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Lotus Emira: Komfortbetonter Verbrenner-Abschied

Lotus Emira Komfortbetonter Abschied vom Verbrenner

Lotus sieht die Zukunft in batterieelektrischen Autos. Deshalb wird der jetzt vorgestellte Emira der letzte Sportwagen mit einem Verbrennungsmotor aus Hethel sein.

Lotus will raus aus der Nische und Lotus will als Marke bis zum Jahr 2028 – dann feiern die Briten ihren 80. Geburtstag – klimaneutral sein und nur noch Elektroautos bauen.

Komplett neues Aluchassis

Mit dem jetzt vorgestellten Emira, der in Goodwood seine Publikumspremiere feiern wird, bringt Lotus einen neuen Mittelmotorsportwagen. Und auch wenn die Zukunft bei Lotus elektrisch wird, setzt der Emira noch komplett auf Verbrennertechnik – ganz ohne Hybridansatz. Der würde das Fahrzeug mit seinen vielen zusätzlichen Bauteilen zu schwer machen. Der Emira ersetzt bei Lotus mit seiner neuen geklebten Aluminium-Plattform gleich drei Baureihen – Elise, Exige und Evora. Und er führt mit AMG einen neuen Partner ein.

Mit einer Länge von 4,41 Meter, einer Breite von 1,90 Meter (eingeklappte Spiegel) sowie einer Höhe von 1,23 Meter sortiert der Lotus Emira sich auf Augenhöhe mit dem scheidenen Evora ein. Beim Radstand liegt er mit 2.575 Millimeter sogar exakt gleichauf. Eine breitere Spur soll ihn satter auf der Straße liegen lassen.

Bekannter V6 und ein Vierzylinder von AMG

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Unter der durchsichtigen Motorabdeckung steckt neben dem bekannten V6 neu auch ein AMG-Vierzylinder.

Beim Antrieb tritt er ebenfalls das Erbe seiner Vorgänger an. Verbaut wird wieder der von Toyota adaptierte 3,5-Liter-V6-Kompressormotor, der es im Emira auf 400 PS und 430 Nm Drehmoment bringt. Genug um den Zweisitzer in 4,5 Sekunden von Null auf 100 km/h zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h zu erreichen. Auch damit liegt der Emira auf Evora-Niveau. Neu in den Motorraum zieht ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner aus dem Hause AMG ein. Das Triebwerk wurde allerdings an den Lotus-Einsatz – Quereinbau und Hinterradantrieb – angepasst. Zudem gibt es einen komplett neuen Ansaugbereich und eine neue Abgasanlage. Unter dem Strich bringt es der Vierzylinder so auf 360 PS. Drehmomentwerte nennt Lotus hier noch nicht, die dürften aber locker mit denen des V6 gleichziehen. Ebenfalls von AMG stammt das Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gängen. Der V6 wird weiter mit manuellem Sechsgang-Getriebe oder Sechsgang-Automatik angeboten. Später sollen noch leistungsstärkere Motorversionen nachgeschoben werden. Das Mindestgewicht beziffern die Briten auf 1.405 Kilogramm – lassen dabei aber offen ob es sich dabei um ein Trockengewicht oder eine Angabe fahrfertig handelt.

Alltagstauglichkeit zieht ein

Auch bei der Ausrichtung des Emira beschreitet Lotus neue Wege. Vorbei sind die Zeiten des spartanisch ausgestatteten, knochentrocken abgestimmten Extremsportlers. Lotus tituliert den Emira als Junior-Supersportwagen mit allen Eigenschaften, die einen Lotus ausmachen, aber auch ausgestattet mit viel Alltagstauglichkeit, Komfort und Funktionalität sowie modernsten Technologien. So kommt der Emira serienmäßig mit einem eher komfortabel abgestimmten Fahrwerk. Eine Sportabstimmung ist aber gegen Aufpreis verfügbar.

Der Alltagsfokus macht sich auch in der Kabine bemerkbar. Mehr Platz, hochwertige Oberflächenmaterialien und eine erstklassige Verarbeitung werden versprochen. Handschaltfahrzeuge zeigen Teile ihrer Mechanik, der Startknopf ist unter einem roten Schutzbügel gesichert. Die umlaufende Armaturentafel rückt alle Bedienelemente in Griffweite. Elektrische Motoren rücken die Sportsitze zurecht. Bedienelemente bewohnen das unten abgeflachte Sportlenkrad. Für die richtige Lichtstimmung sorgt ein Ambientelicht, Leseleuchten haben eher praktische Funktion.

Ausstattungen wie noch nie zuvor

Bei der Ausstattung für den Emira setzt Lotus unter anderem auf ein Keyless-Go-System, einen adaptiven Tempomat, Regensensor, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Parksensoren, einen automatisch ablendenden Innenspiegel, Cupholder auf der Mittelkonsole, Flaschenfächer in den Türen, USB-Steckdosen, einen Handyhalter sowie Seitenairbags. Dazu kommen Sicherheitssysteme wie Kollisionswarner, Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung, Tempolimiter, Spurhaltewarner, Rückfahrwarnung und Spurwechselhilfe. Ja, wir reden immer noch von einem Lotus. In der Gegenwart angekommen ist Lotus auch in Sachen Anzeigen. Herzstück des Infotainment-Systems, das auch Android Auto und Apple Car-Play kann, ist ein 10,25 Zoll großer Touchscreen. Auf Wunsch gibt es ein komplettes Highend-Audiosystem. Der Fahrer liest seine Infos von einem 12,3-Zoll-TFT-Display hinter dem Lenkrad ab.

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Digitale Cockpitlandschaft im Emira.

Und sogar an einen möglichen Gepäcktransport haben sie bei Lotus gedacht. Hinter die Sitze passen rund 208 Liter Gepäck. Ein weiterer Stauraum hinter dem Motor schluckt zusätzlich 151 Liter.

Designanleihen beim Evija

Beim Design übernimmt der Emira viel vom elektrischen Hypersportler Evija, bleibt aber der typischen Lotus-Linie treu. Besonders markant ist die durchströmte vordere Haube, die ihre Luftauslässe flankierend zu den LED-Scheinwerfern führt. Die Emira-Flanke prägen tief eingeschnittene Luftleitkanäle die in Öffnungen vor den hinteren Radläufen müden. Die durchsichtige Motorabdeckung schmückt Lotus seitlich mit jeweils drei vergitterten Öffnungen. Dominant in der Heckansicht sind der große Diffusor mit den zwei integrierten Auspuffendrohren, die seitlichen Entlüftungsschächte sowie der Heckspoiler und die C-förmigen LED-Rückleuchten. In den Radhäusern stecken 20 Zoll große Leichtmetallfelgen, die mit Sportreifen bestückt werden.

Die ersten V6-Modelle werden ab Frühjahr 2022 ausgeliefert. Die Vierzylinder-Version startet dann ab Sommer 2020. Als Grundpreis für den Emira nennt Lotus knapp 72.000 Euro. Verkauft werden soll der Emira weltweit. Zum Marktstart wird zudem eine First Edition aufgelegt.

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Fazit

Lotus steuert zielsicher auf das Elektrozeitalter zu. Mit dem Emira als Junior-Supersportwagen will man den Verbrenner nochmal richtig feiern. Dabei gibt sich der Emira für einen Lotus extrem alltagstauglich und komfortbetont. Neu ist auch der AMG-Vierzylinder im Heck.

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