Ford Ranger Double Cab 2-Seat: Zweisitzer-Umbau spart Steuern

Ford Ranger Double Cab 2-Seat
Zweisitzer-Umbau spart Steuern

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.04.2026
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Ford erweitert das Angebot des Ranger in Europa um eine ungewöhnliche Variante. Der neue Ranger Double Cab 2-Seat kombiniert die bekannte viertürige Doppelkabine mit nur zwei Sitzplätzen. Die hintere Sitzreihe entfällt vollständig. An ihre Stelle tritt ein geschlossener Laderaum innerhalb der Kabine. Entwickelt wurde das Modell vor allem für gewerbliche Nutzer, die zwar die vier Türen und den großen Innenraum einer Doppelkabine benötigen, die Rückbank im Alltag jedoch kaum oder gar nicht verwenden.

Steuern sparen

Hintergrund des Umbaus sind geänderte steuerliche Rahmenbedingungen in Großbritannien. Dort werden viele Doppelkabiner-Pick-ups seit April 2025 nicht mehr wie leichte Nutzfahrzeuge behandelt, sondern steuerlich als Pkw eingestuft. Das betrifft unter anderem die Berechnung des geldwerten Vorteils bei Firmenwagen sowie Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen. Nach Einschätzung der britischen Steuerbehörde HMRC gelten viele Doppelkabiner nicht mehr vorrangig als Lastenträger, sondern als Fahrzeuge mit gemischtem Nutzungsprofil.

Ford reagiert darauf mit einer konstruktiven Neuordnung des Innenraums. Da die Rücksitze dauerhaft entfernt werden, verändert sich der Charakter des Fahrzeugs deutlich in Richtung Nutzfahrzeug. Der Hersteller spricht von einer speziell auf den Warentransport ausgelegten Ausführung. Damit soll das Modell für bestimmte gewerbliche Kunden wieder in steuerlich günstigere Kategorien fallen. In britischen Medien wird das Fahrzeug deshalb ausdrücklich als Antwort auf die neue Pickup-Besteuerung beschrieben.

Technisch beschränkt sich der Umbau nicht auf das Entfernen der Rückbank. Direkt hinter den Vordersitzen sitzt eine feste Trennwand über die volle Innenhöhe. Sie teilt wie in einem Transporter Fahrerbereich und Laderaum und schützt zugleich die Insassen vor verrutschender Ladung. Im Bereich der hinteren Seitenfenster kommen Aluminiumplatten anstelle der Verglasung zum Einsatz. Auch die hinteren Sicherheitsgurte entfallen komplett. So entsteht ein geschlossener, robuster Stauraum innerhalb der Kabine, der besser gegen Witterung, Diebstahl und Verschmutzung geschützt ist als die offene Ladefläche im Heck.

Zurrpunkte statt Sicherheitsgurte

Der Boden des neu geschaffenen Innenraums wurde verstärkt ausgeführt. Hinzu kommen Verzurrpunkte zur Ladungssicherung sowie eine widerstandsfähige Auskleidung. Gedacht ist dieser Bereich für Werkzeuge, Messgeräte, Arbeitskleidung, empfindliche Ausrüstung oder Waren, die trocken transportiert werden sollen. Gerade im Handwerks- und Serviceeinsatz kann der zusätzliche Innenraum praktischer sein als die offene Pritsche, auf der Gegenstände separat gesichert oder abgedeckt werden müssten.

Ford betont zudem, dass viele Nutzer ihre Rücksitze bisher ohnehin als Ablagefläche verwendet hätten. In zahlreichen Einsatzprofilen würden dort Werkzeugkisten oder persönliche Ausrüstung transportiert. Die Karosserieform der Doppelkabine bleibt erhalten, ebenso der Zugang über vier Türen. Das erleichtert das Beladen im Vergleich zum Anderthalb-Kabiner mit seinen gegenläufig öffnenden Türen.

Zum Marktstart bietet Ford den Ranger Double Cab 2-Seat ausschließlich in der Ausstattungslinie Wildtrak an. Geplant sind sowohl Dieselversionen als auch eine Plug-in-Hybrid-Variante.

Fazit