Lexus LF-30 electrified Harald Dawo
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Lexus LF-30 electrified

Mega-Ausblick auf die nächsten Jahre

Toyotas Luxus-Tochter Lexus ist jetzt 30 Jahre alt. Unbeschwert von geschichtlichem Ballast zeigt die Marke jetzt eine spektakuläre Zukunftsstudie.

In der Nähe von Nizza an der französischen Mittelmeerküste befindet sich ein Toyota- und Lexus-Designstudio. Dort dürfen Außenstehende nicht rein, Diskretion ist Japanern in Sachen zukünftiges Design sehr wichtig. Aber seit zwei Jahren ist der Amerikaner Ian Cartabiano Chef im Haus. Er studierte unter anderem in Pforzheim, arbeitete vorher als Designchef im Toyota-Designstudio im kalifornischen Newport Beach. Seit seinem Umzug nach Europa kämpft er für mehr Lockerheit im Umgang mit der japanischen Designzukunft. Jetzt ist es erstmals soweit: Die Japaner öffnen ihre heiligste Halle, in der sie unter anderem ihre Tonmodelle formen. Und dieses Mal ist nicht nur ein Tonmodell da: Der Lexus LF-30 electrified hat Lampen, riesige Flügeltüren und einen komplett ausstaffierten Innenraum – und was für einen. Aber auch von außen ist der LF-30 ein ganz besonderer Zukunfts-Keil. Der gut aufgelegte und vor Leidenschaft fürs Lexus-Design sprühende Cartabiano und sein siebenköpfiges Team haben die Studie unter enormem Arbeitsaufwand innerhalb von 6 Monaten auf die Räder gestellt – wir schauen uns das Konzeptauto einen Tag bevor es nach Tokio fliegt an.

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Extrem bequem: Die Leichtbausitze sowie der Rest der Studie bestehen zu 100 Prozent aus tierfreiem Material.

Kraft vom Rad und nicht von der Motorhaube

Lang wie eine Luxus-Limousine, soll der LF-30 agil wie ein Sportwagen sein. Und obwohl er flacher aussieht als ein Van, soll der dessen Innenraumplatz bieten. Zur Technik verrät Lexus noch nicht viel, Details dazu gibt es erst zur Präsentation auf der Tokyo Motor Show (24. Oktober bis 3. November 2019). Einzige Hinweise bisher: Die riesigen, zusammen mit Goodyear entwickelten Räder, beherbergen offensichtlich elektrische Radnaben-Motoren – die Felgen geben den Blick auf die Technik üppig frei. Außerdem gehen die Felgen am Rand in die Reifen über – das ist neu und noch weitab von jeder Serienfertigung. Zweiter Hinweis: In den seitlichen Türschwellern leuchtet der blaue Schriftzug „Solid State“ – man plant in Japan also bereits mit Festkörper-Akkus, die in Sachen Haltbarkeit und Kapazität gegenüber heutigen Batterien deutlich im Vorteil sein sollen. Außerdem ist für das Elektroauto eine Umschaltmöglichkeit auf vollautonomes Fahren angedacht – ein Hinweis darauf, dass eine Serienumsetzung noch viele Jahre Zeit hat. Aber die Räder sind so ins Design integriert, dass sie schon optisch als Kraftquelle dienen. Die Zeiten, in denen eine lange Motorhaube auf besonders viel Kraft bei einem Fahrzeug hindeutet, sind laut Cartabiano vorbei.

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Der Lexus LF-30 hat auch einen Selbstfahr-Modus.

Spindelgrill gibt Fahrzeugform vor

An der Front streckt der LF-30 die modernste und radikalste Version von Lexus‘ Spindelgrill in den Wind. Und der Grill gibt die Grundform des kompletten Autos vor. Trotzdem gibt es Richtung Heck auffällige Änderungen: Während vorn die Formen weich fließen, verhärten sie nach hinten und zeigen scharfe Kanten – Ian Cartabiano spricht vom Übergang von Wasser zu Eis. Alles geht nahtlos ineinander über, was japanisch und futuristisch wirken soll. Das Lexus-Design soll auf jeden Fall provokant bleiben, um Kunden anzulocken, die gerne fahren und den Fortschritt wollen. Als große Inspirationsquelle dienten den Designern dabei Flugzeuge.

Licht statt Chrom

Auf Chrom-Zierrat verzichten die Designer beim LF-30 vollständig. Fein verteiltes Licht tritt an die Stelle des Old-School-Schmucks. Extrem auffällig sind die Hecklichter: Mit vielen Lichtquellen versehene Glasplatten wachsen spektakulär aus der Karosserie. Die Lichter haben auch eine wichtige aerodynamische Funktion, freut sich Cartabiano. Außerdem gibt es verschiedene Außenlicht-Modi, an denen zu erkennen ist, ob das Fahrzeug gerade autonom fährt, oder ob ein Mensch die Arbeit hinterm Steuer übernommen hat. Laut Lexus wollen Fußgänger das wissen.

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Die beiden Rücksitze sind ein wenig zueinander geneigt.

Reisen wie in der Ersten Klasse

Die beiden großen seitlichen Flügeltüren geben den Zugang zur ersten und zweiten Reihe frei. In Sachen Luxus-Ausstattung und Platzangebot haben sich die Designer an der Ersten Klasse von Intercontinental-Flügen orientiert. Eine Besonderheit: Jeder der vier Plätze hat verschieden viel Platz, den meisten Freiraum gibt es auf der Beifahrerseite. Das Lenkrad fährt im autonomen Modus nur ein Stück nach vorn – die Designer wollten, dass es bei einem Auto, dass man auch selbst fahren kann, immer zu sehen ist. Die futuristischen Leichtbausitze sind bequem und bestehen aus tierfreien Materialien – das gesamte Fahrzeug ist frei von tierischen Produkten. So sind die Türinnenverkleidungen aus einem handschmeichelndem Kork-Material gefertigt – dessen Produktion verbraucht 40 Prozent weniger Öl als die Herstellung von Kunststoff.

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Nach kurzem Schütteln leuchtet die Karbonoberfläche des Autoschlüssels. Mit ihm lassen sich auch viele Einstellungen am Fahrzeug vornehmen.

Luxus ist Platz und Entspannung

Der Fahrer schaut im FL-30 weder auf klassische Instrumente noch auf einen Bildschirm – vor ihm öffnet sich ein Tunnel, in dem drei hintereinander gruppierte Glasscheiben Projektionen zeigen. Der komplette Fahrzeugboden ist mit Holz belegt, wie es auch bei japanischen Teehäusern zum Einsatz kommen soll: Durch leichtes Anbrennen ist es gegen Feuchtigkeit und Schädlingsbefall geschützt. Das dunkle sich gut anfühlende Material kommt von einem deutschen Zulieferer. Die beiden Sitze hinten sind ein paar Grad zueinander geneigt. Sie sitzen sich ebenfalls bequem und auch die Fond-Passagiere können ihre Beine ausstrecken. Über ihnen schwebt ein Glasdach, in das ein zwischen den Sitzen versteckter Projektor beispielsweise einen Sternenhimmel spiegelt.

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Harald Dawo
Leuchtender Modellschriftzug am Heck.

Metallpuck als Fahrzeugschlüssel und Bedienelement für alle

Für alle Insassen gibt es einen Fahrzeugschlüssel, der ein bisschen einem Metallpuck ähnelt. Leichtes schütteln erweckt ihn zum Leben. Dann leuchtet er auf seiner Oberfläche und ist bereit, Funktionen im Auto zu steuern. Beispielsweise auf der Mittelkonsole liegend, lässt er sich ähnlich bedienen, wie ein Dreh-Drücksteller. Diese Art der mechanischen Bedienung ist den Designern als Ausdruck von Luxus wichtig – mechanische Automatik-Werke machen schließlich auch Uhren teurer, schwärmt Ian Cartabiano. Und für ein ungestörtes Luxus-Gefühl gibt es im LF-30 auch keine Sprachbedienung.

Lexus Lexus LF-30 electrified im Video (2019)
2:19 Min.

30 Jahre Vergangenheit und 30 Jahre in die Zukunft

Die 30 im Modellnahmen LF-30 gilt doppelt: Zum einen weist sie auf das Alter der Marke Lexus hin, zum anderen soll sie zeigen, für welchen Zeitraum die Verwirklichung der mit der Studie entwickelten Ideen gedacht ist. 30 Jahre sind ein weiter Blick voraus, aber einiges vom Raumkonzept und vom Design des LF-30 kommt sicher schon deutlich eher in verschiedenen Lexus-Serienmodellen auf die Straße.

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Fazit

Der LF-30 ist ein beeindruckendes Auto – ohne auch nur einen Meter gefahren zu sein. Sein großer Innenraum steckt in einer sportlich und sehr futuristisch wirkenden Hülle. Lexus hat sich beim modernen Außendesign nicht an der eigenen Markenhistorie oder der anderer Autohersteller bedient, sondern tatsächlich etwas Neues geschaffen.

Der Innenraum passt mit seiner neuen Definition von Luxus perfekt zur Außenhülle: Schlichte Einrichtung, wenige aber dafür maximal hochwertig ausgeführte mechanische Bedienelemente, der Verzicht auf tierische Produkte und Ruhe ohne Sprachbedienung sowie extrem viel Platz dürften schon heute viele Freunde finden. Eine Serienverwirklichung der Ideen ist schrittweise über Facelifts und neue Versionen der aktuellen Modelle denkbar.

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