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Czinger 21C (2021): Hypercar zerstört Laguna-Seca-Rekord

Czinger 21C (2021) Hypercar-Insekt zerstört Laguna-Seca-Rekord

Der Czinger 21C ist ein Hypercar mit 1.233 PS starkem Hybridantrieb. Wozu das Auto in der Lage ist, hat es nun auf der berühmtesten Rennstrecke der USA bewiesen.

Czinger ist einer der aktuell jüngsten Hypercar-Hersteller der Welt. Zu den Besonderheiten der Firma gehört unter anderem die Teilefertigung aus 3D-Druckern- und Fräsen. Die Kalifornier wollten ihr erstes Hypercar namens 21C, das genau nach diesen Verfahren produziert wird, eigentlich auf dem Genfer Autosalon 2020 enthüllen. Nach dessen Absage hatten sie die Premiere ins Internet verlegt. Das in Los Angeles gebaute Hypercar ist auf 80 Exemplare limitiert und in jeder Hinsicht spektakulär.

Die Fahrerin oder der Fahrer sitzt zentral in einem komplett in Alcantara ausgekleideten Cockpit. Nicht daneben, sondern dahinter nimmt ein weiterer Insasse Platz, was aerodynamische Vorteile bringen soll. Das Duo befindet sich in einem Chassis aus Verbundmaterial, das auf Karbon basiert. Die Frontansicht erinnert mit ihren übereinander positionierten Scheinwerfern stark an den 24-Stunden-Rennwagen aus dem Hause Glickenhaus. Czinger verzichtet jedoch auf radikale Einschnitte in der Motorhaube. Dafür gibt es üppig bemessene Lufteinlässe zwischen den Türen, die sich scherenmäßig im Koenigsegg-Stil öffnen, und den Hinterrädern.

Hybridantrieb mit Mittelmotor-V8

Beim Antrieb handelt es sich um einen selbstentwickelten Hybrid-Strang, der mit einem 2,88 Liter großen Mittelmotor-V8 mit flacher Kurbelwelle sowie zwei Elektromotoren arbeitet. Hinzu kommen ein Riemen-Starter-Generator an der Kurbelwelle und Lithium-Titanat-Batterien als zusätzliche Energiequelle. Der doppelt turbogeladene Verbrenner dreht bis 11.000 Umdrehungen – hier kommt der Vorteil der flachen Kurbelwelle zum Tragen. Der Twin-Turbo-V8 leistet allein 948 PS, den Rest steuern die an jedem Vorderrad positionierten E-Maschinen bei. So kommt der 21C auf eine Systemleistung von 1.233 PS bei 10.500 Umdrehungen. Die Gänge sortiert ein ultra-leichtes sequenzielles Sieben-Gang-Getriebe mit Mehrscheiben-Kupplung.

Czinger 21C
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Der Czinger 21C kommt auf 1.250 PS - mindestens.

Das Design ist auf eine möglichst optimale Windschlüpfigkeit bei niedrigem Gewicht ausgelegt. Für den normalen 21C gibt Czinger ein Leergewicht von weniger als 1.240 Kilogramm an, was zu einem Leistungsgewicht von etwa einem Kilogramm pro PS führt. Das resultiert in Kooperation mit dem Antriebs-Layout samt Allrad und Torque Vectoring in absurden Fahrleistungen. Den Null-auf-Hundert-Sprint soll der Czinger 21C in 1,9 Sekunden absolvieren. Den Spurt von null auf 300 km/h schafft das Modell in 13,8 Sekunden, bis auf 400 km/h sollen 21,3 Sekunden vergehen. Die Übung "Null auf 300 km/h und zurück" ist in 15 Sekunden erledigt. Für die Viertelmeile stellt Firmenchef Kevin Czinger eine Zeit von 8,1 Sekunden in Aussicht. Die Top-Speed liegt bei beeindruckenden 452 km/h.

Mit Flügel oder ohne

In Sachen Anpressdruck gibt das Unternehmen 615 Kilogramm bei 160 km/h an, bei 322 Sachen (200 Meilen pro Stunde) sind es 2,5 Tonnen. Übrigens: Das Hypercar kann auch mit Methanol oder anderen E-Fuels betankt werden.

Czinger 21C
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Der Heckflügel weist diesen Czinger 21C als Vertreter der "Lightweight Track Configuration" aus. Die LED-Rückleuchte zieht sich über die gesamte Breite.

Hinter der gewaltigen Glaskuppel, die von Karbonstreben durchzogen ist, zeigt sich der größte Unterschied zwischen der Normalversion des Czinger 21C und der mit 1.218 Kilogramm nochmals leichteren "Lightweight Track Configuration" (LTC): Erstere verzichtet auf sichtbares Spoilerwerk, während Letztere neben einem großen Heckflügel auch im Bereich des Vorderwagens Luftleitelemente präsentiert. Hier ist nicht nur der Frontsplitter konturiert und zieht sich seitlich um die Schürze herum, sondern sitzen auch Spoilerchen seitlich vor den Vorderrädern. Insgesamt ist diese Version mit 2.050 Millimetern breiter als der Standard-C21 und weist zudem eine höhere Spurweite sowie größere Räder auf.

Neuer Rundenrekord in Laguna Seca

Damit die Breitbau-Variante in Sachen Fahrleistungen dennoch mithalten kann, erhält sie mehr Leistung. Mit einem jeweils höheren Output sowohl des Verbrenners als auch der E-Maschinen soll diese Version bei 1.332 PS landen.

Einen Hinweis, wozu die beflügelte Version in der Lage ist, gibt ein kürzlich aufgestellter Rundenrekord: Die Rennstrecke in Laguna Seca umrundete der Czinger 21C am 21. Juli 2021 in einer Zeit von 1:25,44 Minuten. Fahrer Joel Miller war mehr als zwei Sekunden schneller als Randy Pobst, der zuvor mit einem McLaren Senna die bisher gültige Bestmarke aufstellte. Während der Rekordrunde herrschten perfekte äußere Bedingungen, bei denen die straßenzugelassenen Michelin Pilot Sport Cup2R-Reifen offensichtlich bestmöglich arbeiten konnten. Der Laguna-Seca-Rekord ist jedoch nur der "erste in einer geplanten Reihe von Rekordversuchen", teilt Czinger mit. Vielleicht geht es für den 21C also irgendwann auch auf die Nordschleife.

Der Preis ist noch unbekannt

Die Felgen verfügen über einen zentralen Schnellverschluss und sind stets mit den erwähnten Michelin-Pneus ummantelt. Zudem ist eine Keramik-Bremsanlage auszumachen und bei den zu erwartenden hohen Leistungsdaten auch zu erwarten. Seine Abgase entsorgt der Hybrid-Sportler über einen zentral positionierten Auspuff – eine weitere Koenigsegg-Analogie. Zwischen Flügel und Auspuff verläuft eine LED-Rückleuchte über die gesamte Breite des Fahrzeugs.

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Fahrer vorne, Beifahrer hinten: Der Czinger 21C präsentiert eine eigenwillige Sitzplatzanordnung.

Czinger behauptet, dass sein Erstlingswerk "eines der fortschrittlichsten Performance-Fahrzeuge des 21. Jahrhunderts" sein wird. Was eine Erklärung des Namens sein könnte: 21 und C für Century (engl. Jahrhundert). Mit Blick auf den hohen Anteil an Kohlefasern, das aufwändige 3D-Druck-Fertigungsverfahren und die Kosten für die hauseigene Antriebs-Entwicklung dürfte der Preis des 21C im Millionenbereich liegen.

Kevin Czinger entwickelte schon ein E-Auto

Kevin Czinger ist in der Autobranche übrigens kein Unbekannter. Schon 2009 war er maßgeblich an der Gründung des Herstellers Coda beteiligt, der das Ziel hatte, ein Elektroauto für die Masse zu entwickeln. Im März 2012 kam es auf den Markt und konnte mit 200 Kilometern Reichweite sogar den Nissan Leaf überbieten. Der eher biedere Auftritt war der Karosserie aus dem Hause Hafei Motors zuzuschreiben, welche auf einem Mitsubishi-Modell der späten 1990er-Jahre basierte. Allerdings war Czinger zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr im Unternehmen angestellt. Er musste im Herbst 2010 aufgrund verfehlter Produktionsziele seinen Hut nehmen.

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Das wird eine Hyper-Luftblase und niemals auf den Straßen zu sehen sein.

Fazit

Mit dem Czinger 21C bringen die Newcomer aus Kalifornien ein wenig Westcoast-Feeling ins stetig wachsende Hypercar-Segment. Wie üblich sind die Versprechungen groß. Ob der Hybrid-Sportwagen in seinen unterschiedlichen Darreichungsformen die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann, wird sich erst noch zeigen. Aber der souveräne Rundenrekord in Laguna Seca ist bereits ein vielversprechender Karrierestart.

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