleppfähigkeiten des 6,2-Liter-V8

Das beste Argument für den Turbodiesel dürfte aber seine Kraftentfaltung sein. Mit 281 PS ist er zwar leistungsschwächer als der kleinste Benziner (2,7-Liter-Turbo-R4 mit 314 PS), bietet aber genauso viel maximales Drehmoment wie der dickste V8 mit 6,2 Litern Hubraum, nämlich 624 Newtonmeter. Mit dem kann es der Diesel auch in puncto Schleppfähigkeiten aufnehmen: Mit 4,3 Tonnen bietet er dieselbe Anhängelast wie der 2019er Silverado mit 6,2-Liter-V8 in normaler Ausführung, und mit 848 Kilogramm Zuladung liegt er nur knapp unter dessen 907 Kilogramm.

Im Gegensatz zum großen V8-Benziner ist er auch mit den mittleren Ausstattungslinien LT und RST kombinierbar, für 3.890 Dollar (fast 3.500 Euro) extra im Vergleich zum 2,7-Liter-Turbobenziner. Wer den Chevrolet Silverado 3.0L Duramax Turbodiesel möchte, zahlt also mindestens 42.385 Dollar (gut 38.000 Euro). Zum Vergleich: Das Basismodell kostet 29.895 Dollar (knapp 26.000 Euro). Ausstattungsbereinigt ist der Diesel in den hochwertigen Varianten LTZ und High Country übrigens genauso teuer wie die 6,2-Liter-V8-Variante. Vielleicht ist auch das eine Erklärung für den zunehmenden Diesel-Erfolg: Er ist teuer (wie übrigens in den USA auch der Dieselkraftstoff mehr kostet ist als Benzin) und taugt damit vielleicht sogar als Statussymbol.

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Fazit

In einem Pickup kommen die unbestreitbaren Vorteile des Turbodiesels – Kraftstoffeffizienz, Kraft im niedrigen Drehzahlbereich und Robustheit – besonders zum Tragen. Insofern ist es keine große Überraschung, dass die US-Hersteller bei ihren Pritschen-Baureihen auf den Selbstzünder umschwenken. Verwunderlich ist eher, dass sie so lange damit gewartet haben.

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