Radford Lotus Type 62 Radford
Radford Lotus Type 62
Radford Lotus Type 62
Radford Lotus Type 62
Radford Lotus Type 62 5 Bilder

Radford Lotus Type 62/2: Jenson Button baut den nächsten Lotus

Radford Lotus Type 62/2 Jenson Buttons Firma könnte Elise-Werkzeuge nutzen

Ein Quartett um den Ex-F1-Weltmeister belebt den Coachbuilder Radford wieder. Das erste Projekt des Unternehmens ist die Reinkarnation eines historischen Rennwagens. Dieser könnte auf der Lotus Elise basieren und deren Werkzeuge nutzen.

Wer es mag, nach Parallelen zu suchen, stößt bei Nico Rosberg und Jenson Button auf einige davon. Beispiele gefällig? Beide wurden je einmal Formel-1-Weltmeister: Der Deutsche mit finnischen Wurzeln 2016, der Brite in der Saison 2009. Beide dienten als Fahrer dem Teamchef Ross Brawn: Rosberg bei Mercedes, Button bei der Vorgänger-Truppe Brawn GP. Sie sind weiterhin im Motorsport aktiv – zum Beispiel in der Extreme E, in der Rosberg nur als Teamchef und Button zusätzlich als Fahrer agiert – und treten heute als Unternehmer und Investoren auf; unter anderem im Automobil-Bereich.

Doch in diesem Bereich driften die Lebenswege ein wenig auseinander. Während Nico Rosberg vor allem neue Technologien vorantreiben möchte, bewahrt Jenson Button als Unternehmer gerne Traditionen. Nicht umsonst gehört er einem Quartett an, das die britische Marke Radford wiederbelebt. Die vom namensgebenden Harold Radford gegründete Firma kreierte als klassischer Coachbuilder bis 1975 Sonderkarosserien für Modelle aus den Edelhäusern Rolls-Royce, Bentley sowie Aston Martin und war besonders für Shooting Brake-Formen bekannt.

Neuauflage des Lotus Type 62

Eine solche zeigt in Ansätzen auch das erste Projekt der neuen Radford-Ära, bei dem sich neben Button noch der Designer Mark Stubbs, der Radio- und Fernsehmoderator und Motorenspezialist Ant Anstead sowie der Wirtschaftsberater und Rechtsanwalt Roger Behle beteiligen. Das Basisauto verfügt jedoch über einen komplett anderen Genpool als die einstigen Nobelkarossen. Das Chassis liefert Lotus, was aus einem anderen Grund perfekt passt: Genau wie Radford wurde der Sportwagen-Hersteller im Jahr 1948 gegründet.

05/2021, Radford Gründerteam mit Jenson Button
Radford
Sie lassen die Marke Radford wiederauferstehen: Mark Stubbs, Ant Anstead, Roger Behle und Jenson Button (v.l.n.r.).

Möglicherweise macht Lotus es Buttons Truppe noch etwas einfacher, den neuen Radford zu produzieren. Der Sportwagenhersteller hat angekündigt, die bisher für die Elise genutzten Werkzeuge anderen interessierten Unternehmen anbieten zu wollen. "Wenn das richtige Projekt und der richtige Partner auftauchen – warum nicht?", sagt Lotus-Geschäftsführer Matt Windle bei "Automotive News Europe". Die Produktion der Elise läuft nach 25 Jahren aus, die Werkzeuge sind damit überflüssig.

Bekommt Radford die Elise-Werkzeuge?

Möglicherweise wiederholt sich hier aber auch die Geschichte und Lotus überlässt Caterham die Werkzeuge. Dies passierte bereits 1973 mit dem ersten Lotus-Sportwagen namens Seven, dessen Caterham-Version noch heute produziert wird. Entsprechende Gerüchte wollte Windle jedoch nicht bestätigen: "Ich denke, sie versuchen gerade zu klären, was ihre Pläne für die Zukunft sind", sagt der Lotus-Chef. Caterham wurde kürzlich vom japanischen Automobilunternehmen VT Holdings übernommen, das auch als Händler für Lotus auftritt. Eine künftig noch engere Kooperation wäre also naheliegend.

Lotus Elise Sport 240 - Final Edition - Sportwagen - 2/2021
Lotus
Bei Lotus läuft die Elise-Produktion aus. Erhalten Radford oder Caterham die Werkzeuge?

Aus der Zusammenarbeit zwischen Radford und Lotus soll dagegen eine Neuauflage des Lotus Type 62 hervorgehen. Der nach dem Reglement der damaligen Gruppe 6 aufgebaute Rennwagen kam lediglich in der Saison 1969 zum Einsatz; aufgrund der kurzen Lebensdauer entstanden nur zwei Exemplare. Angetrieben wurde er von einem Zweiliter-Vierzylinder-Motor, der seine Ursprünge in einem Vauxhall-Triebwerk hatte. Obwohl das Aggregat als nicht besonders standfest galt, war der Lotus Type 62 in seiner Klasse schwer zu schlagen.

Radford Type 62/2 mit geschwungenen Formen

Die ersten Renderings zeigen, dass die Neuauflage namens Type 62/2 ähnlich geschwungene Formen aufweist wie das Original. Über die Räder spannen sich gebogene Kotflügel, während die Dachlinie sehr sanft nach hinten abfällt. Daraus ergibt sich eine ähnliche Form wie beim legendären Ferrari Breadvan-Rennwagen, der kürzlich vom Coachbuilder Niels van Roij nachgebaut wurde.

05/2014 - Concorso d'Eleganza Villa d'Este, mokla 0514
BMW
Sonderkarosserien für Edelmodelle wie jene von Rolls-Royce war früher das typische Radford-Business.

Zur Technik gibt es von Radford bislang nur unkonkrete Ankündigungen. "Die Karosserie wird schnittig und elegant sein, der Innenraum wird behaglich und luxuriös sein und der Antrieb wird nicht von dieser Welt sein", sagt Mark Stubbs. Sein Kollege Ant Anstead kündigt "etwas ganz Besonderes und sehr Überraschendes" an. Button stellt ein "durch und durch analoges, fesselndes und raffiniertes Fahrverhalten" in Aussicht, in der weiterhin die Lotus-DNA verankert sei.

Der Type 62/2 soll nur der Anfang sein

Noch im Laufe des Jahres will Radford sein Erstlingswerk, das auf – logisch – 62 Exemplaren limitiert sein wird, komplett enthüllen. Interessenten können dafür bereits Anzahlungen hinterlegen. Doch bei diesem einen Projekt soll es nicht bleiben. Radford hat vor, künftig wieder als Coachbuilder klassischer Prägung aufzutreten und eigene Karosserien über die Chassis anderer Autohersteller zu stülpen.

Umfrage

783 Mal abgestimmt
Was halten Sie von Coachbuilding?
Feine Sache. Hier ist Individualität Trumpf.
Überflüssig. Meist ein Verrat am Original.

Fazit

Alles kommt irgendwann wieder, auch im Auto-Business. Nun ist also Coachbuilding das nächste Thema, das vom Früher ins Heute transferiert wird. Das hat unbestreitbar Potenzial, schließlich will die kapitalträchtige Klientel immer mehr von ihrem individuellen Geschmack in den teuren Konsumgütern repräsentiert sehen. Doch allein der Vollblut-Rennfahrer Jenson Button dürfte dafür bürgen, dass der neue Radford Lotus Type 62/2 auch ganz geschmeidig fährt.

Lotus
Artikel 0 Tests 0 Baureihen 0 Videos 0
Alles über Lotus
Mehr zum Thema Kleinserienhersteller
06/2021, Niels van Roij Daytona Shooting Brake Hommage
Neuheiten
05/2021, SSC Tuatara Striker
Neuheiten
BUSSINK GT R Speedlegend 1 of 5
Tuning
Mehr anzeigen