SPERRFRIST 17.08.22 17 Uhr Porsche 911 GT3 RS 992 Studio Neuvorstellung Porsche
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Porsche 911 GT3 RS (992): Bilder, Daten, Video, Infos

Neuer Porsche 911 GT3 RS (992) 525 PS, aber ohne Kofferraum

Porsche hat sich bei der Kundschaft umgehört. Was man sich für den kommenden 911 GT3 RS wünschen würde, war die Frage – die Antworten fielen augenscheinlich ziemlich eindeutig aus. Einiges an diesem Auto gab es bei keinem Straßen-Elfer zuvor.

Ein kurzer Blick auf den neuen GT3 RS genügt, um sich einmal mehr zu vergegenwärtigen, welch ein Spagat-Wagen dieser Porsche 911 ist. Alltag soll er natürlich können, Reiseverkehr möglich machen und auch die Rennstrecke darf er keinesfalls scheuen. Weil aber kein Auto der Welt all diese Qualitäten vollumfänglich in sich vereinen kann, existieren mehrere Darreichungsformen des Elfers – und so viel ist sicher: Sobald am Heck irgendwas mit "GT" steht, sind Innenstadt- und Pendlerverkehr nicht unbedingt Paradedisziplinen.

Die Kunden waren sich einig. Der GT3 RS soll noch konsequenter in Richtung Tracktool entwickelt werden. Zwar kann man nach wie vor auf eigener Achse das öffentliche Straßennetz für An- und Abreise nutzen, doch artgerechte Haltung – oder vielmehr Bewegung – findet zwischen Curbs statt. Mit insgesamt 525 PS übertrifft die radikale Ausbaustufe den herkömmlichen GT3 um 15 PS. "Die Mehrleistung spürst du vor allem oben raus", verrät Andreas Preuninger, der bei Porsche die GT-Modelle verantwortet.

Dach-Finnen für rund 20 PS gut

Damit untermauert er die These über die artgerechte Haltung, denn so ein Auto bringst du auf der Landstraße innerhalb eines Wimpernschlags an die Grenzen geltenden Rechts. Auf der Rennstrecke bringt dich dieser Elfer vermutlich an die deinen. Herzstück der Weiterentwicklung und integraler Bestandteil des Aero-Konzepts ist die Umstellung des Kühler-Layouts. Im Vorderwagen findet nämlich ein schräg eingesetzter Mittenkühler Platz, der sich – wohl sehr zur Freude der Fans – direkt von Le Mans-Renner 911 RSR ableitet. Wer nun übrigens einem inneren Impuls folgend, die ästhetisch vielleicht nicht pfeilgerade ins Herz treffenden Finnen auf dem Dach abschrauben möchte, ruiniert den Kühler-Zauber. Und etwa 20 PS an Leistung.

Porsche 911 GT3 Jubiläums-Design Supercup
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Es verhält sich folgendermaßen: Wie bei wilden Tieren so üblich, stoßen die Nüstern in der Fronthaube des GT3 RS heiße Luft aus. Diese Luft löst sich aber nicht einfach in Wohlgefallen auf, sondern wandert über das Auto hinweg nach hinten. Und was sitzt da? Richtig – die Frischluft-Ansaugung des Vierliter-Boxers. Wird der mit heißer Luft gefüttert, verdirbt ihm das den Spaß an der Arbeit. Genau deshalb leiten die Finnen auf dem Dach den heißen Strom nach rechts und links ab, während über die Fahrzeugmitte kühler Fahrtwind strömen darf. Kommt der am Heck an, hat der Porsche 20 PS mehr im und der Fahrer unter dem Hintern.

Renn- kein Einkaufswagen

Der neue Kühler zieht noch weitere Konsequenzen nach sich. So gibt es im 992 GT3 RS etwa kein Ladeabteil mehr. Aber gut, wer braucht das auf dem Rundkurs schon? Nochmal: Das ist ein Renn- und kein Einkaufswagen. Für einen Elfer mit Straßenzulassung ist es trotzdem ein Novum. Das gilt auch für die Türen aus CfK – die gab es für einen Straßen-911 auch noch nie. 1.450 Kilo DIN-Gewicht bringt der Porsche leer auf die Waage. Zwanzig mehr als der Vorgänger.

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Porsche
Sie gefallen vielleicht auf Anhieb nicht jedem, sind aber für rund 20 PS an Leistung verantwortlich: Die Finnen auf dem Dach.

So richtig überflügelt der Neue den 991.2 aber buchstäblich in Sachen Anpressdruck. Bei 200 km/h schmiegen sich die Pneus mit 409 zusätzlichen Kilo auf den Asphalt, bei 250 km/h sind es 860 kg – eine Verdopplung zum alten GT3 RS, eine Verdreifachung zum aktuellen GT3. Und die Aero-Teile können noch mehr. Eine weitere Neuheit für ein Straßenfahrzeug ist das verbaute DRS. Per Knopfdruck lassen sich alle aktiven Flügel innerhalb eines definierten Arbeitsfensters zugunsten einer höheren Endgeschwindigkeit flach stellen. Geht es anschließend voll in die Eisen, übernehmen die beweglichen Teile eine Airbrake-Funktion und stehen maximal steil im Wind. Dass die Oberkante des großen Heckflügels das Dach überragt, ist übrigens – man ahnt es schon – ebenfalls erstmals bei einem 911 mit Straßenzulassung der Fall. Aerodynamische Raffinesse steckt nebenbei bemerkt auch in Fahrzeugteilen, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind. Weil die Luft durch den Wegfall der seitlichen Kühler jetzt mit mehr Wucht durch die vorderen Radhäuser pfeift, trifft sie dort auf Bauteile der Doppelquerlenker-Vorderache, die als Tropfenprofil ausgeführt sind. Allein über die modifizierte Vorderachse generiert der GT3 RS bereits bis zu 40 Kilo Anpressdruck.

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Andreas Preuninger, bei Porsche verantwortlich für die GT-Fahrzeuge, erklärt die aufwendige Aerodynamik.

Unbekanntes Lenkrad, massiver Preis

Wechsel nach innen. Serienmäßig und standesgemäß erwartet den Fahrer das bekannte Carbon-Schalengestühl. Ziemlich unbekannt dürfte ihm dagegen das Lenkrad vorkommen, denn wo gewohnheitsmäßig ein Drehregler zur Anwahl der Fahrmodi sitzt, platziert Porsche hier derer vier. Damit lässt sich im Track-Modus allerhand Feintuning vornehmen.

Technische Daten Porsche 911 GT3 RS

Antrieb  
Motor 6-Zylinder-Boxer-Saugmotor
Hubraum  3.996 cm³
Leistung (kW/PS) 386 kW / 525 PS
bei 8.500/min.
Maximaldrehzahl 9.000/min.
Maximales Drehmoment 465 Nm
bei 6.300/min.
Getriebe 7-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) mit kurzen Übersetzungen und Sportabstimmung. 
Fahrleistungen  
Höchstgeschwindigkeit 296 km/h
Beschleunigung 0 - 100 km/h 3,2 s
Beschleunigung 0 - 160 km/h 6,9 s
Beschleunigung 0 - 200 km/h 10,6 s
Durchzugsbeschleunigung (80-120 km/h) 1,8 s
Abmessungen und Gewicht  
Länge 4.572 mm
Breite 1.900 mm
Breite (mit Aussenspiegeln) 2.027 mm
Höhe 1.322 mm
Radstand 2.457 mm
Wendekreis 10,5 m
Leergewicht nach DIN 1.450 kg
Leergewicht nach EU-Richtlinie1) 1.525 kg
Zul. Gesamtgewicht 1.795 kg
Zul. Zuladung 345 kg
Verbrauch  
Verbrauch kombiniert 13,4 - 13,4 l/100 km
CO2-Emission kombiniert (WLTP) 305 - 305 g/km
Räder  
Räder vorn 275/30 ZR 20
Räder hinten 335/30 ZR 21 

So kann der Wirkungsgrad der Hinterachs-Quersperre in mehreren Stufen eingestellt werden. Oder die Intensität von Stabilitäts- und Traktionskontrolle. Oder Zug- und Druckstufe der Dämpfer getrennt nach Vorder- und Hinterachse. Einfach so, direkt vom Fahrersitz aus. Wen das nun von der angestrebten Rennstrecken-Fokussierung überzeugt, der kann aufpreisfrei das Clubsport-Paket bestellen und erhält einen Stahlkäfig, einen Handfeuerlöscher und einen Sechspunkt-Gurt am Arbeitsplatz vorne links. Aber Porsche wäre nicht Porsche ohne die Option auf ein sattes zusätzliches Investment. Ja genau, ein Weissach-Paket gibt es freilich auch. Das bringt jede Menge sichtbare Carbon-Teile (Frontdeckel, Dach, Heckflügel und Außenspiegel), weitere CfK-Elemente (Käfig, Stabilisatoren rundum und hintere Koppelstangen), PDK-Schaltpaddels mit Magnet-Technologie und gegen weiteres Entgelt auch Magnesiumräder mit sich. Während die Preise für diese Aufwertungen noch nicht kommuniziert sind, wissen wir bereits, wo der Spaß beginnt – und zwar bei einem Kontostand von mindestens 229.517 Euro. So viel kostet der neue 911 GT3 RS mindestens. Sofern die Rücklagen stimmen, darf ab sofort fröhlich bestellt werden. Weitere Überzeugungsarbeit leisten an dieser Stelle eventuell die üblichen Stammtisch-Daten: 3,2 Sekunden für den Standardsprint und 296 km/h Spitze. Aber auf der Rennstrecke, bitte.

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911 GT3 Typ 997
Porsche 911 GT3
911 GT3 Typ 997.2
Porsche 911 GT3, Frontansicht, Driften
911 GT3 Typ 991
Porsche 911 GT3 (991), Front
911 GT3 Typ 991.2
Porsche 911 GT3 992 (2021) Configurator
911 GT3 Typ 992

Fazit

Porsche hat die Kundenwünsche erhört und den neuen GT3 RS mit absoluter Rennstreckenfokussierung entwickelt. Kofferraum? Braucht er nicht mehr. Stattdessen: Mittenkühler aus dem RSR, ausgefeilte Aerodynamik und mehr Power oben raus. Ein Vergnügen, das mit mindestens 230.000 Euro auch seinen Preis hat.

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