Neben dem SUV Grecale (siehe Fotoshow nach dem zweiten Absatz) frischt Maserati auch seine schnellen Viersitzer auf. Die Italiener fassen den neuen GranTurismo und dessen offenen Ableger GranCabrio weiterhin in mehreren Leitmotiven zusammen: Sportlichkeit, Luxus, Komfort, Technologie. Hinzu kommt ein Design, das die Linie des Vorgängers weiterentwickeln soll. Coupé und Cabrio sollen damit sowohl den Aspekt Reisetauglichkeit als auch das Thema Alltagsnutzen abdecken. Technisch setzt Maserati weiterhin auf seine modulare Fahrzeugarchitektur, die sowohl Verbrenner- als auch Elektroantriebe aufnimmt. Die Karosserie nutzt laut Hersteller umfangreich Leichtbaumaterialien; mehr als 65 Prozent sollen aus Aluminium bestehen.
V6-Benziner mit bis zu 590 PS
Für die Verbrenner-Versionen arbeitet ein 3,0-Liter-V6-Biturbo (bekannt als "Nettuno") mit MTC-Technik ("Maserati Twin Combustion"). Kern ist eine aus dem Motorsport abgeleitete, patentierte Vorkammer-Zündung. Zusätzlich verfügt der V6 über Zylinderabschaltung: Im Teillastbetrieb wird eine Zylinderreihe deaktiviert, was den potenten Maserati in dieser Situation zum Dreizylinder macht. Der V6 mit 90 Grad Bankwinkel liefert je nach Modellversion bis zu 490 PS und 600 Newtonmeter oder maximal 590 PS und 650 Newtonmeter (Trofeo). Für das GranTurismo-Topmodell verspricht Maserati Fahrleistungen von 3,5 Sekunden für den Null-auf-Hundert-Sprint und mehr als 320 km/h Topspeed (GranCabrio: 3,6 Sekunden und 316 km/h).
Folgore-Elektroversion bleibt im Programm
Neben den beiden Benzinvarianten befindet sich mit dem Folgore sowohl beim Coupé als auch beim Cabrio weiterhin eine Elektroversion im Angebot, die mit bis zu 325 km/h sogar noch etwas schneller ist (GranCabrio: 290 km/h). Sie nutzt ein 800-Volt-System, drei E-Motoren (einer vorn, zwei hinten) und eine Batterie mit 92,5 Kilowattstunden Nennkapazität.
Die Dauerleistung am Rad gibt Maserati mit rund 760 PS (560 kW) an. Torque Vectoring erfolgt über die beiden Motoren an der Hinterachse. Maserati nennt für den neuen GranTurismo Folgore eine WLTP-Reichweite von 540 Kilometern; das Cabrio macht 31 Kilometer früher schlapp. Geladen wird mit bis zu 270 kW – von 20 auf 80 Prozent SoC in 18 Minuten.
Luftfederung mit neuem "Country-Modus"
Beim Fahrwerk setzt Maserati über die gesamte Baureihe auf Luftfederung mit elektronisch geregelter Dämpfung und Höhenverstellung. Vorn arbeitet eine Doppelquerlenkerachse, hinten eine Fünflenker-Konstruktion. In die Palette der Fahrwerksabstimmungen zieht bei den Verbrennern neu ein "Country-Modus" ein. Dank 20-Millimeter-Höherlegung sollen sich unebene Straßen bei Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h komfortabler bewältigen lassen.
Bei den Folgore-Modellen soll ein AWD-Disconnect-System die Reichweite verbessern, indem bei Bedarf auf reinen Hinterradantrieb umgeschaltet wird; die Trennung der vorderen Antriebswellen soll in nur 500 Millisekunden erfolgen.
Optischer und aerodynamischer Feinschliff
Optisch bleibt es bei klassischen GranTurismo-Proportionen mit langer Haube und betonten Kotflügeln. An der Front überarbeitet Maserati die Stoßfänger und Lufteinlässe mit Blick auf Aerodynamik und Kühlung. Ein "Air-Curtain"-Konzept (Luftvorhang) und ein modifizierter Splitter sollen die Strömung am Radhaus verbessern. Vorn gibt es neue vertikale Scheinwerfer, hinten umgestaltete LED-Rückleuchten mit Klarlinsen, die Formelemente vergangener Maserati-Modelle aufgreifen.
Digitaler Innenraum
Im Innenraum rückt Maserati eine stärker digitalisierte Bedienung in den Vordergrund, inklusive einer Mittelkonsole ohne klassische Tasten. Ausnahme ist der neue Wahlschalter für das Automatikgetriebe mit dreidimensionalen Bedienelementen. Für komfortableres Rangieren lässt sich bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten über die Schaltwippen am Lenkrad zwischen vorwärts und rückwärts umschalten.
Zentral sind im Interieur ferner ein 12,3-Zoll-Touchscreen und ein 8,8-Zoll-"Comfort"-Display für Klimafunktionen, ergänzt durch ein 12,2-Zoll-Kombiinstrument sowie ein konfigurierbares Head-up-Display. Neu ist außerdem eine digitale Uhr als zusätzliche Schnittstelle, die unter anderem Fahrmoduswechsel anzeigt.
Neue Assistenzsysteme
Bei den Assistenzsystemen nennt Maserati unter anderem Level-2-Funktionen wie ein aktives Spurhaltesystem mit "Emergency Lane Keeping", eine 3D-Umfeldvisualisierung im Display sowie "Rear Emergency Braking" als Highlights. Eine kamerabasierte Müdigkeits- und Aufmerksamkeitsüberwachung ist serienmäßig aktiv und lässt sich über das Menü deaktivieren.
Zur Positionierung gehört weiterhin der Anspruch, vier Erwachsene unterzubringen. Maserati spricht beim aufgefrischten GranTurismo vom "geräumigsten Modell seiner Klasse" und nennt unter anderem 18-fach verstellbare Vordersitze als Argument für diese These. Beim Materialangebot reicht die Palette von Leder-Varianten bis zu "Econyl", einem regenerierten Nylon; zudem verweist Maserati auf eine nach den Standards der "Leather Working Group" zertifizierte Lieferkette. Individualisierungsmöglichkeiten bündelt die Marke wie gehabt im Fuoriserie-Programm, das von zusätzlichen Lack- und Interieurvarianten bis zu Einzelstück-Konfigurationen reicht.












